IT+Technik Neue Modelle auf der CES: 3D-Drucker für die Massen

Einsteigermodell: Der Makerbot "Replicator Mini" kostet etwas mehr als 1000 Euro.

Einsteigermodell: Der Makerbot "Replicator Mini" kostet etwas mehr als 1000 Euro.© MakerBot

Gegenstände dreidimensional auszudrucken ist bisher etwas für Profis. Doch auf der Elektronik-Messe CES setzen die Hersteller zum Sprung in den Massenmarkt an. Einfache Geräte und Hilfe im Internet sollen auch Anfänger zu Ausdruckern machen.

Schuyler muss nicht lange überlegen, wozu 3D-Drucker gut sind. „Ich drucke alle möglichen Sachen aus“, ruft er. Trillerpfeifen, einen Oktopus oder Dschungelpflanzen hat er schon auf seinen zwei Geräten hergestellt. Schuyler St. Leger ist 13 Jahre alt und Experte für 3D-Drucker. Die Computerprogramme für dreidimensionale Entwürfe sind für ihn ein Kinderspiel: „Ich bin ziemlich gut darin, die Sachen zu entwerfen, also ist das nicht so schwer“, sagt er, während der auf dem Stand eines Herstellers auf der Elektronik-Messe CES die neuen Druckermodelle betrachtet.

Die Geräte schichten hauchdünne Lagen aus Plastik aufeinander, die am Ende einen dreidimensionalen Gegenstand formen. Zumindest, wenn man sie mit einer korrekten Vorlage füttert. 3D-Drucker sind in der Industrie schon seit Jahrzehnten im Einsatz. Für den Hausgebrauch waren die Geräte allerdings viel zu groß und zu teuer. Selbst Konsumentenmodelle waren bisher eher in Hackertreffpunkten wie in Arizona oder Ingenieurbüros zu finden. Nun setzen die Firmen zum Sprung in die Wohnzimmer an.

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3D-Drucker für den Hausgebrauch ab 1000 Euro

MakerBot, einer der bekanntesten Anbieter, stellte auf der CES drei neue Druckermodelle vor. Eines davon ist speziell auf Einsteiger ausgerichtet, mit einem einzigen Knopfdruck können sie den Druckvorgang starten. Dieser „Replicator Mini“ kostet knapp 1400 Dollar (etwa 1030 Euro), etwa so viel wie ein hochwertiges Laptop. Von den Vorgängermodellen habe die Firma bisher 44.000 Stück verkauft, sagte MakerBot-Chef Bre Pettis. Er steuert nun eine Million Geräte an.

Dazu weitet MakerBot seine Internetdienste aus. Dort können Anfänger Vorlagen kaufen, die das Ausdrucken erleichtern. Denn bis zum Ausdruck eines fertigen Ersatzteils für die Küchenzeile ist einiges an Geduld und Fachkenntnis nötig.

Entwickler: „Punkt, wo die Leute sowas haben wollen, weil es cool ist“

„Im Moment sind 3D-Drucker etwas für Hobbybastler, Architekten oder Ingenieure“, sagt Coby Kabili. Seine Firma Robo3D verkauft auch solche Geräte. Die Modelle sind günstiger und kleiner als die Drucker von MakerBot, ebenso wie die Firma selbst: Robo3D hat nur fünf Mitarbeiter. Kabili und zwei Studienfreunde starteten das Unternehmen vor gut einem Jahr mit einer Sammelaktion im Internet. Die ersten 1000 Druckermodelle gingen an die Unterstützer aus dem Netz. Nun arbeiten sie an der zweiten Auflage.

„Wir sind an einem Punkt, wo die Leute sowas haben wollen, weil es cool ist“, sagt Kabili. „Aber sie wissen noch nicht genau, was sie damit anstellen sollen.“ 3D-Drucker wurden eine Zeit lang als mögliche Alternative zur Massenproduktion hochgejubelt. Davon sind die Hersteller inzwischen abgerückt. Sie setzen eher auf kreative Anwendungen: Beliebt sind Schmuck, Armbänder oder Spielfiguren. Der Trend ist auch in Deutschland angekommen: Jeder fünfte Deutsche könne sich vorstellen, einen 3D-Drucker zu nutzen, ergab eine repräsentative Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom.

Einsatz in Medizintechnik oder bei der NASA

Neben den Verbrauchermodellen gibt es auch Profi-Dienste wie den der Firma Sculpteo. Sie bietet Kleinserien gedruckter Gegenstände an. Chef Clément Moreau ist von den Modellen für den Hausgebrauch nicht überzeugt: „Sie sind ein tolles Spielzeug, aber nicht so nützlich, wie Sie sich das vielleicht vorstellen.“ Qualität und Funktionen seien oft eingeschränkt. „Es gibt einen Hype um 3D-Drucker“, sagt Moreau. „Aber hinter dem Hype stecken professionelle Anwendungen.“ Die Geräte finden sich in der Medizintechnik oder bei der US-Raumfahrtbehörde NASA.

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