Leben Neue Smartwatches auf dem Markt

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Die Smartwatch Cookoo

Die Smartwatch Cookoo© Skizzomat

Kolumnist Georg Dahm hat Spaß an Technik. Jeden Monat stellt er neue Geräte vor, die das Leben leichter machen – und vom Arbeitsalltag ablenken. Dieses Mal: Hightech-Armbanduhren.

In der wunderbaren Welt der Unterhaltungselektronik nennt man das Smartphone auch „Second Screen“. Also Zweitbildschirm, mit dem sich Sofalägrige von den Zumutungen des „Tatorts“ ablenken können. Nun werden Smartphones allmählich so groß, dass sie selber einen Zweitschirm brauchen. Man will ja nicht ständig eine digitale Gehwegplatte aus der Tasche wuchten. Womit wir bei einem der Technik-Hypes des Jahres sind: Smart Watches.

Ein ganzes Rudel Startups bringt derzeit Armbanduhren auf den Markt, die sich per Bluetooth mit dem Telefon verbinden; allen voran die Pebble, deren Macher mit Crowdfunding zehn Millionen Dollar eingeworben haben. Auch Sony und Casio versuchen sich am Trendprodukt, Apple meldete ein Patent an. Die meisten Smart Watches zeigen Anrufe, Mails, Tweets und Termine an, einige können mit Apps erweitert werden und auf dem Telefon Funktionen wie Musikwiedergabe oder Navigation steuern. Klingt praktisch, ist im Alltag bisher aber eher enervierend.

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Spröde Die robuste Casio G-Shock 6900 AA koppelt sich nur mit iPhones. In mehreren Farben. 179 Euro. Zu beziehen z. B. über www.snipesshop.de Praxistauglich Der Akku muss fast täglich geladen werden, doch die Sony Smartwatch war das brauchbarste Gerät im Test (nur Android). 99 Euro. www.sonymobile.de Startup Die Befehlstaste der Cookoo kann die iPhone-Kamera auslösen und mit weiteren Telefonbefehlen belegt werden. 129 Euro. www.shop.adento.de

Auf die Sony Smartwatch etwa habe ich des Öfteren verzweifelt mit dem Zeigefinger eingeprügelt, weil auf dem trägen Touchscreen nichts passierte. Immerhin ist das Display groß genug, um Informationen abzulesen, und es lassen sich sinnvolle Apps aufspielen wie das Sportprogramm Endomondo. Einige Apps funktionieren aber nur mit Sony-Smartphones, andere, etwa Facebook, sind unbrauchbar. Immerhin ist das Design halbwegs anzugkompatibel, was ich von der plastikwulstigen Casio G-Shock nicht sagen kann. Und das Display der Sportuhr ist eine Fehlkonstruktion: Allerlei Gimmicks lassen kaum Platz für die winzige Textzeile, in der nicht einmal die Nummer des Anrufers anzeigt wird. Etwas nützlicher ist die Cookoo. Auf dem Zifferblatt signalisieren verschiedene Leuchtsymbole Anrufe, Termine, Facebook-Nachrichten und Tweets. Aber die Software ist nicht ausgereift, die Bluetooth-Verbindung instabil, was sich hoffentlich mit den angekündigten Updates bessert. Ich glaube, diesen Hype sitze ich erst mal aus. Wenn ich mich ärgern will, bleibt mir ja noch der „Tatort“.

 

 

cover_110 Aus dem impulse-Magazin 04/2013
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