Leben Kuba lehnt private Internet-Zugänge weiter ab

Fidel Castros Insel gehört zu den Ländern mit der geringsten Internet-Nutzung. Jetzt sollen in Kuba zwar neue Internet-Cafés eingerichtet werden. Für die Bevölkerung bleibt die Einrichtung eines Internetzugangs zu Hause aber weiter verboten.

 

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Die kubanischen Behörden lehnen die Zulassung privater Internetzugänge weiter ab. Stattdessen sollten in Kuba kollektive Internetzugänge weiter ausgebaut werden, sagte der stellvertretende Minister für Telekommunikation, Wilfredo González Vidal, in einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Interview der Parteizeitung „Granma“. Ziel sei es, „die größtmögliche Zahl von Menschen mit weniger Investitionen“ ans Internet zu bringen.

Demnächst sollen im ganzen Land 118 Internet-Cafés mit Glasfaserverbindungen eingerichtet werden; die Technik dafür wurde aus Venezuela importiert. Außerdem gibt es 200 öffentlich nutzbare Internet-Zugangsstellen in den Touristenhotels der Insel.

Bislang dürfen hauptsächlich nur öffentliche Einrichtungen, ausländische Unternehmen, Hotels, einige Journalisten und Künstler sowie Regierungsmitglieder einen eigenen Internetzugang einrichten. González Vidal wies Vorwürfe von Dissidenten zurück, dass die Einschränkungen politisch motiviert seien: „Es gibt keine anderen Begrenzungen neben den technologischen und finanziellen.“

Preis: 3,50 Euro pro Stunde

Die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez, die kürzlich auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin über ihre Erfahrungen berichtete, wirft der Regierung von Präsident Raúl Castro vor, Angst vor einem allgemeinen Zugang der Öffentlichkeit zum Netz zu haben. Für ihr Blog „Generación Y“ nutzt sie die Internetzugänge in Hotels.

Dort sind die hohen Preise von etwa acht Euro je Stunde bei durchschnittlichen Monatsgehältern von umgerechnet 15 Euro für die meisten Kubaner unbezahlbar. In den neuen Internetcafés, die am 4. Juni eröffnet werden sollen, sind Preise von umgerechnet 3,50 Euro für eine Stunde geplant.

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