Gründung Zahlen im Vorbeigehen

Die Deutsche Kreditwirtschaft führt eine neue Funktion ein: das kontaktlose Bezahlen mit der Bank- oder Sparkassenkarte. Ab Mitte April 2012 startet der Praxistest in Niedersachsen. Die wichtigsten Details zur neuen Anwendung.

„Girogo“ heißt der neueste Weg, auf dem Kunden künftig ihre Einkäufe im stationären Handel begleichen sollen. Die Alternative ist für Beträge bis 20 Euro gedacht.

Der Initiator, die Deutsche Kreditwirtschaft, verspricht: Mit der so genannten „kontaktlosen Bezahlung“ geht das Kassieren um bis zu 25 Prozent schneller als bei der herkömmlichen Kartenzahlungen und doppelt so schnell wie bei beim Handling von Bargeld. Die Folge: Die Wartezeit für den Kunden wird verkürzt.

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Der Vorteil für die Händler: Sie haben weniger Bargeld in der Kasse, reduzieren den Kleingeldanteil und können den Arbeitsaufwand für den abendlichen Kassenabschluss reduzieren. Die jeweiligen Beträge erhalten sie unverzüglich nach Einreichung der Girogo-Abrechnung auf ihrem Konto gutgeschrieben.

Und so funktioniert das kontaktlose Bezahlen: Der Kunde lädt den Chip seiner Bank- oder Sparkassenkarte wahlweise am Automaten oder über das Internet mit maximal 200 Euro auf. Will er nun im Laden bezahlen, hält er einfach seine Plastikkarte vor das entsprechende Terminal. Eine PIN-Eingabe ist nicht notwendig. In weniger als einer Sekunde wird der Betrag vom Chip-Guthaben abgebucht.

Mitte April 2012 muss sich die neue Bezahlfunktion erstmals bewähren: Mehr als 1,3 Millionen Bankkunden können dann in der Region Hannover, Braunschweig und Wolfsburg am Praxistest teilnehmen.

Zahlreiche Unternehmen haben ihre Teilnahme an der Pilotphase zugesagt: zum Beispiel Esso oder der Douglas-Konzern mit seiner Parfümerie-Kette Douglas, der Buchhandlung Thalia und dem Süßwarenhändler Hussel. Außerdem wird die Lebensmittelkette Edeka im ersten Schritt in gut 100 Märkten das Bezahlen im Vorbeigehen akzeptieren. Bis Mitte Mai 2012 sollen rund Geschäfte mit den entsprechenden Bezahlterminals ausgerüstet sein.

Abgerundet wird der Praxistest zudem durch eine neue Ladevariante: Sparkassen-Kunden können erstmals bei ausgewählten Einzelhändlern unter Eingabe der PIN ihren Kartenchip aufladen. Vorgesehen ist auch eine „Abo-Aufladung“: Jedes Mal, wenn das Guthaben auf der Karte unter einen bestimmten Betrag sinkt, wird der Chip automatisch um einen festgelegten Betrag wieder aufgestockt.

„Die Prepaid-Anwendung auf dem GeldKarte-Chip ist nur der erste Schritt“, sagt Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Mittelfristig plant die Deutsche Kreditwirtschaft nämlich, das kontaktlose Bezahlen auch für die Electronic-Cash-Funktion der Girocard zu realisieren.

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