Leben Chefstyler Jan Delay auf Deutschlandtour

Was soll das heißen - für die Disko sind Sie zu alt: Disko No.1 ist für alle da. Wenn dann auch noch Soulbrother Jan Delay einlädt, bleibt keine Achselhöhle trocken. Bis 5. Februar haben Sie noch einmal Gelegenheit die erfolgreiche "Bahnhof-Soul-Tour" des Hamburger Rappers live zu erleben.

Bei seinen Konzerten versetzte er bis zu 15.000 Zuschauer in Ekstase. Das gleiche gelang ihm mit 85.000 Festivalbesuchern bei Rock am Ring.

Alleine das Styling der Band macht schon gute Laune: Ein Haufen exzellenter Funk- und Soulmusiker die in ihren bunten Anzügen, wie schwarze Vorstadt-Gigolos über die Bühne grooven. Und die Backgrounddamen sehen nicht nur extrem sexy aus, sondern klingen auch so.

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Nicht umsonst wurde Jan Philipp Eißfeldt – so heißt Delay bürgerlich – von seinen Fans der Ehrentitel „Chefstyler“ verliehen. Er vertauschte seine XXL-Rapper-Schlapper-Klamotten gegen maßgefertigte Anzüge. Und lässt mittlerweile das Outfit seiner gesamten Truppe beim hippen Hamburger Modelabel Herr von Eden schneidern.

Delays wichtigstes Markenzeichen bleibt aber nach wie vor seine Stimme: Das etwas nasal wirkende Organ klinge – so schrieb einmal ein Rezensent – wie „Udo Lindenberg, der eine Maultrommel und eine Ente verschluckt“ habe. Das war natürlich nicht böse gemeint – für Delays hanseatische Mixtur aus Rap, Soul, Funk, Reggae und Pop passt dieses Genäsel perfekt.

Nur schade dass man seine Texte selten auf Anhieb versteht. Der Mann mit dem Pork-Pie-Hat begreift sich auch als politischer Denker. In „Ich möchte nicht dass Ihr meine Lieder singt“, heißt es: „Ich möchte mich nicht in Köpfen befinden zusammen mit Gedanken, die unter Einfluss vom Axel-Springer-Verlag entstanden!“

Diese und ähnliche Zeilen aus dem Delay’schen Oeuvre kennt in Deutschland mittlerweile fast jedes Kind. „Nenn meine Mudder eine miese Schlampe. Besitze keine Energiesparlampe. Oh Jonny! Hast du kein Gewissen. Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen.“ Das sind Sätze, die bei seinen Auftritten der ganze Saal mitsingt.

Bewegen kann sich der früher etwas hüftlahm wirkende Chefstyler mittlerweile richtig gut: Im Publikum werden seine Schwünge und Ausfallschritte sogar akribisch kopiert. Dass er das komplette Konzert durch choreografiert hat, war in seinem Fall die absolut richtige Entscheidung.

Irgendwie hat der Sänger, der früher auch unter dem Namen Eizi Eiz aufgetreten ist, im Moment ein Händchen dafür, immer genau das Richtige zu tun. Die Zeiten in denen er sein VWL-Studium schon nach drei Tagen an den Nagel hängte, sind längst vergessen. Als er die Musik zu Fatih Akins „Soul Kitchen“ beisteuerte, brachte er den renommierten Regisseur sogar dazu den Film wegen eines „dramaturgischen Lochs“ umzuschneiden.

Eigentlich hat Delay den „Bahnhof Soul“ schon hinter sich gelassen. Auf seiner Homepage schreibt er: „Ich will endlich neue Mukke machen“. Also – die letzte Chance nutzen und nix wie hin!

Infos: www.jandelay.de

Termine:
21.1. Düsseldorf
22.1. Lingen
24.1. Offenbach
25.1. Göttingen
26.1. Oldenburg
5.2. A-Innsbruck

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