Leben Ist das Kunst, oder kann das weg?

Junge Kunst ist schrill, provokant - und manchmal einfach schlecht. Kunstexperte Martin Leyer-Pritzkow erläutert impulse-Lesern, woran man gute Gegenwartskunst erkennt.

Dialogcharakter

Erst durch den Dialog zwischen Betrachter und Werk wird das Kunstwerk lebendig. Das passiert oft durch eine Irritation in der Arbeit: Der Betrachter sieht etwas, das er in dem Zusammenhang bisher noch nicht kannte.

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Form und Inhalt

Technik, Form, Farbe und Inhalt müssen im Verhältnis zum Werk stehen. Was man auf einem Blatt Papier ausdrücken kann, muss man nicht zu einem zwei mal zwei Meter großen Bild aufblasen.

Ästhetik

Es lässt sich heute kein gemeinsamer Nenner definieren, was schön ist. Aber rückwärtsgewandter Kitsch, der die guten alten Zeiten ­heraufbeschwört, hat nichts mit Kunst zu tun.

Authentizität

Kunst muss authentisch sein. Die Haltung des Künstlers entscheidet über seine Glaubwürdigkeit und damit über die Qualität seiner Arbeit.

Das Mystische

Ein gutes Kunstwerk lässt sich nicht rational entschlüsseln. Wenn es sich decodieren lässt, ist es nicht mehr relevant und hat seine Spannung verloren.

Innovation

Zeigt das Kunstwerk etwas Neues, bringt es eine neue Sichtweise auf unser Leben.

Zeitlosigkeit

Ein gutes Kunstwerk ist über die Zeit ­erhaben und behält seine Behauptung über den Augenblick hinaus.

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