Anzeige „Prakti.com“: Hauptrolle für Google in Hollywood

In Hollywood-Filmen ist das Arbeiten in großen Konzernen oft deprimierend, Angestellte sind Sklaven und Chefs Tyrannen. "Prakti.com", eine Komödie mit Vince Vaughn und Owen Wilson zeichnet nun ein anderes Bild. In der Hauptrolle: Der Internetgigant Google.

Können zwei Verkäufer der alten Schule – Mitte Vierzig und ohne Job – mit den smartesten jungen Talenten mithalten und sie im harten Kampf um einen begehrten Arbeitsplatz bei Google ausstechen? In der Komödie „Prakti.com“ (englischer Originaltitel: „The Internship“) versuchen dies Vince Vaughn und Owen Wilson. Der Film kommt in den USA diese Woche in die Kinos, in Deutschland erst am 19. September.

Die Arbeit in einem modernen Technologiekonzern macht Spaß, lautet die Botschaft. Sehr leistungsorientiert geht es zu, aber mit verständnisvollen Chefs und Kollegen. Die Bezahlung und Vergütungen sind so gut, dass niemand mehr weg will. Für dieses Paradies wollen Nick und Billy – Wilson und Vaughn wieder vereint nach ihrem Kinohit 2005 „Die Hochzeits-Crasher“ – auch eine Eintrittskarte. Frisch arbeitslos geworden bewerben sich die Ex-Verkäufer um einen der begehrten 1500 Praktikumsplätze bei Google. Die beiden „Noogler“ – so werden neue Googler genannt – müssen sich nun in dem Kultkonzern gegen weitaus jüngere Intelligenzbestien durchsetzen.

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Wie vielen anderen älteren Arbeitnehmern, die sich in der schnelllebigen, digitalen Arbeitswelt zurechtfinden müssen, gelingt dies Nick und Billy nicht auf Anhieb. Im Gegenteil: Die beiden sind Technologie-Dinosaurier unter den Geeks und Nerds. So rennen sie etwa hinter einem Auto her, um nach dem Weg zu fragen. Der Wagen ist aber eines von Googles fahrerlosen Autos. Knapp entgehen sie auch einem Zusammenstoß mit einem bärtigen Typen in Yogahosen auf einem Zweirad – es ist der Milliardär und Google-Mitbegründer Sergey Brin.

Mitspracherecht bei der Unternehmensdarstellung

Google arbeitete eng mit Regisseur Shawn Levy („Nachts im Museum“) zusammen, auch wenn der Film es mit der Realität auf dem Googleplex-Gelände nicht immer ganz genau nimmt. Es stimmt zwar, dass Google jedes Jahr etwa 1500 der klügsten Collegestudenten in den USA anheuert. Allerdings müssen sie nicht wie in „Prakti.com“ in Wettbewerben gegeneinander antreten. Der Bösewicht des Films, ein arroganter britischer Praktikant, wäre Firmeninsidern zufolge bei Google auch nicht willkommen.

Gemäß dem Google-Motto „Sei nicht böse“ (Don’t be Evil) kommt Kritik an dem Konzern wie etwa Verletzungen der Privatsphäre oder die beinahe-Monopolstellung bei der Internetsuche nicht zur Sprache. Einspruchsrecht hatte Google zwar keines, war aber unglücklich über eine Szene, in der das fahrerlose Google-Auto einen Unfall hat. Der Konzern habe nicht zu dem knapp 60 Millionen Dollar schweren Filmbudget beigetragen, aber ein Mitspracherecht bei der Darstellung seiner Produkte und Firmenkultur gehabt, sagte Regisseur Levy der „Los Angeles Times“.

Imagepflege für die gesamte Branche

Googles Kooperation steht in klarem Gegensatz zu Facebook, das kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Machern des Films „The Social Network“ hatte.

Während Google in dem Film gut wegkommt, sei das Ziel der Zusammenarbeit die Imagepflege für die gesamte Branche gewesen, sagte jüngst der Firmen-Mitgründer und heutige Konzernchef Larry Page. „Computerwissenschaft hat ein Marketing-Problem, wir gelten als griesgrämige Nerds“, räumte er ein. In der neuen Komödie hingegen sei der Chef von Googles Suchmaschinen-Geschäft, Amit Singhal, „die mit Abstand coolste Figur im Film“.

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