Leben Warenprobe: Wie eine Wunderkerze entsteht

Jeden Monat stellt impulse ein Produkt im Detail vor. Wer liefert was, wer arbeitet mit wem zusammen? Dieses Mal: eine Wunderkerze von Weco. Bis zu 700.000 Stück stellt die Firma täglich in Deutschland her.

WUNDERKERZE

Weco Pyrotechnische Fabrik Eitorf/Sieg. Bis zu 700 000 Wunderkerzen stellt Weco täglich in Eitorf her. Eine wiegt drei Gramm, zwei Gramm davon entfallen auf die Brennmasse. Die Wunderkerzen waren 1948 das erste Produkt der Firma, schnell kam auch großes Feuerwerk dazu. 40 Prozent der Produkte werden in Deutschland produziert, der Rest in China. Heute beschäftigt das Unternehmen 460 Mitarbeiter. Bis 1998 wurde Weco vom Adoptivsohn des Gründers Hermann Weber geführt. 2003 kauften die beiden Geschäftsführer Thomas Schreiber und Dieter Kuchheuser im Zuge eines Management-Buy-outs die Firma.

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BRENNMASSE

Weco Eitorf/Sieg. Die einzelnen Rohstoffe für die Brennmasse werden in Eitorf zu einem dickflüssigen, grauen Brei vermengt. Die genaue Rezeptur ist geheim. Immerhin: Weco verrät, was die Bestandteile sind.

 

EISENDRAHT

Heinrich Erdmann Hemer. Der Eisendraht ist 17 Zentimeter lang. 250 Stück werden in einen Rahmen gesteckt und in die Brennmasse getaucht. Dann kommen die Drähte auf einen Rollwagen und in den 50 Grad warmen Trockenraum. Nach etwa 15 Stunden sind sie trocken, im Sommer geht es schneller. Dann müssen sie noch einmal eingetaucht werden. Heinrich Erdmann gründete die Firma 1889, heute arbeiten hier 30 Mitarbeiter. Mit dem Draht aus Hemer werden auch Zeitschriften geheftet oder die Borsten von Spülbürsten fixiert.

 

 

EISENGRANULAT

Eisenwerk Würth Bad Friedrichshall. Damit die Wunderkerze beim Abbrennen Funken sprüht, braucht es winzige Eisenkörner der Firma Würth. Durch die große Hitze fangen sie an zu glühen und werden durch Gase, die beim Brennen entstehen, vom Eisendraht weggeschleudert. Sternchen sind zu sehen, wenn mehrere glühende Körner zusammenkleben, durch die Hitze springen sie auseinander. Das Eisenwerk wurde 1912 gegründet und gehört Irene Würth, der Tochter des Gründers. Würth schied erst 2007 nach 54 Jahren aus der Geschäftsführung aus. Heute leitet Joachim Vianden die Firma.

 

BARIUMNITRAT

Harke Chemicals Mülheim. Das 1965 gegründete Familienunternehmen liefert das Bariumnitrat, das als Sauerstoffspender dient. Der Sauerstoff ist wichtig, damit beim Brennen die hohen Temperaturen entstehen können. Harke Chemicals wird in zweiter Generation von Thorsten Harke geleitet und gehört zur Harke Group mit insgesamt 140 Mitarbeitern.

 

DEXTRIN

Avebe Veendam, Niederlande. Dextrin bindet die Rohstoffe zu einem klebrigen Brei zusammen. Es wird aus Kartoffelstärke gewonnen und von der niederländischen Genossenschaft Avebe im Werk Vlagtwedde hergestellt. 2400 Bauern in den Niederlanden und Deutschland liefern dafür die Knollen. Die Stärke wird erhitzt und zu Dextrin veredelt. Weco kauft das Bindemittel über Biesterfeld Spezialchemie, ein Handelsunternehmen aus Hamburg.

 

BORAX

Rio Tinto Minerals Greenwood Village, USA. Das Mineral Borax sorgt dafür, dass die Rückstände aus der Brennmasse am Eisendraht haften bleiben und nicht tropfen. Produziert wird das Salz vom Rohstoffkonzern Rio Tinto. Ein Großteil des Minerals wird in Kalifornien abgebaut, wo 1872 eine große Mine entdeckt wurde. Weco kauft es nicht direkt bei Rio Tinto, sondern über das Essener Handelsunternehmen Reininghaus-Chemie ein.

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