Auto Mit diesem Extrem-Boliden will Mini die Rallye Dakar gewinnen

Wenn es nach Mini geht, sieht die Konkurrenz bei der Rallye Dakar im Januar nur Auspuffe und Rücklichter. Damit dieser Plan aufgeht, hat die BMW-Tochter den Mini All4 Racing Dakar entwickelt – ein Fahrzeug, das mit dem hierzulande bekannten Mini nur wenig gemein hat.

Der Feldweg ist eigentlich nur etwas für Traktoren. Bestenfalls noch für Unimogs oder andere Spezial-Kraxler. Die würden sich Meter um Meter den Hang nach oben kämpfen. Doch der Mini All4 Racing brettert den Trampelpfad hoch, als ob es kein Halten gebe. Schrittgeschwindigkeit? Fehlanzeige. Mit rund 90 km/h knüppelt Dakar-Pilot Joan „Nani“ Roma den kompromisslosesten aller Minis den Berg hoch.

Maximal sind 185 km/h drin. Doch die will man in diesem Moment so gar nicht erleben. Als Beifahrer wünscht man sich, auf das Frühstück verzichtet zu haben. Im Cockpit mit dem charakteristischen Überrollbügel herrscht dazu ein unglaublicher Lärm: Die Verbrennungs-Sonate des herkömmlichen BMW Drei-Liter-304-PS-Diesels wird vom Pfeifen der Turbolader untermalt. Und weil Geräuschdämpfung zusätzliches Gewicht bringt, hat man darauf zum Nachteil der Ohren verzichtet.

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Keine Rücksicht auf empfindliche Mägen

Doch der Lärm ist eigentlich das geringste Problem. Denn das 1,9-Tonnen-schwere Gefährt nimmt keine Rücksicht auf Bodenunebenheiten oder die Befindlichkeiten empfindlicher Mägen. Die monströsen Federn lassen die Mischung aus Beach-Buggy und Mini Countryman selten den Kontakt zum Untergrund verlieren.

Selbst Felsbrocken oder Schlaglöcher, die einem Serienfahrwerk den Garaus machen würden, schluckt das modifizierte Fahrwerk dank des 25-Zentimeter-Federweges und der knapp 30 Zentimeter Bodenfreiheit problemlos. Und wenn der Mini All4 Racing einmal abhebt, dann gibt es kein langes Nachfedern. Eine Auf-Und-Ab-Bewegung der Karosserie, das war’s. Ohne die Trägergurte, die einen in den Schalensitz pressen, wäre man ohnehin nur ein Spielball der G-Kräfte.

Rallye Dakar: 9000 Kilometer über Stock und Stein

Wenn man sich als Unerfahrener schon nach einigen Kilometern bis auf das Knochenmark durchgerüttelt fühlt, welche Höllenqualen muss dann erst der Co-Pilot erleiden, der zusammen mit Nani Roma die Rallye Dakar, die am 5. Januar startet, absolviert. Bei der härtesten Rallye der Welt gibt es nur einen Modus: volle Attacke. Dann geht es ohne Rücksicht auf Verluste in diesem Brutalo-Gerät über 9000 Kilometer über Stock und Stein durch Südamerika.

Der Dakar-Mini hat so gar nichts von dem Wagen, der hierzulande durch Stadt und Land fährt. Auch wenn die Scheinwerfer und Frontscheibe identisch zum Serien-Countryman sind: Dass diese kompromisslose Rennmaschine mit einem normalen Mini nicht mehr viel gemein hat, wird auch beim Anblick des Cockpits klar. Der Arbeitsplatz der Piloten ähnelt dem eines Flugzeug-Kapitäns.

Anheben auf Knopfdruck

Das Carbon-Armaturenbrett ist übersät mit Schaltern und Knöpfen, die dem Piloten die Kontrolle über sein Fahrzeug geben. Zwei Hebel zwischen den Sitzen sind für die beiden hydraulisch aktivierten Wagenheber – rechts und links. So kann der Rallye-Bolide per Knopfdruck angehoben werden. Das erleichtert das Freischaufeln, wenn das Gefährt einmal im Wüstensand steckenbleibt.

Zentrales Element ist das digitale Display, mit dem sich Informationen, wie Öltemperatur, Drehzahlen, der eingelegten Gang oder eine Vielzahl anderer Motordaten jederzeit abrufen lassen. „Bei der Dakar gibt es keine Telemetrieverbindung mit der Box, wie in der Formel 1. Da müssen wir alles im Blick haben“, erklärt Nani Roma. Ganz wichtig ist der Ladedruck der Turbolader. Das sequentielle Sechsganggetriebe wird mit einem langen Gangknüppel geschaltet, daneben ist die Handbremse, mit der sich der Dakar-Mini auch steuern lässt.

400 Liter im Tank

Auch der Allradantrieb mit seinen drei Differentialen lässt sich präzise dirigieren. Das geschieht mit drei Drehknöpfen, die sich zwischen den Sitzen befinden: einer für das vordere Differential, einer für das mittlere und einer für das Hinterachsdifferential. So wird der Kraftfluss präzise gesteuert. Wenn es auf engstem Raum mit Voll-Karacho um enge Kurven geht, braucht man die ganze Kraft auf den Hinterrädern um einen perfekten Drift hinzulegen.

Im Tank befinden sich fast 400 Liter. Das reicht bei dem Offroad-Geschoss für maximal 800 Kilometer. Schließlich laufen bei Voll-Last rund 50l/100 km durch die Brennräume. Das entspricht der Vorgabe des Dakar-Reglements. Vier Werks-Teams schickt Mini in die unbarmherzige Materialschlacht durch Südamerika. Quandts XRaid-Team gehört nach den Siegen in den letzten beiden Ausgaben zu den Favoriten.

Hinweis: Dem Redaktionsbüro press-inform werden Autos häufig kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

6 Kommentare
  • Daten-Salat 22. Dezember 2013 12:25

    Liebe Frau Seybold,

    dankeschön für Ihr Angebot, mir Links zu senden. Auf Dauer hilft das nicht weiter, denn wie erfährt man Antworten auf Kommentare von anderen Lesern oder von mir, wenn es keine Such- oder Benachrichtigungsfunktion gibt. Ich vermute, ich müsste die betroffenen Artikel bei mir speichern, um sie wieder aufrufen zu können.

    Der leider immer öfter vorgebrachten Entschuldigung, Fehler seien menschlich, liegt eine Fehlinterpretation des lateinischen Originals zu Grunde: „Irren ist menschlich“, Fehler sind es in diesem Zusammenhang nicht. Wenn Sie einer Wanderkarte folgen und erkennen einen Abzweig im Wald nicht, dann ist das ein verzeihlicher Irrtum. Wenn Sie die Wanderkarte verkehrt herum halten, ist das ein nicht akzeptabler Fehler.

    Auch in Tschernobyl haben echte Menschen vor den Bildschirmen gesessen. Und ich vermute, wir haben beide ein lebhaftes Interesse daran, das der Monteur uns die Winterreifen ohne Fehler gewechselt hat. Die meisten Auseinandersetzugen zum Thema „Fehler oder Irrtum“ hatte ich übrigens mit dem Finanzamt …

    Zu einem wirklich entspannten Weihnachtsfest fehlt mir als Unternehmensberater der 13. Monat, welchen meinen Mitarbeiterinnen zu bezahlen ich mir seit 40 Jahren von keinem Konjunkturzyklus nehmen lasse.

    Immerhin hat mich sehr fröhlich gestimmt, mit einer ‚Laetitia‘ zu kommunizieren.
    Dafür dankt Ihnen und wünscht Ihnen viel Freude im kommenden Jahr:
    Ihr
    Armin Sàlat

    • impulse 22. Dezember 2013 19:10

      Lieber Herr Sàlat,

      Fehler, Konsequenzen und deren Relation sind ein äußerst spannendes Themengebiet – ich befürchte aber, dass eine ausführliche Debatte hier den zeitlichen Rahmen sprengen würde. Sollten Sie als Abonnent an einem der künftigen impulse-Netzwerktreffen teilnehmen, würde ich mich freuen, dort den Diskussionsfaden mit Ihnen wieder aufzunehmen (http://www.impulse.de/serie/exklusives-netzwerktreffen-fur-abonnenten).

      Mit Ihrem Hinweis zum Kommentarbereich haben Sie vollkommen Recht: Ich habe die Funktion in meine Planung für 2014 aufgenommen – und hoffe, dass wir Ihnen bald eine Benachrichtigungsoption anbieten können.

      Herzliche Grüße
      Laetitia Seybold

  • Daten-Salat 21. Dezember 2013 11:24

    Hochgeschätzte Redaktion,

    herzlichen Dank für die Aufklärung! Mein Pauxpas ist mir sehr peinlich, und es ist keine Entschuldigung, dass ich mich nicht für Sport und Ähnliches interessiere. Ich muss und werde daraus lernen, mit Beanstandungen und altersbedingter Nörgelei an Bildungsdefiziten zurückhaltender zu sein.

    Seit ‚gefühlt‘ 15 Jahren häufen sich sachliche und sprachliche Fehler in gedruckten und elektronischen Medien, was bestimmt auch auf aus Kostengründen mangelnde Endkontrolle zurückzuführen ist. Nun ist mir zum ersten Mal der Kragen geplatzt – und das ausgerechnet bei der hochgeschätzten Impulse-Redaktion, die mir seit Jahrzehnten schon viele wertvolle Anregungen geliefert hat. Das tut mir sehr leid.

    Ihne alle Guten Wünsche für 2014 von

    Armin Sàlat (Abonnent & Leser seit der ersten Ausgabe)

    PS:
    Was muss ich bitte machen, um meine früheren Kommentare noch einmal auf den Bildschirm zu bekommen?

    • impulse 22. Dezember 2013 08:51

      Lieber Herr Sàlat,

      vielen Dank für Ihr freundliches Feedback. Wir können sehr gut nachvollziehen, dass Sie sich als Leser über Fehler in den Medien ärgern.

      Auch auf unserer Seite schleichen sich sicherlich ab und an Fehler ein. Das liegt vor allem daran, dass bei uns noch echte Menschen vor den Bildschirmen sitzen – und Fehler ab und an eben menschlich sind. Umso mehr freuen wir uns über konstruktive Kritik, nur so können wir unser Angebot verbessern.

      Zu den Kommentaren: Sie selbst können leider keine Übersicht Ihrer Kommentare abrufen – wenn Sie möchten, kann ich Ihnen z.B. die Links zu den jeweiligen Artikeln (die veröffentlichte Kommentare von Daten-Salat beinhalten) schicken oder hier kurz posten.

      Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Weihnachtsfest und das Beste für 2014.

      Herzliche Grüße
      Laetitia Seybold, Leitung Digital

  • Daten-Salat 20. Dezember 2013 16:59

    Inkompetente Redakteure schaden der Glaubwürdigkeit aller Impulse-Aktikel.
    Schenkt dem Schnellschreiber auf meine Kosten eine Packung Präservative zur Verhinderung künftigen Unheils.
    Dakar liegt nicht in Südamerika …

    Seufz!

    • impulse 20. Dezember 2013 17:24

      Liebe Leserin/ lieber Leser,

      in der Regel veröffentlichen wir keine Kommentare, die gegen unsere Netikette verstoßen. Wir machen hier eine Ausnahme, denn wir wollen Ihnen nicht vorenthalten: Trotz ihres Namens findet die „Rallye Dakar“ seit 2009 in Südamerika statt.

      Herzliche Grüße aus der Redaktion

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