Leben E-Book-Reader für Rückenfreunde

  • Serie
E-Book-Reader Kobo Glo

E-Book-Reader Kobo Glo© Skizzomat/Unternehmen

Kolumnist Georg Dahm hat Spaß an Technik. Jeden Monat stellt er neue Geräte vor, die das Leben leichter machen – und vom Arbeitsalltag ablenken. Dieses Mal: E-Book-Reader.

Liest meine Buchhändlerin impulse? Falls ja: Frau Krawehl, es tut mir leid. Wirklich gern trete ich aus Ihrem Laden auf die Straße, beladen mit dem bestellten Buchgeschenk, diesem neuen Vietnamkriegsroman und dem Werk über französische Landküche (allein wegen des Rezepts für Kalbsfußsalat musste ich das kaufen). Aber, Frau Krawehl, Sie sind mir keine Hilfe, wenn ich meinen Rucksack über die Alpen schleppe und bei jedem Schritt gelobe, nie wieder 1,4 Kilo Papier auf die Bandscheiben zu laden. So liegen nun drei E-Book-Reader vor mir. Tradition versus 194 Gramm Durchschnittsgewicht, Buchkauf per WLAN und: Bildschirmbeleuchtung! Endlich erlöst von unbrauchbaren Nachttischlampen.

Freudige Erkenntnis Nummer eins: Im Straßencafé erwies sich der E-Paper-Bildschirm von Amazons Kindle Paperwhite als ebenso augenfreundlich wie der des Kobo Glo und des Tolino Shine. Auch im Lampenschein des Sofatests überzeugte die Papieranmutung.

Anzeige
unternehmerspielzeug_tolino-shine unternehmerspielzeug_kobo-glo unternehmerspielzeug_kindle-paperwhite
Günstig Auf dem Tolino Shine, Kampfpreisangebot der Buchhandelsketten, lässt sich gut lesen. Die Handhabung ist bei der Konkurrenz besser. Ab 99 Euro, www.tolino.de Ausgewogen Der Kobo Glo überzeugt mit dem besten Bildschirm im Test – nur die Suchfunktion des Online-Bookstores ist eine Frechheit. Ab 125 Euro, www.kobobooks.de Klassisch Beim Kindle Paperwhite spürt man Amazons lange E-Reader-Erfahrung. Der Preis: Mit jedem Kauf kettet man sich an die Plattform. Ab 129 Euro, www.amazon.de

Freudige Erkenntnis Nummer zwei: Die neue Gerätegeneration hat allerlei Kinderkrankheiten abgelegt. Die Touchscreen-Steuerung funktioniert recht unfallfrei, beim Umblättern stören keine schwarzen Pausen mehr. Der Tolino braucht allerdings etwas zu lange für den Seitenwechsel. Überhaupt hinkt er der Konkurrenz hinterher: Anders als bei Kobo und Kindle lassen sich keine Passagen anstreichen, Notizen machen und Wörter nachschlagen. Welches Buchsortiment online verfügbar ist, hängt davon ab, bei welcher Handelskette man den Tolino kauft, aber dank USB- und SD-Karten-Anschluss können E-Books von anderen Plattformen aufgespielt werden, die Bücher im E-Pub-Format anbieten. Auch der Kobo lässt sich so mit Titeln beladen, die in seinem – gut sortierten – Onlinestore fehlen.

Der Kindle beschränkt sich auf Amazons E-Book-Angebot, das allerdings in Sortiment und Darbietung außer Konkurrenz spielt. Als einzige Plattform bietet er Zeitungen, die in ihrer Darbietung aber nur Notbehelf sind.

Überhaupt müssen E-Book-Leser Kompromisse eingehen: Der Zeilenumbruch ist nicht immer gelungen, und Illustrationen sehen aus wie kopiert. Doch meine Bandscheiben finden das okay und haben auch kein Problem damit, dass ich die Seiten nicht zwischen den Fingern zerrinnen fühle. Sei’s drum. Zu Hause warten ja schöne Bilder vom Kalbsfußsalat.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...