Gründung Zusatzchancen nutzen

Vor knapp zehn Jahren wurden erstmals die lukrativsten Geschäftsideen und die fundiertesten Businesspläne prämiert.

Vor allem die attraktiven Preisgelder lockten anfangs junge Firmenchefs, die damit ihr schmales Gründungsbudget aufzubessern versuchten. Inzwischen ist den meisten Initiatoren und Teilnehmern klar: Zu einem guten Unternehmensstart gehört mehr als nur eine schöne Idee und ein gutes Konzept.

Viele Veranstalter sind deshalb dazu übergegangen, den Gründern fundierte Beratung anzubieten. Der Vorteil: Von den Offerten profitieren nicht nur die wenigen Preisträger, sondern alle Teilnehmer.

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So werden beispielsweise Seminare zu Themen wie Pricing, Mitarbeiterführung oder Marketing durchgeführt. Jungunternehmer mit besonderem Betreuungsbedarf kommen immer öfter in den Genuss von Einzelcoachings beziehungsweise -beratungen. Positiv wirkt sich zudem aus, dass die meisten Veranstalter inzwischen über ein großes Netzwerk an Experten, Finanzierungspartnern oder Business Angels verfügen – und als Vermittlungsstelle zwischen den Parteien fungieren.

Alumni-Clubs und der regelmäßige Austausch aller bisherigen Teilnehmer im gemütlichen Rahmen sorgen zusätzlich für einen starken Zusammenhalt, psychologische Unterstützung von Gleichgesinnten und zahlreiche Geschäftsanbahnungen.

Dass sich die umfassende Betreuung lohnt, zeigt das Beispiel des Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern: „2007 haben 145 Teams ihren Geschäftsplan bei uns eingereicht – das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Arne-G. Hostrup, Geschäftsführer des Veranstalters Netzwerk Nordbayern. Damit trotzt die Initiative dem bundesweiten Trend: Allein im ersten Halbjahr 2007 verzeichnete beispielsweise das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn einen zehnprozentigen Rückgang der bundesweiten Gründungen im Vergleich zum Vorjahr.

Und auch in der restlichen Bundesrepublik stemmen sich die Initiativen gegen die allgemeine Entwicklung. Während das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland herausfand, dass die Zahl der Firmengründungen speziell im High-Tech-Bereich stagniert, kann etwa Wettbewerbsveranstalter NUK (Neues Unternehmertum Rheinland e.V.) eine ganz andere Bilanz ziehen: In zehn Jahren des Wettbewerbs starteten 500 dauerhaft erfolgreiche Firmen mit mehr als 3000 Arbeitsplätzen – und zwar überwiegend in Wachstumsindustrien wie Internet/Multimedia, IT und Biotechnologie/Life Sciences.

Die Erfolgsbilanz der Gründerwettbewerbe:

impulse gründerzeit hat bei den größten Initiativen nachgefragt, wie viele Firmengründungen und Arbeitsplätze sie inzwischen hervorgebracht haben.

Wettbewerb

Teilnehmer-
zahl

gegründete Unternehmen

Geschaffene Arbeitsplätze

Deutscher Gründerpreis

10.000

89% aller Teilnehmer

durchschnittlich 26

Gründerwettbewerb

„Mit Multimedia erfolgreich starten“

859

350

1.900

Münchner Business Plan Wettbewerb

k.A.

480

3.250

Netzwerk Nordbayern

1.300

410

mehr als 2.600

NUK Neues Unternehmertum Rheinland

10.000

500

3.000

Promotion Nordhessen

k.A.

180

700

Science4Life

2.100

402

k.A.

Startup-Impuls

493

186

k.A.


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