IT+Technik Kleine Energiewende: Solarzellen-Akkus für Gadgets

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Laptop-Lader: Der Akku Powergorilla und die Zelle Solargorilla können einzeln oder gemeinsam eingesetzt werden. 200 Euro und 190 Euro. www.powertraveller.com

Laptop-Lader: Der Akku Powergorilla und die Zelle Solargorilla können einzeln oder gemeinsam eingesetzt werden. 200 Euro und 190 Euro. www.powertraveller.com

Kolumnist Georg Dahm hat Spaß an Technik. Jeden Monat stellt er neue Geräte vor, die das Leben leichter machen – und vom Arbeitsalltag ablenken. Dieses Mal: Ökologisch korrekte Stromversorgung für Smartphone & Co.

Es ist schlimm genug, dass Kinder gelobt werden müssen, wenn sie Tätigkeiten des Alltags bewältigen (eine Hose tragen, ein Sechzehntel des bestellten Gerichts essen, im Zug nur zeitweise schreien). Bei Erwachsenen aber erwarte ich, dass sie aufstehen, Essen machen oder um den Block laufen, ohne diese Heldentaten auf Facebook zu posten.

Dasselbe gilt für die Heldentat, sein iPhone mit Solarstrom zu laden. Zu diesem Mitteilungsdrang ruft das Berliner Startup-Projekt Changers auf. Es verkauft ein flexibles Solarpanel, das an den Rucksack geschnallt oder mit Saugnäpfen ans Fenster gehängt wird. Ein in der Sonne voll geladener Akku reicht für zwei iPhone-Ladungen. Und jede erzeugte Wattstunde soll in sozialen Netzen verkündet werden als persönlicher Beitrag zum Klimaschutz.

Verzweiflungstäter: Der Reserveakku Boost Turbine 2000 hat für Notfälle einen Schweißtreibenden Dynamo an Bord (55 Euro). www.soulra.de

Verzweiflungstäter: Der Reserveakku Boost Turbine 2000 hat für Notfälle einen schweißtreibenden Dynamo an Bord (55 Euro). www.soulra.de© www.soulra.de


Nun kommt bei mir der Sonnenstrom aus der Steckdose, aber ein Solarzellen-Akku ist trotzdem eine prima Idee. Jedenfalls, wenn man zivilisationsfern unterwegs ist, auf Fernwanderwegen oder im Regionalexpress von Idar-Oberstein nach Frankfurt.

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Für Smartphones und Tablets reicht der 5 Volt starke USB-Port des Changers-Akkus. Für Digitalkameras braucht man schon 12 Volt, wie sie der Powermonkey Extreme (www.powertraveller.com, 142 Euro) liefert, eine Kombination aus Akku und aufklappbarer Solarzelle im kompakten Reisetäschchen.

Smartphone-Stütze: Eher für den Sommer geeignet ist die Designkombination aus Solarzelle Maroshi und dem Akku Kalhuofummi, 149 Euro. www.changers.com

Smartphone-Stütze: Eher für den Sommer geeignet ist die Designkombination aus Solarzelle Maroshi und dem Akku Kalhuofummi, 149 Euro. www.changers.com© www.changers.com

Wer seinen Laptop laden will, fährt gut mit der Solarzelle Solargorilla und dem passenden Akku Powergorilla. Eigentlich würde die Solarzelle reichen, sie liefert bis zu 20 Volt – wenn das Licht gut ist. Im deutschen Herbst aber macht sich der 700 Gramm schwere Zwischenspeicher bezahlt, der auf eine verlässliche Ausgangsspannung von 5 bis 24 Volt eingestellt werden kann – vorausgesetzt, dessen Hersteller hat nicht mal wieder eine neue Netzteilbuchse ersonnen, in die natürlich keiner der beiliegenden Adapter passt. Wenn in 500 Jahren klügere Menschen als wir die Trümmer unserer Zivilisation ausgraben, werden sie staunen, welch abstruse Vielfalt an Ladekabeln die Altvorderen ersannen.

Würde jemand diesen Wahnsinn beenden, wäre das eine Heldentat, die er gern auf Facebook posten dürfte.

 
 

cover-oktober-abbinderDer Beitrag stammt aus dem impulse-Magazin 11/2013

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