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Früher gingen bei Tobias Schmidt nur leblose, abgepackte Sachen wie Futter, Kauknochen oder Katzenstreu über den Ladentisch.
Jetzt wuselt, kreucht und piept es häufiger mal an der Kasse. Früher war Schmidt Franchisenehmer bei einem Tierbedarfshändler, der auf das Discount-Prinzip setzte und damit auf schnellen Umschlag unkomplizierter Ware.
Inzwischen ist er beim Konkurrenten Zoo&Co. Konkurrenzfähige Preise muss er auch hier bieten – doch das Konzept bietet ihm viel mehr Raum, sich weiter zu entwickeln. Wie etwa die Möglichkeit, Nager, Reptilien oder Vögel ins Angebot zu nehmen. „Lebende Tiere zu verkaufen – das ist wohl das Anspruchsvollste, was man als Franchisenehmer machen kann“, sagt der
ehrgeizige 31-Jährige. Schmidt fühlt sich bei Zoo&Co gut gefordert und gefördert. Als er etwa einmal kurzfristig an einer Messe teilnahm, kamen zur Unterstützung Manager aus der Zentrale und packten vor Ort mit an. „Das motiviert
unheimlich“, sagt Schmidt. „Bei anderen Franchisegebern sieht man die Geschäftsführung vielleicht gerade mal auf dem jährlichen Regionaltreffen.“ Er versucht, die Erfahrung weiterzugeben und ist selbst ständig in seinen Filialen unterwegs, um den Marktleitern unter die Arme zu greifen.

Jedem seiner mittlerweile drei Läden ist unmittelbar eine Tierarztpraxis angegliedert. Die Ärzte sind selbstständig, haben aber einen Mietvertrag mit Schmidt und übernehmen die Betreuung der Tiere im Laden. Wenn Mieze oder Bello also mal keinen Appetit haben oder von Flöhen gepiesackt werden, kann Herrchen beim Einkauf direkt noch fachkundigen Rat holen. In
seinem Sortiment achtet Schmidt auf eine breite Auswahl an Spezialnahrung. „Das Personal muss deswegen sehr gut geschult sein“, sagt er. Das ist zeitintensiv – und nicht immer unkompliziert. „Viele Bewerber wollen einfach nur verkaufen und sind es nicht gewohnt, dass sie die Kunden intensiv beraten sollen“, hat Schmidt beobachtet. Der Aufwand bei der Personalsuche lohnt sich, denn die Kunden sind zufrieden: Schmidt startete Ende März 2010 als Franchisepartner bei Zoo&Co und erwirtschaftete schon im ersten Jahr einen Umsatz von ca. 1,35 Mio. Euro.

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Schmidts Personalarbeit hat die Jury überzeugt: „Er hat es in kürzester Zeit von fünf auf 25 Mitarbeiter plus fünf Auszubildende gebracht. Das ist aus Sicht unseres Hauses – das für den Ausbildungspakt der Bundesregierung mitverantwortlich zeichnet – eine beeindruckende Leistung“, sagt Jutta Kollberg, Jurymitglied und Oberamtsrätin im Bundeswirtschaftsministerium. Schmidt eröffnet in Kürze seinen vierten Markt. Und will auch dort wieder engagierte Auszubildende einsetzen. Verkaufstalent und ein Gespür für die Bedürfnisse der Kunden reichen dabei allerdings nicht aus. Schmidt: „Wer diesen Job machen will, muss Tiere lieben.“

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