IT+Technik Neues von der #Cebit: Eigenwillige Akkuschrauber und 3D-Drucker

Skurril, unrealistisch oder einfach der Zeit voraus: Wir sind auf der Cebit und stellen Projekte vor, die uns auf dem Messerundgang begegnen. Dieses Mal: 3D-Drucker und Akkuschrauber, die den Dienst verweigern, wenn sie falsch bedient werden.

Druck mich!

Der Replicator Mini

Der Replicator Mini© impulse

Firma: Hafners Büro/Makerbot Industries

Konzept: Die nächste Revolution auf dem heimischen Schreibtisch und im Büro ist ein schwarzer, leise surrender Kasten, mit großen Gucklöchern vorne und an den Seiten. Sein Name lautet Replicator, sein Preis ist so heiß wie der biologisch abbaubare Kunststoff, aus dem er Gegenstände erstellen kann, die bis zu 25 Zentimeter groß sind. Rund 3200 Euro kostet die fünfte Generation des 3D-Druckers von US-Marktführer Makerbot, die das Stuttgarter Büro Hafner in Zentral- und Osteuropa vertreibt.

Eine Nummer kleiner ist der Replicator Mini, der zum Preis von rund 2000 Euro bis zu rund 10 Zentimeter große Gegenstände drucken kann. Der deutsche Importeur, der die Geräte auf der Cebit erstmals in Europa zeigt, sieht als Käufer vor allem Ingenieure, Architekten, Designer und Forscher, die auf die Schnelle ein Kunststoffmodell ihrer Entwürfe brauchen. Als Vorzeigeanwender nennt Hafners Büro den Fahrradhersteller Winora. Für dessen Sportradmarke Haibike haben die Winora-Ingenieure einen Replicator angeschafft, um zum Beispiel rasch 3D-Modelle von Rahmenteilen zu erstellen, die später aus Aluminium oder Carbon gefertigt werden.

Vor-Ort-Check: Druckt beständig vor sich hin und ist einer der Publikumsmagneten in Halle 6. Jedoch finden sich in zahlreichen anderen Hallen Aussteller mit ähnlichen Produkten.

Website: www.hafners-buero.com

 

Fragestunde

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Christian Saul vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie

Firma: Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie

Konzept: Wie lange braucht ein Bewerber für die richtige Antwort? In welchen Fachbereichen hat er Schwächen? Forscher am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie haben ein System entwickelt, mit dem Bewerber und Mitarbeiter individuell bewertet werden können. Das System „AskMe!“ merkt sich die Antworten und auch den Weg dahin. Denn ein zentrales Element sind interaktive Aufgaben, in denen der Bewerber Gegenstände steuern muss oder eine Lösung in mehreren Schritten erarbeiten soll. „Wir können erstmals das Knobeln und Überlegen in den Assessment-Prozess einbeziehen“, sagt Entwickler Christian Saul. Damit werde auch Methodenwissen abfragbar. „AskMe!“ ist auch in der Personalentwicklung einsetzbar. Das System merkt sich alle Tests, die ein Mitarbeiter durchläuft und erstellt Lernprofile. Es erkennt den Wissensstand und passt die Schwierigkeit der Fragen im laufenden Test an. „Mitarbeiter fühlen sich dann nicht mehr über- oder unterfordert“, sagt Saul.

Vor-Ort-Check: Für die Cebit hat der Entwickler Fragen aus der Fahrschulprüfung in sein System geladen, um die volle Bandbreite der Fragetypen zu zeigen. Der Prüfling muss zum Beispiel mit den Pfeiltasten einer Tastatur ein Auto in eine Parklücke bugsieren. Und „AskMe!“ merkt sich, welche und wie viele Bewegungen das Auto macht. Im Unternehmenseinsatz hätten Mitarbeiter einen Aufzug allein durch die Eingabe von mathematischen Gleichungen steuern müssen, sagt Entwickler Saul.

Auf den ersten Blick sieht das System nicht sehr spektakulär aus. Das Neue steckt in der Interaktivität. Für Unternehmen ist das eine Chance, auch kreative Fähigkeiten von Bewerbern einzuschätzen. Auch für die Schulung von Mitarbeitern bieten sich Möglichkeiten, weil jedem passgenaue Fragen gestellt werden können. In der Auswertung können sie dann ihre individuelle Lernkurve sehen.

Website: http://www.idmt.fraunhofer.de/

 

Ich stopp dich!

Jochen Seitz mit seinem intelligenten Akkuschrauber

Jochen Seitz mit seinem intelligenten Akkuschrauber© impulse

Firma: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen

Konzept: Das richtige Werkzeug in der Hand heißt noch lange nicht, dass es auch richtig eingesetzt wird. Um die Fehlerquote zu verringern, haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen eine Technologie entwickelt. „Unser Ziel ist, zur Qualitätssicherung von Unternehmen beizutragen“, sagt Erfinder Jochen Seitz. Auf der Cebit zeigte er einen Akkuschrauber, in dem die Technologie eingebaut ist. Wird er an der falschen Stelle angesetzt, im falschen Winkel gehalten oder gar ans falsche Werkstück gehalten, dann funktioniert er nicht. Der Mitarbeiter merkt, dass er etwas falsch macht. Dahinter steckt ein Algorithmus, der Echtzeit-Positionsdaten und Zustandsklassifikationen auswertet – ohne anfälliges Funksignal oder Kabel, das beim Arbeiten stören würde.

Vor-Ort-Check: Die Forscher hatten ihre Technologie im letzten Jahr auf Fußgänger angewendet. Museen können zum Beispiel genau verfolgen, wo ihre Besucher wie lange stehen bleiben. Und anhand der Positionsdaten im Audio-Guide zum Beispiel das passende Ausstellungsstück erklären. Als Weiterentwicklung haben sie die Technologie auf Werkzeuge ausgeweitet und damit auch für Unternehmen einsetzbar gemacht. Ein nützliches Tool, um Fehler in der Produktion zu verringern.

Website: www.iis.fraunhofer.de/

Kleine Unterwasserboote namens Lilly und ein Stressmesser für Stimmen: Hier stellen wir weitere Cebit-Neuheiten vor.

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