Auto Neuer Porsche Macan: Kompakter „Tiger“ soll den SUV-Markt erobern

Porsche als reiner Sportwagenhersteller: Diese Zeiten sind längst vorbei. Mit dem neuen Macan greifen die Zuffenhausener jetzt auch in der Klasse der kompakten SUV-Modelle an.

Es ist eine Kampfansage an die Autobauer-Konkurrenz: Mit dem neuen Macan will Porsche ab April 2014 erstmals bei den Sport-SUV punkten. In dieser Woche stellten die Zuffenhausener das Modell auf der Los Angeles Autoshow vor – und dabei war schon auf den ersten Blick zu sehen: Das ist der kleine Bruder des Cayenne, mit dem Porsche seit über einem Jahrzehnt Erfolge feiert.

Beim Design des Macan hat sich Porsche nicht nur am Cayenne orientiert, sondern auch viele Getaltungselemente aus anderen Baureihen übernommen: Das Sport-SUV liegt breit und flach auf der Straße, mit durchgehenden Seitenschwellern, einer flach abfallenden Dachlinie – und einer großen, übergreifenden Motorhaube, die die Scheinwerfer umschließt und bis zu den Radhäusern reicht. Die Fenstergrafik in der Seitenansicht lehnt sich ebenso wie die weich ausgeformten hinteren Kotflügel an die Optik des 911 an. Die Grundform der Hauptscheinwerfer wiederum erinnert an die des 918.

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Basis kommt vom Audi Q5

Macan – das ist die indonesische Bezeichnung für „Tiger“. Und der kleine Tiger werde, so verspricht Porsche, in diesem Segment „neue Akzente in der Fahrdynamik“ setzen, „sowohl auf befestigten Straßen als auch im leichten Gelände“. Die Basis für den Macan haben sich die Porsche-Ingenieure beim Q5 der Konzernschwester Audi gegriffen. Aber sehr viel hat das kleine Porsche-SUV mit dem Ingolstädter nicht gemein. Allradantrieb, Motoren, Innenraum – alles wurde gewechselt.

Über mangelnde Kraft brauchen sich Macan-Fahrer deshalb nicht beklagen. Drei Versionen des Macan gibt es zum Modellstart. Allen gemeinsam sind der Allradantrieb und das Porsche Doppelkupplungsgetriebe PDK mit sieben Schaltstufen. Unter der Motorhaube arbeiten jeweils V6-Motoren, zwei Benziner mit integrierter Trockensumpfschmierung und ein Diesel.

Turbo-Modell mit 400 PS

Den Macan S treibt ein drehfreudiger, drei Liter großer V6-Biturbo mit 340 PS an, der für eine Beschleunigung des 1,8 Tonnen schweren SUV von 0 auf 100 km/h binnen 5,2 Sekunden sorgt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 254 km/h, der DIN-Verbrauch laut Porsche zwischen 8,7 und 9,0 Litern auf 100 Kilometern.

Im Macan Turbo sorgt ein 3,6-Liter-Biturbomotor für 400 PS und eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 binnen 4,8 Sekunden. Auf 100 Kilometern soll er zwischen 8,9 und 9,2 Liter verbrauchen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche mit 266 km/h an.

Der Macan Diesel S schließlich wird von einem Dreiliter-Selbstzünder angetrieben. Seine 258 PS bringen ihn in 6,3 Sekunden von Null auf 100, der Verbrauch liegt zwischen 6,1 und 6,3 Litern, die Höchstgeschwindigkeit bei 230 km/h. Das maximale Drehmoment beträgt bereits ab 1.750 U/min. satte 580 Nm. Darüber hinaus sind schwächere Motorversionen mit vier und sechs Zylindern geplant.

Allradsystem für sportliche Fahrweise

Das Allradsystem ist auf eine sportliche Fahrweise ausgelegt. Dabei ist die Hinterachse immer angetrieben. Die Vorderachse erhält ihr Antriebsmoment von der Hinterachse, abhängig jeweils vom Sperrgrad der elektronisch geregelten Lamellenkupplung. Wenn die Hinterräder zum Beispiel beim Anfahren auf Eis durchdrehen, können bis zu 100 Prozent des Drehmoments an die Vorderachse übertragen werden. In Kurven dagegen gelangt immer nur so viel Kraft an die Vorderräder, dass eine optimale Seitenführung gewährleistet ist.

Der Offroad-Modus kann im Geschwindigkeitsbereich zwischen 0 und 80 km/h über eine Taste auf der Mittelkonsole aktiviert werden. Dann sind zum Beispiel die Schaltdrehzahlen und -geschwindigkeiten auf höhere Traktion ausgelegt. Außerdem erhöht sich beim Fahrwerk mit Luftfederung die Bodenfreiheit um 40 auf 230 mm. Insgesamt bietet Porsche für den Macan drei Fahrwerksvarianten an.

Das Cockpit wird Porsche-Fahrern auf Anhieb vertraut erscheinen. Das Design des Multifunktionslenkrades wurde aus dem Porsche 918 übernommen. Das Kombiinstrument besteht aus drei Rundinstrumenten. Im rechten findet sich ein hochauflösendes 4,8-Zoll-Farbdisplay, in der Mitte, zentral vor dem Fahrer, wie bei Porsche Brauch der Drehzahlmesser. Der Radstand von 2.807 mm sorgt nicht nur für Fahrstabilität, sondern auch für ordentlich Platz im Innenraum. Dazu kommt ein Kofferaumvolumen von 500 Litern, das sich bei umgeklappter Rückbank auf 1.500 Liter erweitern lässt.

Große Räder und Multifunktionslenkrad als Grundausstattung

Zur Serienausstattung des Macan gehören neben Allradantrieb, automatischer Start-Stopp-Funktion, Segelfunktion und Sport-Taste unter anderem ein Multifunktionslenkrad mit Schaltpaddles, große Räder oder eine elektrisch betriebene Heckklappe. In der Aufpreisliste sind Nettigkeiten wie die Luftfederung zu finden, dynamisches Fernlicht, Sport Chrono-Paket oder Torque Vectoring Plus, eine variable Verteilung des Antriebsmoments an den Hinterrädern.

Bleiben noch die Preise: Wenn er ab dem 5. April 2014 bei den Händlern steht, werden beim Macan S und S Diesel jeweils 57.930 Euro auf dem Preisschild stehen. Den Macan Turbo soll es ab 79.826 Euro geben. Zum Vergleich: Der große Bruder Cayenne S dagegen kostet ab 74.828 Euro, den preiswertesten Cayenne gibt es ab rund 58.000 Euro. Gebaut wird der Macan in Leipzig, wo Porsche dafür eine halbe Milliarde Euro investiert hat. Bis zu 50.000 Fahrzeuge sollen dort pro Jahr aus der Werkshalle rollen. Steigerung nicht ausgeschlossen.

Hinweis: Die Autos werden dem Redaktionsbüro press-inform häufig kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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