Leben Berliner Streit um Feriendomizile

Flugzeug, Air-Berlin, Lufthansa

Ein Flugzeug am nahezu wolkenlosen Himmel.© Mirpic - Fotolia.com

Früher nahmen sich Städtetouristen ein Hotel- oder Pensionszimmer. Wer heute Geld sparen will oder mehr Platz braucht, bucht in Großstädten wie Berlin eine Ferienwohnung. Angesichts knapper Wohnungen und steigender Mieten sorgt das für Unmut.

 

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Bezirksstadtrat Holger Kirchner von den Grünen hat es eilig. Der große Mann mit Nickelbrille und Bauch zieht sich wegen des eisigen Windes im späten Winter eine Wollmütze über den Kopf und bleibt nur kurz stehen. „Das ist ein großer Fisch hier“, sagt er mit Berliner Dialekt. Kirchner zeigt auf das Haus Nr. 72 in der Kopenhagener Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. Ein schön sanierter fünfstöckiger Altbau, die Fassade aus hellgrauem Putz mit roten Klinkersteinen. In jeder Etage acht hohe, schmale Fenster und zwei Balkone.

Kirchner blickt kurz auf das glänzende Schild an der Hauswand. „T&C Apartments. Exklusive Ferienwohnungen. 1 Zimmer ab 60 Euro pro Nacht“. Kirchner sagt: „Der Laden wurde extra für Berlin gegründet.“ Hinter der Schaufensterscheibe glänzt ein dunkelroter Kunststofftresen.
Zwei junge blonde Frauen sitzen vor Bildschirmen, telefonieren und übergeben Schlüssel an ankommende Gäste. Im Durchgang zum Hof steht die Tür zu einem Nebenraum offen, zwei ältere Frauen in Kitteln sortieren Bettwäsche und Handtücher in Regale.

Das Haus symbolisiert in der aufgeheizten Debatte um die sogenannte Gentrifizierung das Böse. In dem Altbau wohnen keine normalen Mieter mehr, sondern Touristen, Messebesucher oder Handwerker, die sich nur Tage oder Wochen in Berlin aufhalten – und das gerne im „Szenebezirk“, „Künstlerviertel“ oder „Kulturbezirk“, wie T&C Apartments die Gegend anpreist. Vor dem Gebäude zelebrierte Kirchner Anfang des Jahres vor Fernsehkameras einen Auftritt als Kämpfer gegen teure Ferienwohnungen in alternativen Kiezen.

Dabei liegt die Straße im nördlichen Prenzlauer Berg weit ab der Boutiquen, Restaurants und Dachetagenwohnungen am Kollwitzplatz. Der Verein Helle Panke ein paar Häuser weiter kündigt hier den Vortrag „Was wäre wenn… Nachdenken über Alternativen zur geschehenen DDR-Geschichte“ an. In einer heruntergekommenen Fahrradwerkstatt wird gebastelt. Im Schaufenster hängt nur ein Fotokalender: „80er Jahre in Ost-Berlin“.

Kirchner läuft mit großen Schritten an Altbauten vorbei, deren Mieten Normalbürgern in München wohl Tränen des Neids in die Augen treiben würden. Er referiert über Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen und den Widerstand gegen den Wandel einst schäbiger Ost-Kieze zu schicken Wohnlagen für Anwälte, Fernsehmoderatoren – oder eben Touristen.

Lohnendes Geschäft für Wohnungs- und Hausbesitzer

„Mit einer Ferienwohnung kann man nach unserer Schätzung drei- bis viermal so viel einnehmen wie mit einer normalen Vermietung“, sagt der Grünen-Politiker. Statt 300 bis 400 Euro kalt für 60 Quadratmeter kommen zwischen 900 und 1600 Euro rein. Ein lohnendes Geschäft für Wohnungs- und Hausbesitzer.

Mehr als 1200 Ferienwohnungen soll es allein im Bezirk Pankow geben, zu dem Prenzlauer Berg gehört. In ganz Berlin schätzt man die Zahl der früheren Mietwohnungen, die jetzt an Touristen vermietet werden, auf 15 000. Ein-Zimmer-Appartements kosten ab 60 Euro am Tag.
Im Winter auch mal 40 Euro. Zwei Zimmer beginnen bei 70 Euro. Für ganze Wochen oder Monate gibt es Rabatt. Touristen oder Geschäftsleute zahlen so deutlich weniger als im Hotel.

Mit allen Mitteln des Verwaltungsrechts und der Bürokratie will der Kommunalpolitiker Kirchner nun die Flut der Ferienwohnungen eindämmen. Flüssig jongliert er mit Fachbegriffen aus dem Bau- und Wohnrecht und den vier Säulen, auf die er setzt: Soziale Erhaltungsgebiete, Zweckentfremdungsverbot, Umwandlungsverordnung, Vorkaufsrecht.

Sie erschweren oder verbieten es, ganze Häuser in Eigentumswohnungen oder Ferienwohnungen umzuwandeln. Es geht um Brandschutzbestimmungen, Fluchtwege und die Definition sogenannter Beherbergungsbetriebe. Das Zusammenlegen von zwei kleinen Wohnungen zu einer großen kann genauso untersagt werden wie Luxussanierungen oder auch nur ein zweites Bad.

Senat will neue Ferienwohnungen in der Stadt verbieten

Auch der SPD/CDU-Senat unter dem Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) diskutiert seit einem Jahr über neue Regeln. Die Koalitionspartner haben lange um Details gerungen, demnächst will der Senat ein Gesetz auf den Weg bringen, das das Abgeordnetenhaus in diesem Sommer beschließen soll. Sein Ziel: Neue Ferienwohnungen in der Stadt verbieten. Schon vorhandene müssen dann als Gewerbe angemeldet und dürfen nur noch zwei Jahren lang betrieben werden.

Wie wirksam das Gesetz sein wird, ist nicht klar. Die entscheidenden Details müssen in einer Rechtsverordnung geregelt werden, vor allem, in welchen Vierteln das Verbot gelten soll, heißt es aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dagegen kann geklagt werden. 2002 hatte das Oberverwaltungsgericht die bis dahin bestehende Zweckentfremdungsverordnung gekippt – die Richter sahen keinen Mangel an Wohnraum. Das könnte diesmal anders sein. In Hamburg und München gibt es das Zweckentfremdungsverbot noch. Dort sind die Probleme mit den Ferienwohnungen aber lange nicht so groß wie in Berlin, vielleicht auch weil die Behörden rechtzeitig eingegriffen haben.

Abschreckende Beispiele

Kirchner will in seinem Kiez kleine und billige Wohnungen erhalten, um eine Mischung aus älteren Bewohnern, jungen Familien und Studenten zu bewahren. Bei dem Thema redet er sich in Rage: „1990 gab es quasi keine Eigentumswohnungen in diesem Gebiet. Jetzt sind wir bei 25 Prozent.“ In ganz Europa seien Berliner Wohnungen als Geldanlage beliebt.

Hinzu kommt, dass die Einwohnerzahl Berlins nach jüngster Prognose durch Zuwanderung von 3,5 Millionen bis zum Jahr 2030 auf 3,75 Millionen wachsen wird. Ein Plus von 250 000 Menschen. In den Innenstadtbezirken sind die Mieten schon in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Abschreckende Beispiele sind München oder Barcelona, wo selbst Akademikerfamilien mit ordentlichem Einkommen in den Innenstädten keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden.

Kirchner gibt zu, dass einige Stadtteile bereits verloren sind. „Am Kollwitzplatz ist es gelaufen. Hier rund um die Kopenhagener Straße sind wir auch etwas zu spät.“ Er sieht sich um: „Wir hätten schon vor fünf Jahren etwas machen müssen. Aber damals sah keiner eine Wohnungsnot.“

„Man muss das einfach probieren“

Er blickt nach Norden, stadtauswärts: „Aber für Pankow City kommen wir gerade rechtzeitig.“ Der Ortskern von Pankow liegt außerhalb des S-Bahnrings, gut sieben Kilometer nördlich vom Alexanderplatz. Innenstadt ist etwas anderes.

Das Beispiel von T&C Apartments zeigt Kirchners Grenzen. Die Firma vermietet in ganz Berlin mehr als 100 Wohnungen. Die Eigentümer sitzen in Oldenburg, weit weg. Für den Bezirk Pankow war auch der Geschäftsführer zunächst nicht zu sprechen. Im Urlaub, hieß es.

Kirchner weiß schon jetzt, was passiert, wenn er die Ferienwohnungen schließen lassen will, weil sie nicht in sein „soziales Erhaltungsgebiet“ passen. „Die werden Widerspruch einlegen, da machen wir uns keine Illusionen. Und was bestehende Wohnungen angeht – das wird ein sehr langer Prozess.“ Von endlosen Gerichtsverfahren will er sich aber nicht aufhalten
lassen: „Man muss das einfach probieren. Wir gehen jetzt Schritt für Schritt vor. So.“

Die Vermieter

Das Büro nahe dem Kurfürstendamm in Charlottenburg ist klein. In zwei Zimmern stehen dicht gedrängt Ordner und Bildschirme, an der Wand hängt ein großes Brett mit zahllosen Schlüsseln. Dorit und Rudolf Kollek, 45 und 60 Jahre alt, sind stolz darauf, dass sie Berlins größte Ferienwohnung vermieten. Ihr Portal heißt tolle-wohnungen.de.

Mehr als 20 Appartements bieten die Kolleks an, die meisten im alten Westteil der Hauptstadt. Rudolf Kollek ähnelt mit grauen Haaren und kurzem Bart einer korpulenten Ausgabe des Schauspielers Donald Sutherland. Vor sechs Jahren hätten sie den Betrieb übernommen, erzählt er. Die Wohnungen mieten sie von Hausbesitzern, oft größeren Investorengesellschaften, und vermieten sie weiter. Von der Differenz leben sie.

Holzdielen, große Fenster, Einbauküche und Flachbildfernseher sind Standard der modernen Ferienwohnungen in Berlin. Bei den Kolleks buchen neben Touristen, Familien und Messebesuchern, die drei bis vier Tage bleiben, auch viele Firmen. Die Deutsche Bahn reserviert für ihre Lokführer-Lehrlinge regelmäßig größere Kontingente, berichtet Kollek. Der Sender Pro Sieben schickt Volontäre in die Unterkünfte.

„Tausend Seiten mit solchen Wohnungen“

Die größte Wohnung der Kolleks liegt in Berlin-Mitte, nicht weit von der Friedrichstraße. 250 Quadratmeter, 8 Schlafzimmer, 2 Duschen, 3 Toiletten und Platz für 18 Menschen. Eine Übernachtung kostet zwischen 300 und 460 Euro, abhängig von der Zahl der Gäste.
Schülergruppen und Vereine buchen so etwas gerne.

Reich werde man als Vermieter aber nicht, beteuert das Ehepaar und zählt die Ausgaben auf: Putzen, Bettwäsche, Handwerker, Steuern, Rundfunkgebühren, die IHK-Zwangsabgabe. Viel Geld wollen auch die Internetportale, ohne die heutzutage nichts läuft. Wer seine Anzeigen bei Google, berlin.de, Fewo-direkt oder HRS prominent platzieren will, muss zahlen.

Im Winter stehen die Wohnungen oft leer, die grauen Monate November und Februar laufen am schlechtesten. Die meisten Anfragen gehen für Silvester und den Berlin-Marathon im September ein.

Die Branche habe sich stark verändert, klagt Kollek. „Als wir anfingen, war der Markt noch übersichtlich. Inzwischen weiß ich gar nicht, wie viel tausend Seiten es alleine in Berlin gibt mit solchen Wohnungen.“ Wie in vielen Bereichen fachte das Internet den Boom an.
Der Kontakt zwischen Vermietern und Mietern kommt über aktuelle Fotos und den schnellen Austausch per Mail einfacher zustande als über kleine Zeitungsannoncen wie früher.

Unseriöse Konkurrenz

Die momentane Debatte verstehen die beiden Vermieter nicht. „Berlin lebt zum großen Teil vom Tourismus. Und wir brauchen alles: Fünf-Sterne-Hotels, Zwölf-Bett-Zimmer und eben Wohnungen“, sagt Rudolf Kollek. Er schwankt zwischen Beunruhigung und Zuversicht.
„Wenn die Politik jetzt gegen Firmen vorgeht, die das schon Jahrzehnte machen, das geht nicht. Das verstößt ja gegen das Grundgesetz. Aber bis da ernsthaft etwas passiert, da sind wir doch längst in Rente.“

Stadtrat Kirchner aus dem Nordosten Berlins ist ihnen ein Begriff. „Ich finde, Pankow überzieht. Wir haben ein Interview im Radio gehört. Die wollen ja bald auch keine Kneipen mehr erlauben“, empört sich Renate Kollek. Auch die Probleme der Hotelbranche verstehe sie nicht. „Leute, die in eine Ferienwohnung gehen, die wollen den Service eines Hotels nicht. Die wollen sich in ihrem Unterhemd an den Frühstückstisch setzen und abends ihren Wein aus dem Kühlschrank holen.“

Sorgen machen die Kolleks sich um unseriöse Konkurrenz. „Der Wildwuchs ist schwierig. Heute kann jeder nebenbei eine Wohnung mieten und sie schwarz über das Internet an Touristen weiter vermieten. Die zahlen keine Steuern, keiner kontrolliert das und sie kassieren alles in ihre Tasche.“

Die Mieter

Philip und Eric nicken eifrig mit den Köpfen, aber so ganz folgen können sie nicht. Das liegt weniger an Verständigungsproblemen als am Thema. Der 29-Jährige Philip und sein 32 Jahre alter Freund kommen als Touristen aus Paris und sitzen im französischen Restaurant „Les Valseuses“ nahe dem Mauerpark in Prenzlauer Berg. Acht Holztische stehen verteilt in dem kleinen Raum, die Köche hantieren wie derzeit in Mode in einer nur durch eine Glasscheibe abgetrennten, offenen Küche.

Die beiden Männer tragen kurze Haare, Bartstoppeln, enge Pullover und Turnschuhe. Großstadtschick, in Paris nicht viel anders als in den angesagten Ecken Berlins. Vor ihnen stehen zwei Steaks und eine Flasche Rotwein.

„Wir kommen immer her, wenn wir uns entspannen und erholen wollen“, erzählt Philip. „Berlin ist nicht so laut und anstrengend wie Paris.“ Und so günstig sei die deutsche Hauptstadt. Das ist neben den billigen Flügen ein Grund für die vielen Besucher aus Frankreich, Italien, Spanien oder Amerika. Bier, Essen und der Clubeintritt kosten nur halb so viel wie in Paris oder New York.

Für Zimmermieten und Hotels gilt das gleiche. Zusammen zahlen die beiden 200 Euro für vier Übernachtungen.“Für ein paar Tage ist so eine Ferienwohnung perfekt“, meint der junge Mann.

Die Aufregung um steigende Mieten versteht das Paar nicht so recht. Nach allem, was er von Freunden höre, sei Berlin immer noch eine Stadt mit niedrigen Mieten, sagt Philipp. Paris sei das andere Extrem. Die Innenstadt gehöre nur noch „Millionären und Touristen“. Er grinst. Das dürfe hier in Berlin aber nicht passieren, dann wäre der Reiz verflogen. „Aber bis dahin ist es doch ein langer Weg. Und den begleiten wir gerne mit.“

4 Kommentare
  • sicherlich 29. Dezember 2013 08:39

    Bin Ferienwohnungvermieter. Nicht, um mehr zu verdienen, sondern weil ich so etwa eimal die Woche Zutritt zu meinen Immobilien habe. Und kein Tourist malt unqualifiziert an meinen Türen und Wänden rum, bohrt Löcher usw.

    Und dich kann selber lüften, was vielen Mietern wohl schwer fällt.

    Jetzt macht mich diese angeblich soziale aber asoziale Politik zum dritten Mla in meinem Leben arbeitslos.

    1. als Handwerksmeister 2. als ich eine Karaokebar hatte, kam wegen des Rauchverbots keiner mehr und jetzt als Vermieter.

  • Paladino 17. Dezember 2013 17:24

    Zu den beiden anderen Postings:

    In Hamburg regiert die SPD…. deren staedtbaupolitischer Sprecher hat sich das sogenannte Wohnraumschutzgesetz in Hmaburg ausgedacht.

    Weil naemlich angeblich „bezahlbarer“ Wohnraum fehlt. Und weil „bezahlbarer“ Wohnraum fehlt, darf auch selbst ein Schloss, eine super ausgestattete 150 qm Wohnung mit allen Schikanen nicht an Touristen als Ferienwohnung vermietet werden.

    Jedoch ist dieses Schloss im Beispiel doch gar nicht „bezahlbarer“ Wohnraum.

    Zeitgleich zum Beschluss des Wohnraumschutzgesetzes sagte der SPD Sprecher in den Medien:

    „Wir wollen Finanzinvestoren aus der Stadt fernhalten“ ( Dirk Kienscherf, SPD)

    Ja, wer sonst soll denn die fehlenden Wohnungen bauen??

  • Gaby Wondratisch 13. Dezember 2013 13:44

    Glosse:

    Sie verdienen gut und moechten ein zweites Auto anschaffen fuer Ihre Frau oder sich ?

    Gratuliere, aber kennen Sie das Hamburger „Autoschutzgesetz“?

    Stellen Sie sich vor, die Stadt Hamburg fordert von Ihnen, Ihr zweites Auto zu gesetzlich festgelegter Hoechstmiete an fremde Menschen zu vermieten.Bleibt der Mieter Ihres Autos bis zu 2 Monatsmieten im Rueckstand, duerfen Sie nicht Ihr Auto zurueckfordern.

    Wenn Sie sich weigern Ihren Zweitwagen zu vermieten, dann droht die Stadt Hamburg Ihnen mit Bussgeld bis zu 50 000 Euro.innerhalb von 2 Wochen muessen Sie der Stadt Hamburg einen Mietvertrag ueber Ihr Zweitauto vorzulegen.Ebenso wird Ihnen vorgeschrieben, dass der Mietvertrag fuer Ihr Zweitauto fuer mindestens 6 Monate abgeschlossen sein muss. Was fuer Sie bedeutet, dass Sie fuer diese Zeit nicht mehr ueber Ihr 2. Auto verfuegen koennen.Und wie Sie es wohl zureck erhalten?

    Die Stadt Hamburg das Recht,einen Zwangsverwalter fuer Ihr Auto einzusetzen. Natuerlich erhalten Sie die Miete nach Abzug der Kosten fuer den Zwangsverwalter.Es kann sein, dass der Zwangsverwalter Sie mehr kostet, als die Automiete einbringt – dann muessen Sie kraft Hamburger Gesetzen halt Verlust machen.

    Sie denken sicher: Dann melde ich das Zweitauto halt auf den Namen meiner Frau an. Jedoch wuerde dann die Stadt Hamburg Ihnen mitteilen, das sei nur ein Scheinvertrag und da sie verheiratet sind, muessen Sie sich das erste Auto teilen.

    Es sei asozial, dass Sie zwei Autos haben, waehrend andere keines haben.

    Sie entgegnen vielleicht, das Grundgesetz schuetze Ihr Eigentum. Dann verweist Sie die Stadt Hamburg auf das „Autoschutzgesetz“, in welchem genau dieses Grundrecht fuer Sie eingeschraenkt ist.

    Um die Sache komplett zu machen, hat die Stadt Hamburg auch das Recht, Ihr Auto jederzeit und unangemeldet zu durchsuchen, den jeweils angetroffenen Fahrer,Beifahrer und Passanten zu befragen.Und diese sind gesetzlich auch verpflichtet, Auskunft zu geben.

    Ach, dann lass ich mein Zweitauto einfach ungenutzt rumstehen, denken Sie ? Nein, auch das ist Ihnen in Hamburg gesetzlich verboten. Ihr Auto muss vermietet werden.

    Und verschrotten duerfen Sie es auch nicht, steht im „Autoschutzgesetz“

    Ihre Nachbarn und Freunde, Arbeitskollegen werden von der Stadt Hamburg, den „Autoschutzvereinen“ und Parteien, auch der CDU-Fraktion Hamburg-Mitte, aufgefordert, Sie anonym bei der Stadt Hamburg anzuzeigen, falls Sie IHr Zweitauto „auffaellig“ nutzen.

    Diese Geschichte ist wahr, Sie muessen nur statt Auto das Wort Wohnung einsetzen.

    In Hamburg duerfen Wohnungen nicht kuerzer als fuer 6 Monate vermietet werden. Sie duerfen mit Ihrer Frau nicht zwei Wohnungen bewohnen, Sie duerfen Ihre Zweitwohnung auch nicht leerstehen lassen.Sie duerfen in Hamburg aufgrund des sogenannten Wohnraumschutzgesetzes auch keine Ferienwohnung vermieten, mieten, keine Werbung dafuer machen.

    Wuerden Sie bei solchen Gesetzen ein zweites Auto oder eine zweite Immobilie in Hamburg erwerben ?

    Sie haben jetzt auch die Antwort darauf, warum in Hamburg es an Wohnungen fehlt. Ein „Autoschutzgesetz“ waere der Ruin der Autoindustrie, und das sozialistische Wohnraumschutzgesetz in Hamburg ist der Ruin fuer den Wohnungsmarkt in Hamburg.

    Irre, bedenkt man, dass ja gerade Wohnraum durch das Gesetz geschuetzt werden soll, tatsaechlich wird der Wohnungsneubau zum Erliegen gebracht – zu Tode geschuetzt.

  • Mahler 6. Dezember 2013 12:53

    Guten Tag,

    Ich vermiete Ferienwohnungen in Hamburg.

    In dieser Stadt ist die SPD noch weiter gegangen mit totalitären Gesetzen:

    – der Versuch, eine Fewo zu vermieten ist bereits strafbar
    – der Versuch, Werbung für Fewos zu betreiben ist bereits strafbar

    Auch das Grundgesetz, die Unverletzlichkeit der Wohnung ist für Vermieter eingeschränkt, damit Beamte im Verdachtsfall „jederzeit und unangemeldet“ verdächtige Wohnungen kontrollieren können. Verdaechtigte Vermietern haben damit weniger Rechte als Kriminelle.Auch droht Vermietern die Zwangsverwaltung.

    Zahlreiche Infos finden Sie auf http://www.hamburg-wohnung.info

    Das neue „Hamburgische Wohnraumschutzgesetz“ (Ursprungsjahr 1938, damals gab es ja zahlreiche „Schutz“-Gesetze) wurde am 21.5.2013 von der Bürgerschaft beschlossen.

    Am 23.7.2013 musste der Hamburger Senat auf die Anfrage des FDP-Abgeordneten Duwe mitteilen, dass den Behörden insgesamt aber nur 166 zwecckentfremdete Wohnungen bekannt sind.

    Ein weiteres Verbotsgesetz für gerade einmal 166 Wohnungen – wie finden Sie das?

    Aber warum vermiete ich Ferienwohnungen? Weil ich nach etwa 1 Woche wieder Zutritt zu meinem Eigentum habe, weil Touristen nicht Löcher bohren oder Wände, Türen unqualifiziert mit minderwertiger Farbe verschandeln.

    Und weil ich zwischendruch mal lüften kann, die Rolläden hochziehen oder Licht ausmachen kann. Denn Vorgenanntes machen Langzeitmieter meist nicht, das habe ich lernen müssen: Erst nicht lüften – dann die Miete kürzen, weil Schimmel.

    Auch vermiete ich Ferienwohnungen, weil meine Gäste fast alle Familien mit Kindern sind und es Spass macht. Wer konnte denn je in einem Hotelzimmer Kakao für Kinder warm machen, oder Alete? Und macht man eine Städtetour mit Kinder, so sollen die Kinder abends doch Platz haben, bei mir können sie auch im Garten schaukeln usw. Geht das in irgendeinen Hotel?

    Meine Gäste kämen aber gar nicht nach Hamburg, wenn sie mit ihrem Nachwuchs in kleinen,teuren Hotelzimmern dahin vegetieren müssten und der Stadt ginge viel Kaufkraft verloren.

    Zum Thema Steuer:
    Da mir die Stadt, genauer gesagt wildgewordene Politiker, das Vermieten meines Eigentums verbieten, erspare ich die Mwst auf die Miete, ferner die Gewerbesteuer, ferner die GEMA-Gebühren sowie die Hamburger Bettensteuer, auf welche übrigens sogar auch noch MWST erhoben wird (Steuer auf Steuer,gut nicht wahr?)

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