Leben Profis vermeiden Gefahren: Ausstellung zeigt risikoreiche Berufe

"Profis" riskieren ihre Gesundheit - und manchmal auch ihr Leben. Ob Gerüstbauer, Fußballer, Industrietaucher oder Astronaut - für sie alle lauern Gefahren im Berufsalltag. Eine Ausstellung zeigt neun der gefährlichsten Berufe.

Hölzerne Augen starren durch das Glas der Ausstellungsvitrine. Sie gehören „Matroshka“, einer Messpuppe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Fünf Jahre hat sie auf der Raumstation ISS verbracht. Im Kampf gegen die Strahlengefahr, der die Astronauten in ihrem Arbeitsalltag ausgesetzt sind, hat sie mit Hilfe von über 800 an ihr angebrachten Detektoren Daten gesammelt, die zum Schutz der Raumfahrer eingesetzt werden sollen. Nun ist sie ein Exponat der Sonderausstellung „Die Profis“ der Deutschen Arbeitsschutz-Ausstellung in Dortmund, die über Risiken in neun der gefährlichsten Berufe aufklären soll. Die Schau startet an diesem Sonntag.

Ob Gerüstbauer, Fußballprofi oder Industrietaucher: Schwere Unfälle, die Berufsunfähigkeit oder im schlimmsten Fall den Tod zur Folge haben können, sind auch in weniger eindeutig riskanten Berufen wie dem des Astronauten an der Tagesordnung. Jeder dritte tödliche Berufsunfall in Deutschland ist ein Absturz – Gerüstbauer sind also besonders gefährdet. Dementsprechend ausgefeilt sind die Strategien, die entwickelt wurden, um Gefahren zu minimieren. Auch darum dreht sich die Ausstellung, die unter anderem einen Streifenwagen der Polizei, ein Formel-1-Rennauto und einen historischen Tauchanzug aus den 40er Jahren zeigt.

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Am Streifenwagen steht an diesem Morgen Nicole Bonacker für Fragen bereit. Die Polizeihauptkommissarin erklärt den Wagen, zeigt, wo die Maschinenpistole in der Beifahrertür verstaut ist, wo die Schutzwesten liegen. 28 000 Mal wurden allein in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2011 Polizisten angegriffen. Doch auch wenn die Ausrüstung im Notfall lebensrettend sein kann: Gefahren zu vermeiden, bevor sie entstehen, hat für Polizisten oberste Priorität. „Kommunikation ist unsere stärkste Waffe“, sagt Bonacker. Deeskalationsstrategien seien ein wichtiger Teil der Ausbildung. Was man auch lerne: Im Alltagseinsatz ist die Küche einer der gefährlichsten Orte. „Dort liegen die ganzen Messer“, sagt Bonacker.

Exponate des Kampfmittelräumdienstes

Ebenfalls Teil der Ausstellung sind Exponate des Kampfmittelräumdienstes. Insgesamt 900 Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg haben Einsatzkräfte in den vergangenen vier Jahren im Regierungsbezirk Arnsberg entschärft. Ein 500 Kilogramm schweres Exemplar der amerikanischen Luftwaffe dient hier unter anderem zur Veranschaulichung, warum die Experten intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet werden. „Bevor man die erste Bombe entschärfen darf, muss man erst mal zehn Jahre im Dienst sein“, sagt Marcus Starzinger, der die Ausstellung organisiert hat.

Wenige Minuten später steht er schon neben Trainingsgeräten für Fußball-Profis, die unter anderem auch bei Borussia Dortmund eingesetzt werden. Auch sie sind Teil dieses Rundgangs durch die Gefahren des Alltags. Denn wer als Fußballprofi zu verletzungsanfällig ist, ist schnell raus aus dem Geschäft. Da hilft im Zweifel nur, Verletzungen vorzubeugen und somit Gefahren zu minimieren. Das haben die Fußballer mit Astronauten und Polizisten, Industrietauchern und Gerüstbauern gemein. Die Ausstellung läuft bis zum 27. April.

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