IT+Technik Firmenveteran soll Microsoft vor der Bedeutungslosigkeit retten

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella© Microsoft

Microsoft hat einen neuen Chef gefunden: Mit Satya Nadella rückt ein Firmenveteran an die Spitze des Windows-Herstellers. Ihm zur Seite steht aber kein Geringerer als Übervater Bill Gates. Es gibt einiges zu tun.

Nach monatelanger Suche hat Microsoft einen neuen Chef in den eigenen Reihen gefunden. Der 46-jährige Firmenveteran Satya Nadella übernimmt den Spitzenjob. Seine Aufgabe ist es, Microsoft im Zeitalter von Smartphones, Tablet-Computern und Cloud-Computing auf Kurs zu halten. Nadella ist nach Bill Gates und Steve Ballmer erst der dritte Chef überhaupt in dem 1975 gegründeten Unternehmen. Als Berater steht ihm der legendäre Firmengründer Bill Gates zur Seite. „Ich werde wieder deutlich mehr Zeit im Unternehmen verbringen“, sagte Gates am Dienstag in einer Videobotschaft.

Gates war zwar Vorsitzender des Verwaltungsrats, hatte sich zuletzt aber vor allem dem Kampf gegen Krankheiten in seiner Stiftung gewidmet. Das Tagesgeschäft führte Steve Ballmer. Dieser hatte im August seinen Rückzug binnen zwölf Monaten angekündigt.

Anzeige

Seit 1992 bei Microsoft

„In dieser Zeit des Wandel gibt es keinen besseren Chef für Microsoft als Satya Nadella“, erklärte Gates am Sitz in Redmond. Steve Ballmer stellte in einer Mail an alle Mitarbeiter dessen überragenden technischen Fähigkeiten und großen Erfahrungen in der Branche heraus. Über Nadella als wahrscheinlichen Kandidaten hatten US-Medien schon vergangene Woche berichtet. Er war zuletzt für das Firmenkunden-Geschäft und die Cloud-Dienste zuständig und damit für die Gewinnbringer. Nadella ist seit 1992 bei Microsoft.

Microsoft steht vor großen Herausforderungen: Das PC-Geschäft, in dem das Unternehmen mit seinem Windows-Betriebssystem eine zentrale Rolle spielt, schrumpft. Im Internet-Geschäft konnte der Konzern trotz großer Anstrengungen bisher nicht mit Google mithalten. Auch Smartphones und Tablets mit Microsoft-Software haben bisher geringe Marktanteile. Microsoft will derzeit mit seiner Spielekonsole Xbox One und der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia verstärkt zu einem Anbieter von Geräten und Diensten werden.

Zwei Drittel des Gewinns aus Firmenkundengeschäft

Der Wandel berge große Chancen für Microsoft, das Unternehmen müsse sich aber „klar fokussieren, schneller agieren und sich weiter wandeln“, sagte Nadella. „Unser Job ist es, sicherzustellen, dass Microsoft in einer von mobilen Services und Cloud-Diensten geprägten Welt gedeiht.“ Sein eigener Geschäftsbereich hatte sich zuletzt als Stütze für den Konzern erwiesen. Microsoft hat sich mit seiner Office-Bürosoftware, seinen Cloud-Angeboten und allerlei Spezialprogrammen zu einem Komplettanbieter für Unternehmen gemausert. Zwei Drittel des Gewinns kam zuletzt aus dem Firmenkunden-Geschäft.

Der bisherige Chef Ballmer war seit den Anfangstagen von Microsoft an Bord. Er bleibt genauso wie Gates als einfaches Mitglied im wichtigsten Firmengremium, dem Verwaltungsrat. Dessen Vorsitzender wird allerdings John Thompson, wie US-Medien ebenfalls bereits spekuliert hatten. Thompson war Chef des Antiviren-Spezialisten Symantec und leitete die Suche nach dem neuen Firmenchef.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...