Leben Flash-Spezialist wird Apples Cheftechniker

Apple-Store

Ein Apple Store in Palo Alto im Silicon Valley.© Apple Inc.

Zwischen Apple und Adobe herrschte in den vergangenen Jahren ein Krieg der Worte um die Verbannung des Programms Flash auf dem iPhone und iPad. Inzwischen spielt Flash auf mobilen Geräten keine Rolle mehr - und jetzt wechselt ein Adobe-Spitzenmann zu Apple.

Apple hat den bisherigen Technik-Chef des Software-Spezialisten Adobe, Kevin Lynch, abgeworben. Er wird als Vizepräsident in der neuen Technologie-Gruppe von Apple-Urgestein Bob Mansfield arbeiten, wie Apple am Mittwoch bekanntgab. Lynch kann Apple unter anderem beim Ausbau von Cloud-Diensten helfen: Er war bei Adobe der Architekt des Schwenks von Verkaufssoftware hin zu Abo-Modellen mit Netzwerk-Speicher.

Apple und Adobe haben eine wechselhafte Geschichte. In den Anfangszeiten von Apple arbeiteten die beiden Unternehmen eng zusammen. Zuletzt herrschte zwischen ihnen eine Eiszeit, nachdem Apple-Gründer Steve Jobs die Adobes Multimedia-Software Flash von den iPhones und iPads verbannte, weil sie fehleranfällig sei und die Batterielaufzeit verschlechtere. Adobe wies die Kritik zurück.

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In dieser Zeit nahm der heutige Apple-Manager Lynch 2009 auch an einem Parodie-Video teil, in dem ein iPhone angeblich in einem Mixer zerhäckselt, gesprengt und von einer Straßenwalze überrollt wurde. Inzwischen gab sich Adobe geschlagen und stellte die Weiterentwicklung der mobilen Flash-Variante ein.

Der Jobs des Technikchefs soll nicht neu besetzt werden, teilte Adobe mit. Der Wandel des Geschäftsmodells laufe schneller als erwartet, hieß es zu aktuellen Geschäftszahlen. In dem Anfang März abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal gewann Adobes „Creative Cloud“ mit Abo-Versionen von Programmen wie Photoshop oder Illustrator 135 000 neue Kunden. In neun Monaten will Adobe bei dem Dienst insgesamt 1,25 Millionen Nutzer haben. Mit dem neuen Geschäftsmodell will Adobe unter anderem unabhängiger von Produktzyklen werden: Die Abo-Erlöse kommen stetig rein, während es bisher ein Auf und Ab mit der Veröffentlichung neuer Versionen gab.

Den Umsatz hielt Adobe im vergangenen Quartal trotz des Umbaus weitgehend stabil mit einem Rückgang von 3,5 Prozent auf knapp 1,01 Milliarden Dollar. Die Erlöse übertrafen damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte im frühen Handel am Mittwoch um mehr als vier Prozent zu. Allerdings ließen höhere Kosten den Gewinn im Jahresvergleich um rund zwei Drittel auf 65 Millionen Dollar einbrechen.

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