Leben Ganz großes Kino

Von Hollywood bis Arthouse. In der Hauptstadt beginnt in Kürze die 61. Berlinale - eines der wichtigsten europäischen Filmfestivals. Für alle, die nicht hingehen können, aber trotzdem mitreden wollen: die wichtigsten Small-Talk-Happen zum Auswendiglernen.

Informationen rund um die begehrten Bären:

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Die Zeiten, in denen die ganz Großen in Berlin auf dem roten Teppich Schlange standen, sind endgültig vorbei. Hollywood konzentriert sich seit einigen Jahren zu sehr auf sich selbst.

Klugscheißerwissen: Die interessanteste Prominente dürfte dieses Jahr die Jurypräsidentin sein: Isabella Rossellini hat immerhin schon Tierpornos gedreht.

Experimentalfilme

Dass es mit „Life in a Day“ auch ein Film aus Youtube-Schnipseln ins Programm geschafft hat, ist nett, sollte man aber nicht überbewerten: Die Berlinale hat schon immer Experimente goutiert.

Klugscheißerwissen: Eher ungewollt experimentell ging es auf der Berlinale 2009 zu: Weil bei der Vorführung des deutschen Films „Flying Clipper“ die Projektoren ausfielen, konnte der nur Akt für Akt gezeigt werden. Alle 20 Minuten gab es eine Pause.

Favoriten

Einen klaren Anwärter auf den Goldenen Bären gibt es diesmal nicht. Politisch korrekt, wie die Jury aber zusammengesetzt ist, gewinnt wahrscheinlich eh irgendein komplett unbekannter Außenseiter.

Klugscheißerwissen: 1970 wurden auf der Berlinale gar keine Preise verliehen: Die Jury zerstritt sich über den umstrittenen Vietnamkriegsfilm „o.k.“ und trat zwei Tage vor Ende des Festivals geschlossen zurück.

Deutscher Film

Bernd Eichingers Tod ist ein gewaltiger Verlust. Aber auch ohne den großen Produzenten müssen wir uns nicht verstecken: Fast ein Viertel aller Berlinale-Filme ist zumindest mit deutscher Beteiligung entstanden.

Klugscheißerwissen: Wobei die steigende Zahl hochkarätiger deutscher Kinofilme vor allem auf das Geld des Deutschen Filmförderfonds zurückzuführen ist: Der stellt jährlich 60 Mio. Euro für heimische Produktionen zur Verfügung.

Renommee

Es ist ja mittlerweile Mode geworden, an den großen Festivals in Europa herumzumäkeln. Zu Unrecht: Die Konkurrenz in Asien, Arabien, Amerika hat zu wenig Substanz. Das mag sich irgendwann ändern. Aber noch sind Berlin, Cannes und Venedig die wichtigsten Festivals der Welt.

Klugscheißerwissen: Der Ruf der Berlinale wurde von den Westalliierten gezielt aufgebaut. „Schaufenster zur freien Welt“ lautete 1951 das Motto der Premiere – eine Woche später konterte die DDR mit dem Festival des volksdemokratischen Films.

Wettbewerb

Das Wettbewerbsprogramm ist extrem dünn: Nur 16 Filme konkurrieren um den Goldenen Bären. Schuld ist die Finanzkrise – seit 2008 haben die Studios weniger Geld und drehen weniger. Was in Berlin gezeigt wird, ist das Kino der Rezession.

Klugscheißerwissen: 2007 lamentierte Berlinale-Chef Dieter Kosslick noch: „Es gibt einfach zu viele Filme.“ Inzwischen müsste er zufrieden sein: Die Zahl der eingereichten Werke ist um mehr als 1000 auf 4000 gesunken.

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