Gründung Ungeahnte Risiken

Reklamationen ihrer Kunden können Unternehmer in der Regel an ihre eigenen Lieferanten weiterreichen. Allerdings gelten hier unterschiedliche Regelungen für private und gewerbliche Endkunden.

Verbrauchergeschäft

War der Kunde Verbraucher, kann der Verkäufer seine Auslagen wegen Mängelansprüchen
einschließlich Nebenkosten etwa für Transport oder Überprüfung komplett an seinen Lieferanten weiterreichen. Diese Kette geht bis zum Hersteller. Die Rückgriffsansprüche verjähren nicht vor den Verbraucherrechten. Sie können nicht eingeschränkt werden.

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Gefahren für den Rückgriff

Da der Rückgriff deutsches Recht ist, endet die Rückgriffskette an der Grenze. Bei ausländischen Lieferanten können Verträge die Lücke schließen. Wertlos ist der Rückgriffsanspruch bei Insolvenz eines Lieferanten. Eine Überbrückung auf den Nächsten in der Kette ist in diesem Fall nicht möglich.

B2B-Kauf

Ist der Endkunde ein gewerblicher Käufer, gilt gegenüber den Lieferanten die normale Gewährleistung: Der Verkäufer kann bei berechtigter Reklamation eines Kunden gegenüber
dem Lieferanten seine eigenen Gewährleistungsrechte geltend machen. Er muss aber aufpassen, dass diese nicht verjähren, denn hier gilt keine gesetzliche Verlängerung der Verjährungsfristen. Dagegen schützt er sich durch vertragliche Verjährungsregeln.

Handelsrecht gilt

Innerhalb der Lieferkette gelten die handelsrechtlichen Pflichten, auch wenn die Endabnehmer Verbraucher sind. Das heißt: Jeder Käufer muss die Lieferung sofort untersuchen und Mängel bei seinem Lieferanten rügen, sonst verliert er seine Gewährleistungsansprüche. Das bringt auch die Rückgriffsrechte zu Fall, sogar im Verbrauchergeschäft.

Risiko Kulanz

Der Lieferant haftet nur für einen echten und im Streitfall nachgewiesenen Produktmangel wer seinen Kunden aus Kulanz ohne rechtlich zwingenden Grund hilft, kann dafür nicht von seinem Lieferanten Ersatz verlangen. In Zweifelsfällen vor der Regulierung mit dem Lieferanten sprechen.

Überprüfungskosten

Reklamationen gibt der Handel oft zur Überprüfung an den Hersteller weiter. Zeigt sich, dass ein Mangel nicht vorlag, stellt dieser dem Händler häufig die Überprüfungskosten in Rechnung.
Der kann sie aus rechtlichen Gründen und wegen der Marktsituation meist nicht an seine Kunden weitergeben.

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