Gründung Vorsicht: Mitarbeiter!

Firmenchefs unterschätzen häufig, wie viele sensible Unternehmensinformationen an Unbefugte geraten. Schäden in Milliardenhöhe sind die Folge. Meist für das Datenleck verantwortlich: die eigenen Arbeitnehmer.

Derzeit geht noch nicht einmal jeder zehnte Betrieb davon aus, dass er in den letzten drei Jahren Opfer von Wirtschaftsspionage oder Datenklau-Attacken geworden ist. Das ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 400 Firmen. Doch Experte Stefan Heißner hält diese Einschätzung für unrealistisch: „Nach unserer Erfahrung hat jedes Unternehmen mit solchen Problemen zu kämpfen – und keineswegs nur die Großkonzerne“, sagt der Leiter der Abteilung Fraud Investigation & Dispute Services bei Ernst & Young.

Seiner Meinung nach müssen deutschen Unternehmen jährlich Schäden in Höhe von mehr als 20 Mrd. Euro durch kriminelle Handlungen oder unabsichtliche Datenlecks hinnehmen.

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Folgende Angriffe wurden besonders häufig ausgeführt:

  • Diebstahl von geschäftskritischem Know-how (44 Prozent der Fälle)
  • Abwerben von Mitarbeitern (22 Prozent)
  • Hackerangriff auf das EDV-System (17 Prozent)
  • Diebstahl von Kunden- oder Mitarbeiterdaten (13 Prozent)
  • Nachgemachte Produkte (13 Prozent)
  • Abhören von Besprechungen (13 Prozent)
  • Patentrechtsverletzungen (9 Prozent)
  • Aushorchen von Mitarbeitern auf Messen (9 Prozent)
  • Manipulation von Finanzdaten (4 Prozent)

Die beliebtesten Spionageziele sind der Vertrieb, die Forschung & Entwicklung, der Finanzbereich und das Personalwesen.

Die Studie zeigt zudem: In 44 Prozent aller Fälle gingen die kriminellen Handlungen von den eigenen Mitarbeitern aus, jede fünfte Tat wurde von einem ehemaligen Angestellten ausgeführt. Das Erlangen finanzieller Vorteil oder ein Rachfeldzug gegen den Ex-Arbeitgeber sind dabei die häufigsten Motive.

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