Leben Jobsicherheit macht Deutsche optimistisch

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Viele Gründer verrechnen sich zu Anfang bei der Preiskalkulation. Beim Pricing beziehen sie oft nicht Nachfrageschwankungen und den eigenen Verdienst mit ein.© Minerva Studio / Fotolia.com

Die große Mehrzahl der berufstätigen Deutschen geht frohen Mutes ins neue Jahr, weil sie ihren Job für sicher halten. An die Euro-Krise haben sich die meisten gewöhnt.

Mögen in Südeuropa Euro-Krise und Arbeitslosigkeit grassieren, Inflationsängste sich verbreiten oder die Menschen empört gegen den Sparkurs der Regierungen auf die Straße gehen – die Deutschen lässt all das mehrheitlich kalt. Mehr als drei Viertel von ihnen schauen mit Zuversicht dem neuen Jahr entgegen. Das ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young im Auftrag der „Financial Times“.

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Einer der wichtigsten Faktoren für die Zufriedenheit der Deutschen ist die gefühlte Jobsicherheit. So halten 88 Prozent der 2000 für die Studie Befragten ihren Arbeitsplatz für sicher. Die jüngsten deutschen Arbeitsmarktdaten geben ihnen recht: Der Arbeitsmarkt in Deutschland erlebte 2012 sein bestes Jahr seit 1991, meldete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag. Noch weniger Arbeitslose hatte es zuletzt im Wiedervereinigungsboom mit rund 2,6 Millionen im Jahr 1991 gegeben. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Spitzenfeld. Auch für 2013 rechnet BA-Chef Frank-Jürgen Weise mit keinem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings stellt sich die Behörde auf ein schwieriges Jahr ein.

Davon lassen sich die Deutschen laut der Ernst&Young-Studie jedoch nicht beirren. „Die Verbraucher sind optimistisch für 2013“, sagte Thomas Harms, einer der Autoren. Insgesamt zeigen sich 78 Prozent der Befragten zuversichtlich. Die übrigen 22 Prozent zählten sich eher zu den Pessimisten. Den größten Optimismus zeigen die unter 35-Jährigen. Von ihnen sind 45 Prozent zufrieden mit ihrer finanziellen Lage. Nur acht Prozent bezeichnen ihre finanziellen Verhältnisse als schlecht.

Allerdings machen sich die meisten Befragten Gedanken über eine Abschwächung der Konjunktur in Deutschland. Nur 13 Prozent gehen von einer Verbesserung im Jahresverlauf aus. Dagegen befürchten 38 Prozent, die Lage könne sich verschlechtern. An die Euro-Krise haben sich die meisten inzwischen gewöhnt: „Die europäische Schuldenkrise mit all ihren Unwägbarkeiten halten die Deutschen inzwischen für einen Teil der Normalität“, erläutert Harms die Studie. Das würde sich auch nicht ändern, solange sich die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und den Staatshaushalt im Rahmen hielten: „Solange sich die negativen persönlichen Einschränkungen in Grenzen halten, bleibt die Euro-Krise abstrakt.“

Laut einer ähnlich gelagerten Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des „Stern“ blicken die Deutschen sogar zuversichtlicher in die Zukunft als noch vor drei Monaten. Fast zwei Drittel machen sich zwar weiterhin vor allem Sorgen um die Staatsfinanzen und ihre eigene Rente, doch es werden bei beiden Themen weniger. Gerade die Anzahl derjenigen, die Angst vor einer ausufernden Staatsverschuldung hatten, ging zurück, ergab das „Stern“-Sorgenbarometer.

Im Mai 2010 – zu Beginn der Euro-Krise – hatten noch 76 Prozent der Deutschen Angst vor grassierenden Staatsschulden geäußert. Anfang Januar waren es noch 63 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die Furcht vor Altersarmut haben, sank. Er schrumpfte in den vergangenen drei Monaten von 63 auf 61 Prozent. Die drittgrößte Angst der Deutschen betrifft die Inflation. Doch auch hier ging der Wert von 53 auf 52 Prozent zurück. Für den „Stern“ hatte Forsa im Dezember insgesamt 1001 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt.

Mit Bloomberg und dpa

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