Gründung Vier Punkte gegen Zahlungsausfälle

Hohe Außenstände oder gar insolvente Kunden kann sich kein Unternehmen leisten. Firmenchefs sollten deshalb bereits beim ersten Vertragsabschluss vorsichtig sein und die laufenden Geschäftsbeziehungen sorgsam überwachen.

Durchschnittlich 14,5 Tage müssen Firmen auf die Zahlung ihrer offenen Forderungen warten – zuvor hat der Kunde aber bereits alle eingeräumten Zahlungsziele ausgereizt. Dies stellte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in einer aktuellen Umfrage fest. Die Neusser sprechen sogar davon, dass die aktuelle Verschlechterung der allgemeinen Zahlungsmoral erster Vorbote für eine steigende Insolvenzgefahr sein könnte. Immerhin liegt die Höhe der unbezahlten Rechnungen im Durchschnitt bei 1.400 Euro.

Umso wichtiger für junge Unternehmer, ihre Kunden vor Vertragsabschluss genau unter die Lupe nehmen. Der folgende Vier-Punkte-Katalog hilft, Zahlungsausfällen vorzubeugen.

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1. Vor der Auftragsannahmen gut über den Kunden informieren.

  • Vor- und Nachnamen des Bestellers sowie seine genaue Adresse inklusive Telefonnummer und E-Mail notieren. Bei Firmen sollte die richtige Rechtsform angegeben sein. Je detaillierter die Angaben sind, umso leichter ist es, bei späteren Nachfragen den Verantwortlichen zu finden.
  • Bei Neukunden grundsätzlich nur Vorkasse oder Nachnahme akzeptieren.
  • Zusätzliche Informationen über eine Wirtschaftsauskunftei einholen. Zum Beispiel Creditreform, Bürgel oder D&B Deutschland.

2. Auf eindeutige Bestätigung bei Lieferung oder Leistung bestehen.

  • Stets die Unterschrift des Kunden unter dem Vermerk einholen, dass die Arbeit mängelfrei ist.
  • Sind Fehler aufgetreten, diese detailliert festhalten und notieren, wer für die Beseitigung aufkommt.
  • Bei unleserlichen Unterschriften zusätzlich den Namen und die Funktion des Empfängers in Reinschrift notieren.

3. Konsequent mahnen.

  • Mit der ersten Mahnung keine Zahlungsfrist setzen, sondern ein konkretes Datum.
  • Mit maximal drei Mahnstufen arbeiten – und diesen Ablauf auch einhalten. Anderenfalls leidet die Glaubwürdigkeit der Firma.
  • In der letzten Mahnung ausdrücklich darauf hinweisen, dass die offene Forderung im nächsten Schritt an ein Inkasso-Unternehmen oder an einen Anwalt abgegeben wird.

4. Auf folgende Warnsignale achten.

  • Die Umstellung auf längere Zahlungszeiträume.
  • Skonto wird nicht mehr in Anspruch genommen.
  • Der Kunde wechselt seine Hausbank.
  • Der Kunde akzeptiert kommentarlos höhere Preise als zuvor.
  • Wichtige Gesprächspartner beim Kunden sind nicht mehr erreichbar.
  • Die Geschäftsführung des Firmenkunden wechselt häufig.

Das Zahlungsverhalten im Branchenvergleich – Chemiefirmen zahlen am schnellsten:

Chemie: 10,96 Tage überfällig

Metall/Elektro: 11,77 Tage überfällig

Grundstoffe: 13,05 Tage überfällig

Großhandel: 13,35 Tage überfällig

Konsumgüterindustrie: 13,87 Tage überfällig

Unternehmensnahe Dienstleistungen: 14,19 Tage überfällig

Gesamtwirtschaft: 14,39 Tage überfällig

Einzelhandel: 14,54 Tage überfällig

Baugewerbe: 15,59 Tage überfällig

Verkehr/Logistik: 16,52 Tage überfällig

Konsumnahe Dienstleistungen: 16,84 Tage überfällig

Quelle: Creditreform

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