Leben Erster chinesischer Autobauer schafft Höchstnote bei Crashtest

Qoros 3

Qoros 3© Nozilla

Seit langem rechnet die Autobranche mit einem Angriff der Chinesen auf dem europäischen Markt. Bei Crashtests aber schnitten chinesische Hersteller bisher schlecht ab. Der Autobauer Qoros schaffte nun die Höchstnote - ein Prestigeerfolg.

Als erster chinesischer Autobauer hat der Hersteller Qoros bei einem europäischen Crashtest die Höchstnote geschafft. Beim EuroNCAP-Crashtest bekam die Limousine Qoros 3 Sedan die maximal möglichen fünf Punkte, wie die Organisation am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Dies sei ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu früheren Tests von Autos aus chinesischer Produktion, hieß es.

2005 etwa war der Geländewagen Landwind des chinesischen Autobauers Jiangling spektakulär an den Sicherheitstests gescheitert. Knapp zwei Jahre später fiel der Hersteller Brilliance mit seinem Modell BS6 ähnlich glatt durch. Im EuroNCAP-Crashtest bekam das Auto nur einen von fünf Punkten.

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Der Verkauf in Europa ist noch für dieses Jahr geplant

Qoros sprach in einer Reaktion von einem „bahnbrechenden“ Ergebnis. Das Unternehmen habe seit Jahren daraufhin gearbeitet. Der chinesische Autobauer strebt auf den europäischen Markt – noch dieses Jahr sollen die ersten Autos in Osteuropa verkauft werden. Spätestens 2015 soll dann früheren Angaben zufolge der deutsche Markt in Angriff genommen werden. Die Preise sollen deutlich unter denen europäischer Vergleichswagen liegen. Qoros produziert in China, wo die Lohnkosten niedriger sind, die Modelle werden dann nach Europa verschifft.

Wichtige Qoros-Führungskräfte kamen von europäischen Autobauern. Der stellvertretende Vorstandschef Volker Steinwascher zum Beispiel war vorher Top-Manager im US-Geschäft von VW, Chef-Designer Gert-Volker Hildebrand war früher Mini-Designer. Bisher waren die Versuche chinesischer Autobauer, in Europa Fuß zu fassen, gescheitert. Dagegen sind gerade deutsche Autobauer wie VW, Daimler und BMW in China stark vertreten.

Erst vor kurzem aber hatte der Chef des deutschen Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, gesagt, die Chinesen zu unterschätzen sei ein großer Fehler. „Noch konzentrieren sich die chinesischen Marken auf ihren stark wachsenden Heimatmarkt. Doch wir rechnen damit, dass sie in einigen Jahren auch den Export hochfahren werden, nicht nur in Schwellenländer“, sagte Wissmann der „Börsen-Zeitung“.

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