Leben Ballack wechselt zur Art Cologne

Zahlreiche Prominente - darunter auch der dauerverletzte Profikicker Michael Ballack- sollen der Art Cologne wieder zu steigenden Umsätzen verhelfen. Ob dafür der Fußballer und eine Grand-Prix-Versagerin die geeigneten Protagonisten sind, bleibt ungewiss.

Dürfen wir das wirklich glauben? Der Art Cologne – immerhin der größten deutsche Kunstmesse – geht es wieder besser. Das zumindest pfeifen alle Kunstspatzen von den Museumsdächern. Zur Eröffnung am Mittwoch kamen jede Menge Promis von der Benefiz-Diva Begum Aga Khan über deren Kollegin Vicky Leandros bis hin zu Fußballnationalspieler Michael Ballack. Wieso sehen Sie da keine Verbesserung? Also der Ballack zumindest, der war im letzten Jahr nicht da.

Klar, die Art Basel samt ihrer Dependance in Miami ist teuerer, die London Freeze Art ist angesagter und das Art Forum Berlin gilt als heißer Geheimtipp. Trotzdem: 200 Galerien aus 22 Ländern sind gekommen und sollen bis am Sonntag der großen alten Dame der deutschen Kunstszene zu neuem Glanz – und natürlich steigenden Umsätzen – verhelfen.

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Jetzt wollen Sie natürlich noch wissen, wieso die Begum eine Kollegin der Schlagersängerin Vicky ist. Ganz einfach: Die promovierte Ex-Wienerwald-Mitarbeiterin und sozial engagierte Society-Lady hatte 1986 an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teilgenommen und dort mit ihrer Gruppe That’s Life den letzten Platz belegt. Ja, ja ich weiß – Vicky Leandros hat den Grand Prix sogar gewonnen. Das war aber 1972 – und dann auch noch für Luxemburg.

Ballack überzeugt mit Kunstexpertise

Ballack, der – Gott sei Dank – bislang noch an keinem internationalen Schlagerwettbewerb teilgenommen hat, strebt anscheinend nach höheren Weihen als Sammler. Immerhin bringt der kunstsinnige Mittelfeldspieler fundierte Expertise mit: Auf dem grünen Rasen gilt er mit 42 Länderspieltoren als Kunstschütze! Bei der Messe-Eröffnung wurde Ballack folgerichtig mit einem Stück Papier gesichtet auf dem er sich eifrig Notizen machte. Gut, das kann vieles bedeuten – vielleicht braucht er ja einen ähnlichen Spickzettel wie seinerzeit Jens Lehmann bei der WM. Oder er will zum 1 FC Köln wechseln und hat schon mal seine Honorarvorstellungen durch gerechnet.

Möglicherweise hat der Immer-Noch-Nationalspieler sogar Interesse an der Skulpturengruppe des Spaniers Enrique Marty. Der anscheinend nicht ganz uneitle Künstler hat sich 15 mal selbst porträtiert – einmal beim Blutspucken, ein anderes mal, während er sich vor Schmerzen krümmt und so weiter. Also in Posen, die auch Fußballspielern nicht unbekannt sind. Aber Vorsicht: In Spanien gibt es einen Erst-Liga-Balltreter, der auf den gleichen Namen hört wie der oben erwähnte Künstler. Hoffen wir nun, dass der frisch gebackene Kunstmäzen Ballack, da nichts durcheinander bringt.

Nein, jetzt weiß ich’s: Ballack hat auf seinem Zettel die Japanerin Ayako Rokkaku – eine Art Leidensgenossin – vorgemerkt. Die sitzt auf der Messe und lässt sich beim Malen zuschauen. „Sie soll drei Bilder malen, aber sie ist etwas langsamer als früher“, sagte ihre Galeristin Marlies Bolhoven. Und letzteres – das trifft ja auf den Leverkusener Edelreservisten ebenfalls zu.

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