Leben Stephan Schwedhelm: Die Verwandlung des Klosterhofs

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Stephan Schwedhelm und Jagdhündin Lilly inspizieren die Premiumlage "Schwarzer Herrgott"

Stephan Schwedhelm und Jagdhündin Lilly inspizieren die Premiumlage "Schwarzer Herrgott"© Rheinpfalz

Als Stephan Schwedhelm das Weingut "Klosterhof" 2004 übernahm, krempelte er den Betrieb um, trimmte den Weinbau auf Qualität und investierte kräftig. Heute kommt der Winzer kaum nach mit Liefern. impulse und Rindchen's Weinkontor stellen seine Weine aus der Pfalz vor.

Es ging aber der jüngste Sohn in die Welt hinaus, zu verdingen sich bei fremden Herren. Doch sauer ward ihm der Dienst und er kehrte heim in den Weinberg des Vaters, ergriff seines Bruders Hand und gemeinsam führten sie fortan die Kelter.

Tatsächlich ist nichts Biblisches an Georg und Stephan Schwedhelm, aber wenn ein Weingut „Klosterhof“ heißt und die beste Lage „Schwarzer Herrgott“, dann kann man schon sakral erzählen von diesem Betrieb, der sich in vierter Generation neu erfindet. Über den Hof links: Vergangenheit. In der alten Probierstube schimmert die Sonne durch kleine Fenster. Rustikales Mobiliar träumt von den Busladungen der Lieblich-Trinker, denen die Eltern hier einschenkten. Über den Hof rechts: Zukunft.

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Auf dem Dach des Familiensitzes wollen die Brüder eine Vinothek bauen, ein Probierloft für die neuen Weinfreunde. Die nicht nur einen bunten Abend erleben, sondern sich den Wein auch erklären lassen wollen – etwa, warum internationale Rebsorten wie Chardonnay oder Sauvignon Blanc hier so ungewöhnlich schmecken: „Mir hat es immer widerstrebt, fast unreife Trauben zu ernten“, sagt Stephan Schwedhelm, den der Verband Deutscher Prädikatsweingüter als „Junges Talent“ führt.

Er erntet die Trauben vollreif, lässt dem Most Zeit. Das Ergebnis, „Schmelz und langer Nachklang“, verstehe nicht jeder: „Das ist auch besser so. Unsere Weine stehen nicht im Supermarkt, die gehen ins Extrem, die zeigen ihre Herkunft.“ Und finden ihre Käufer in den „bewussten Trinkern“, sagt Georg Schwedhelm, der nach dem BWL-Studium durch Agenturen und Konzerne zog und erkannte, dass er am liebsten die eigenen Weine vermarktet. Schon weil es das auf dem Klosterhof bisher nicht gab. Die Leute kauften, was sie kannten und was billig war. „Mit dem Fachhandel haben wir bis zu meinem Einstieg gar nicht gearbeitet“, sagt Stephan Schwedhelm.

Als er 2004 den Keller übernahm, war der Klosterhof ein Gemischtbetrieb. Schwedhelm legte die Äcker still und trimmte den Weinbau auf Qualität. „Allein in die Kellertechnik haben wir aus dem laufenden Betrieb 300 000 Euro investiert“, sagt der Diplom-ingenieur für Weinbau und Önologie. Von Edelstahltanks mit Temperaturfühlern bis zu einer Presse, die der Vater zu aufwendig findet: „Aber er sagt selbst, dass der Wein besser schmeckt.“

Karge Böden, viel Aroma

Was dem Wein guttut und was nicht, darüber spreche seine Generation sehr viel offener, auch Auslandserfahrungen seien heute üblich. Viele verleite das allerdings dazu, Weine so auszubauen wie in Neuseeland oder Südafrika, sagt Georg Schwedhelm. „Das machen wir nicht mit. Wir haben ein anderes Klima, andere Böden.“ Karg sind sie im Zellertal, einem vergessenen Zipfel zwischen Pfalz und Rheinhessen. Geringe Erträge, viel Aroma: Was früher ein Nachteil war, ist heute Markenkern. „In meinen Weinen spüren Sie den Kalkstein“, sagt Stephan Schwedhelm. Die großen Weißen sollen nicht so schnell satt machen, die Roten etwas fetter ausfallen als in Deutschland üblich. Überhaupt der deutsche Rotwein: Die Schwedhelms können gar nicht genug liefern, obwohl sie teilweise schon die doppelte Menge anbauen.

Jede Entscheidung über ihre 17 Hektar wirkt jahrzehntelang; ein Weinstock bringt erst nach vier Jahren Erträge, die besten hat der Vater vor 35 Jahren gepflanzt. Da hatte das Zellertal seine große Zeit hinter sich; jetzt soll es wieder zur Marke werden. Dass der Klosterhof biologisch arbeitet, steht nicht auf dem Etikett: „Mir widerstrebt dieser Hype. Ich mache das, weil es das Beste für den Wein ist und ich bei organischen Mitteln weiß, wie sie wirken.“ Absolute Kontrolle: Darum arbeitet Schwedhelm auch seit Jahren mit denselben Saisonkräften, die seine Lagen so gut kennen wie er. Zwei Wochen hat er die Weinberge gerade allein gelassen – ein Kanadaurlaub, bevor die Herbstlotterie losgeht: beobachten, probieren, bis der Moment reif ist für die Lese. Was nach dieser Knochentour in die Fässer kommt, soll nicht nur die neuen Trinker beglücken. Auch die alten Kunden sollen sich im Sortiment wiederfinden. „Das ist nur fair, die haben uns diese Entwicklung erst ermöglicht.“

 

Wein für impulse-Leser

 
Eine Kooperation zwischen zwei Mittelständlern: Rindchen‘s Weinkontor und der Impulse-Verlag. Zusammen haben wir Winzer ausgewählt, die hervorragenden Wein herstellen und zugleich eine spannende Unternehmensgeschichte zu bieten haben. Die Weine, die wir Ihnen vorstellen, können Sie zu Sonderkonditionen bestellen.

 

Das Klosterhof-Weinpaket
von Winzer Stephan Schwedhelm, Spitzentalent des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter

 

impulse wein 2 Flaschen 2012 Riesling Spätlese trocken, Zeller Schwarzer Herrgott

weiß, trocken, Pfalz, Deutschland

Herrgott, was für ein Duft! Diese Wolke aus Orange, Ananas und Lindenblütenhonig lässt das Herz zum Himmel schweben. Am Gaumen eine schwelgerische Orangen- und Zitrusfrucht, die von der hintergründigen Mineralität nicht nur weich abgepuffert wird, sondern auch mit einer Länge versehen ist, die ihresgleichen sucht. Einzelpreis 10,95 €

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Zeller Kreuzberg 2 Flaschen 2012 Chardonnay trocken, Zeller Kreuzberg

weiß, trocken, Pfalz, Deutschland

Gewagte Kombination, dieser Duft aus Honigmelone, grüner Banane und Salzbutter. Aber absolut smashing.Auch am Gaumen mag man zunächst kaum glauben, wie dieser göttliche Schmelz mit der kompakten Mineralität und der sehr lebendigen Art zusammenkommt. Einzelpreis 8,95 €

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impulse wein 2 Flaschen 2012 Portugieser Alte Reben, Rosskopf

rot, trocken, Pfalz, Deutschland

Winzer Stephan Schwedhelm hat es geschafft, die Rebsorte Portugieser von jeglicher Biederkeit zu befreien und demonstriert, welchen Qualitätssprung die Ernte von „Alten Reben“ in Toplage erbringt: tiefrote Farbe, intensiver
Duft nach Gewürznelken und Waldfrüchten, am Gaumen kräftig. So einen starken Portugieser hatten Sie noch nie im Glas! Einzelpreis 9,80 €

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