Leben Der Klang der Heimat

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Reiselautsprecher von Lowdi

Reiselautsprecher von Lowdi© Lowdi

Kolumnist Georg Dahm hat Spaß an Technik. Jeden Monat stellt er neue Geräte vor, die das Leben leichter machen – und vom Arbeitsalltag ablenken. Dieses Mal: Reiselautsprecher für Smartphones.

Es mag ein Einzelschicksal sein, aber wenn ich auf Dienstreisen ins Hotelzimmer komme nach zu vielen Stunden mit zu vielen Worten, ist meine Seele desorientiert wie ein verschütteter Stollenarbeiter, der gerade ans Tageslicht gehievt wurde. Dann brauche ich eine Musiktherapie.

Hier fangen die Probleme an: Kein Smartphone-Lautsprecher gibt Tocotronics „Die Folter endet nie“ in der gebotenen Bombastik wieder. Und zur Kopfhörerlösung nur so viel: Meine Versuche, das iPhone für meine Zimmerwanderungen im Unterhosenbund zu fixieren, endeten äußerst würdelos.

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Neuerdings marodiere ich daher mit einer kleinen Alubox umher, die auf jeder Ablage Platz findet, kabellos Musik abspielt und Anrufe entgegennimmt vom Smartphone, das gerade an der Steckdose lädt. Der winzige Reiselautsprecher Foxl des Audiopioniers Sound Matters hat mittlerweile ein ganzes Rudel von Artverwandten, wie das Original mit Bluetooth und Freisprecheinrichtung.

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Hänfling Der kleine Lowdi kann fast das Gleiche wie die großen Kinder, hat aber das schwächere Stimmchen. Ab 129 Euro, www.lowdi.com Feingeist Die Lautsprecher von Braven – hier das edle Modell 650 – dienen über ihren USB-Port auch als Stromreserve für das Smartphone. Ab 177 Euro, www.braven.eu Dickschiff Jawbones bombastische Big Jambox taugt eher für den Kabinen-Trolley als für die Aktentasche. Ab 250 Euro, z. B. über www.redcoon.de

Das französische Designprodukt Lowdi ist sympathisch gestaltet: Von der Website bis zum beiliegenden Neoprentäschchen stimmen alle Details. Optisch jedenfalls. Die Akustik ist in Ordnung, aber etwas angestrengt. Nun werben alle Miniboxenbauer mit einem unglaublichen Klang. Alles Käse: Taschenboxen klingen wie Taschenboxen – und dem Lowdi hört man die kleinen Membranen eben deutlicher an.

Ausgereifter klingen die Boxen von Braven, vor allem, wenn sie auf einem massiven Tisch stehen. Der Braven 650 hat von den Arctic Monkeys bis zu Miles Davis alles sauber verdaut, das Outdoor-Modell 625s hinkte ein Fitzelchen hinterher. Wem der Wumms nicht reicht, der kann mehrere Boxen koppeln.

Aus Sicht der Big Jambox ein Ringelpiez von Zwergen, die man im Vorbeigehen zertrampelt. Der XXL-Nachfolger der erfolgreichen Jambox ist die Panzerhaubitze unter den Mobilboxen, hat einen Bass wie Barry White und eine Bluetooth-Verbindung wie eine Ankerkette. Gut, manche Feinheiten veröden in der Schallkulisse. Aber wenn die Seele „Apokalypse now!“ ruft, antwortet Big Jambox mit einem Walkürenritt.

 

cover_110 Aus dem impulse-Magazin 06/2013
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