Leben Datenpanne bei Online-Kartenverkauf für Wagner-Festspiele

Erstmals haben die Bayreuther Festspiele einen Teil der begehrten Opernkarten im Internet angeboten. Bei der Premiere ging aber einiges schief: Eine Datenpanne machte persönliche Kundendaten öffentlich. Möglicherweise war der Ansturm einfach zu groß.

Eine schwere Datenpanne bei den Bayreuther Festspielen sorgt für Wirbel. Zum ersten Mal hatten die Festspiele einen Teil der begehrten Karten zum Online-Kauf angeboten – doch dabei ging einiges schief.

Kunden konnten plötzlich persönliche Daten anderer Nutzer einsehen. „Meines Erachtens nach handelt es sich hierbei um eine erhebliche Verletzung des Datenschutzes, die unverzüglicher Untersuchung und Prüfung bedarf“, sagte die Bayreuther Landtagsabgeordnete Ulrike Gote am Donnerstag.

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Was zu der Panne führte, ist nach Angaben von Festspiel-Sprecher Peter Emmerich noch unklar. IT-Experten untersuchten die Sache. „Im Moment kann man noch gar nichts sagen.“ Eine mögliche Ursache ist aber der ungeheure Ansturm auf die erstmals im Netz zu kaufenden Karten. Nach Angaben Emmerichs zählte die Homepage allein in den ersten Sekunden nach dem Startschuss für den Verkauf am vergangenen Sonntag um 18.00 Uhr rund 150.000 Seitenaufrufe. „Die Sache war praktisch in den ersten paar Sekunden ausverkauft.“

Großes Interesse am Online-Verkauf

Insgesamt hätten sich zwei Millionen Interessenten auf der Seite befunden – bei rund fünf Millionen Klicks. „Damit hat echt keiner gerechnet.“ Dass das Interesse groß sein würde, sei zwar klar gewesen – „aber nicht in dieser Größenordnung“.

Normalerweise müssen Wagner-Fans oft jahrelang warten, bis sie ein Ticket für die Bayreuther Festspiele in Händen halten. Der Online-Verkauf von Karten für rund ein Drittel der Aufführungen im kommenden Jahr ist darum eine kleine Revolution. Wer sich im Internet anmeldete, konnte seinen Warenkorb nach Angaben Emmerichs mit bis zu 14 Karten für elf Aufführungen bestücken. Dabei war auch ein kompletter Zyklus des vierteiligen „Ring des Nibelungen“ in der umstrittenen Inszenierung von Frank Castorf. Die Rechnung wird per Online-Bezahlsystem beglichen, die Tickets ausgedruckt.

Bisher: Wartezeiten von bis zu sieben Jahren

Jeder habe dabei die gleichen Chancen auf Karten, erläuterte Emmerich, nachdem das Bayreuther Vergabesystem in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert worden war. Zudem richte sich das Angebot auch an internationale Gäste, die dann im Internet ihre Tickets kaufen könnten.

Bislang mussten Karten für die Bayreuther Festspiele vorbestellt werden, die Wagner-Fans mussten sich wegen des großen Interesses auf Wartezeiten von bis zu sieben Jahren einrichten.

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