Leben Das Luxusproblem des FC Aue

Beim FC Erzgebirge Aue geht die Angst um. Der Verein ist so erfolgreich, dass er in die 1. Bundesliga aufzusteigen droht. Die heutigen Förderer des Vereins – 200 mittelständische Unternehmen – fürchten um ihren inoffiziellen Businessklub.

Jubel im Erzgebirge: In einem Nachholspiel besiegt FC Aue den FSV Frankfurt mit 3:1. So sicherten sich die „Veilchen“ am Dienstag rückwirkend die Herbstmeisterschaft in der 2. Fußballbundesliga. Damit spielt der Verein weiter um den Aufstieg in die 1. Liga mit. Das ist schon jetzt ein beachtlicher Erfolg, zumal die Elf in den lila Trikots in der vergangenen Saison noch drittklassig spielte. Doch längst nicht allen in der 17.5000 Einwohner-Stadt ist dieser Erfolg recht.

200 mittelständische Unternehmen bilden einen Förderkreis aus regionalen Sponsoren, die den FC Aue unterstützen. Markus Löffler, Geschäftsführer des Bauunternehmens Phönix-Bau, weiß aus der täglichen Arbeit, was so ein Klub wert ist. Die meisten Gesprächspartner in der Baubranche sind männlich, da ist der Fußball „ein wunderbarer Eisbrecher“, sagt der Ingenieur, „man kann ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, also redet man erst einmal über den FC Erzgebirge Aue“.

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Bis zu 125.000 Euro kostet die Stadt der Zweitligabetrieb, für Parkplatzbewachung und Reparaturen. Etwa doppelt so viel wirft der Fußball jährlich ab. „Die Zweite Bundesliga“, sagt Bäckermeister und Sponsor Frank Schellenberger, „ist maßgeschneidert für uns.“

Es gibt nur ein Problem: Die Mannschaft spielt zu gut. Schon in der Hinrunde musste der Verein viel mehr Siegprämien an seine Spieler auszahlen, als er vor der Saison kalkuliert hatte. Und wenn es so weiterläuft, droht am Ende noch der Aufstieg in die Erste Liga. Ohne große Geldgeber ist das nicht möglich. „Die nehmen sich dann die schönen Plätze“, fürchtet Schellenberger, „und wenn es in die Hose geht, sind wir wieder gut genug.“

Warum der FC Erzgebirge Aue ohne mittelständische Förderer vor 20 Jahren beinahe Pleite gegangen wäre und wie Sponsoren und Verein voneinander profitieren, zeigt die Reportage in der impulse-Ausgabe 2/2011.

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