Leben Ein Knall und viele Splitter: Diebe sprengen Geldautomaten

Die Tastatur eines Geldautomaten.

Die Tastatur eines Geldautomaten.© Design_5D-Fotolia.com

Sie haben es auf das Geld in den Bankautomaten abgesehen: Erst kürzlich sprengten Unbekannte zwei Geräte in Berlin in die Luft. Auch bundesweit sind Kriminelle mit dieser Methode auf Beutezug.

Die Glasscheiben sind zerborsten, Trümmer liegen weit verstreut auf dem Gehweg. Ein Ermittler hält eine Tastatur zum Eintippen von Geheimzahlen in den Händen. Geld können Bankkunden hier in Berlin-Kreuzberg vorerst nicht mehr abheben: Unbekannte haben zwei Geldautomaten in dieser Filiale der Deutschen Bank gesprengt. Das war am Sonntagmorgen – und kein Einzelfall in der Hauptstadt. Auch bundesweit kommt es immer wieder zu den rabiaten Taten.

Allein in Berlin sprengten Diebe in diesem Jahr laut Polizei schon 13 Automaten – beziehungsweise versuchten, auf diese Weise an Beute zu gelangen. „Ein Zusammenhang der Taten wird geprüft“, sagt ein Sprecher. Bundesweit gab es laut Bundeskriminalamt (BKA) im gesamten vergangenen Jahr 9 Sprengungen und 17 Versuche. Für 2010 weist die Statistik sogar 31 Taten und 49 erfolglose Sprengungen auf.

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Fälle in jedem Bundesland

„Es gab solche Fälle schon in jedem Bundesland“, berichtet eine BKA-Sprecherin. Gehäuft traten Automaten-Sprengungen demnach in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Das Phänomen sei seit 2005 in Deutschland bekannt. Bis dahin hätten die Ermittler von Fällen etwa in Italien und Spanien gewusst. Die bislang für Deutschland ermittelten Verdächtigen stammen der BKA-Sprecherin zufolge aus Osteuropa. „Wir gehen aber davon aus, dass mehrere Tätergruppen aktiv sind.“

Ungefährlich ist so eine Sprengung nicht, auch nicht für Unbeteiligte. Trümmerteile, die nach der Explosion in Kreuzberg umherflogen, beschädigten vorbeifahrendes Auto. Auch waren Passanten in der Nähe, die ein lauter Knall aufgeschreckt hat – die aber glücklicherweise unverletzt blieben.

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