Leben Direktere Flugrouten sollen Reisezeit verkürzen

Flugzeug, Air-Berlin, Lufthansa

Ein Flugzeug am nahezu wolkenlosen Himmel.© Mirpic - Fotolia.com

Europas Luftraum ist zersplittert, was unnötige Umwege und Kosten verursacht. Zumindest am Himmel über Zentraleuropa soll nun ein wenig aufgeräumt werden. Die Flugsicherungen präsentierten dafür nun einen konkreten Plan.

Im zentraleuropäischen Luftraum soll es künftig direktere Flugrouten geben. Einen entsprechenden Vorschlag der sieben beteiligten Flugsicherungen im Luftraum „FABEC“ (Functional Airspace Block Europe Central) kündigte der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, am Dienstag in Langen bei Frankfurt an. Dabei gehe es unter anderem um Kooperationsprojekte, für die man am 14. Oktober den Regierungen in Brüssel Lösungen präsentieren werde, die auch an anderen Stellen beispielhaft sein könnten.

Dazu gehört unter anderem ein von Deutschen, Franzosen und Amerikanern gemeinsam genutztes militärisches Übungsgebiet im deutsch-französischen Grenzgebiet, das mehrere andere, bislang für den zivilen Luftverkehr gesperrte Lufträume ersetzen und freimachen soll. Am schwierigsten seien Verhandlungen für den Luftraum über Belgien gewesen, weil Belgocontrol nach den neuen Planungen hunderte Flüge weniger koordinieren müsste als bislang. „Entsprechende Einnahmeverluste der Belgier oder anderer Betroffener sollen über ein eigens entwickeltes System ausgeglichen werden“, erläuterte Scheurle.

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Direktere Routen bedeuten für die zivilen Fracht- und Passgiermaschinen kürzere Flugzeiten und damit einen geringeren Spritverbrauch. Der angestrebte einheitliche Luftraum über Europa (Single European Sky) kommt nach Meinung insbesondere der Fluggesellschaften aber nicht schnell genug voran.

28 Flugsicherungen innerhalb der EU

Derzeit gibt es in der EU 28 Flugsicherungen, die in neun Luftraumblöcken zusammenarbeiten. FABEC ist darunter der verkehrsreichste und wegen der zahlreichen Drehkreuze in seinem Gebiet der komplexeste. Beteiligt sind die Flugsicherungen Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz und der Benelux-Staaten sowie die internationale Eurocontrol aus Maastricht.

Vorerst keine engere Kooperation wird es dem DFS-Chef zufolge mit der britischen Flugsicherung NATS geben, an der die DFS einen Minderheitenanteil erwerben wollte. „Die Fluggesellschaften als bisherige Eigentümer waren nicht bereit, uns einen ausreichenden Einfluss auf das operative Geschäft einzuräumen“, sagte Scheuerle. Das DFS-Angebot stehe zwar noch, er rechne aber nicht mehr mit einer Annahme seitens der Eigentümer. Auch im Verwaltungsrat der NATS wäre eine angemessene Vertretung der DFS nicht gesichert gewesen. Für eine reine Finanzbeteiligung seien die Risiken aber zu groß gewesen.

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