IT+Technik Technik-Trends auf der CES: Ultra-scharfes TV und smartes Auto

Besucher des CES 2013 in Las Vegas

Besucher des CES 2013 in Las Vegas© CES

Auf der CES in Las Vegas drehte sich einst alles vor allem um Fernseher und Hifi-Anlagen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen stehen immer mehr vernetzte Geräte für den Alltag und sogar Autos im Mittelpunkt.

Vom Auto bis zur smarten Gabel mit digitalem Innenleben – alles ist vernetzt auf der diesjährigen Elektronik-Messe CES in Las Vegas. Die Riesen-Show in der Wüstenstadt zeigt, wohin die Reise 2014 gehen wird. Schon die allerersten Ankündigungen vor dem offiziellen Beginn veranschaulichen, wie sehr das Internet und der Vormarsch von Smartphones und Tablets inzwischen das Geschäft umgekrempelt haben.

So erhebt Samsung als klare Nummer eins beim Smartphone-Absatz auch Anspruch auf eine Führungsrolle im gesamten vernetzten Zuhause. Die Südkoreaner stellen zur CES die Plattform „Samsung Smart Home“ vor, über die alle Haustechnik vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine oder einem Roboter-Staubsauger zu steuern sein soll.

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Die einst dominierenden großen Fernseher bekommen immer mehr Konkurrenz – auch wenn sie nach wie vor zu den sichtbarsten Neuheiten einer CES gehören. Die Unterhaltungselektronik-Branche kann derzeit etwas Schwung in diesem Geschäft gut gebrauchen, im vergangenen Jahr ging die Nachfrage nach neuen Flachbildfernsehern deutlich zurück. Für 2014 erhofft sich die Branche wieder deutlichen Auftrieb durch die Olympischen Winterspiele und die Fußball-Weltmeisterschaft als sportliche Großereignisse. Sie geben für die Verbraucher gute Anlässe ab, sich für einen neuen Flachbildfernseher zu entscheiden.

Neue Trends bei Fernsehern: „curved UHD“ und organische Leuchtdioden

Dabei setzen die Hersteller in diesem Jahr auf Geräte mit Ultra-HD-Auflösung und gebogenem Bildschirm. „Curved UHD“ sei einer der wichtigsten Trends der Messe, sagte Hans Wienands, Chef von Samsung Deutschland und Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im Branchenverband ZVEI. Der koreanische Elektronik-Riese hatte bereits zur IFA in Berlin im September erstmals einen UHD-Fernseher mit gebogenem Display präsentiert und wird sich zur CES noch stärker auf dieses Thema konzentrieren. Auch der Konkurrent LG hatte kürzlich angekündigt, sein erstes „curved UHD“ mit einer Bildschirmdiagonale von 105 Zoll auf der Messe zu zeigen. Dazu gibt es eine ganze Ultra-HD-Modellreihe mit Displays in vier Größen.

Die an den seitlichen Rändern leicht gebogene Bildfläche soll ähnlich wie im Kino das Seherlebnis noch einmal intensivieren. Zudem erhoffen sich die Hersteller von der auffälligen Form mehr Anziehungskraft. Die neue Ultra-HD-Auflösung (auch UHD genannt) bringt mit 3840 mal 2160 Pixeln vier Mal mehr Bildpunkte auf den Bildschirm als das bisherige Full-HD und sorgt damit für ein gestochen scharfes Bild. Allerdings sind Inhalte in dieser Auflösung nach wie vor rar. Zugleich können die Geräte aber auch herkömmliche HD-Signale oft so gut hochrechnen, dass ein Unterschied zu bisherigen Fernsehern sichtbar ist.

Noch stehen die Preise für die neuen Geräte nicht fest. Die Produktion der UHD-Panels ziehe aber bereits deutlich an, sagte Wienands. Man könne deshalb davon ausgehen, dass die Preise nicht nur jenseits von 5000 Euro liegen werden. Damit dürfte die UHD-Technologie für die Verbraucher schneller bezahlbar werden als Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED). Die Bildqualität der OLED-Displays, bei denen jeder einzelne Punkt organisch beleuchtet wird, sei zwar nicht zu toppen, sagte Wienands. Bis die Geräte reif für den Massenmarkt seien, dürften aber noch drei bis vier Jahre vergehen.

Android-System kommt ins Auto – Allianz mit Audi und GM

Neben immer besser und einfacher vernetzbarer Heimelektronik, neuen Audiosystemen und vielen kleinen Gadgets dürfte auch tragbare Technik wie Computerbrillen und Datenuhren auf der CES in diesem Jahr zu sehen sein. Dass Samsungs Computer-Uhr Galaxy Gear in Las Vegas im Rampenlicht stehen wird, kann sich Wienands allerdings nicht vorstellen. „Die werden Sie an den Handgelenken sehen, den Rest heben wir uns für die kommenden Messen des Jahres auf.“

Für eine Überraschung sorgte Google: Der Internet-Konzern stellte am Montag eine Allianz vor, die das dominierende Smartphone-Betriebssystem Android ins Auto bringen soll. Zu den Partnern der „Open Automotive Alliance“ (Offene Auto-Allianz) gehören auch der deutsche Autobauer Audi und die Opel-Mutter General Motors.

Die Unternehmen wollen daran arbeiten, neue Formen der Integration von Android-Geräten im Auto zu ermöglichen. Android solle auch für das Auto angepasst werden, um das Fahren sicherer und einfacher zu machen, hieß es in einem Google-Blogeintrag.

Bosch arbeitet an automatischem Einparksystem

Das Bündnis könnte Googles dominante Stellung bei Smartphone-Betriebssystemen auf den Autobereich ausdehnen. Der Name Open Automotive Alliance ist eine direkte Anlehnung an den Namen der Open Handset Alliance, aus der Android hervorging. Android ist das mit Abstand meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem und hatte nach jüngsten verfügbaren Zahlen im dritten Quartal 2013 einen Marktanteil von über 80 Prozent. Das Google-System konkurriert zum Teil mit dem Apple-Ökosystem „iOS in the Car“, das der iPhone-Hersteller im vergangenen Sommer auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt hatte.

Bei dem von Google geführten Bündnis machen auch die Autobauer General Motors, Honda und Hyundai mit, die ebenfalls alle gleichzeitig Partner von Apple sind. Andere Hersteller seien eingeladen, um „an einer gemeinsamen Plattform für Innovationen im Auto zu arbeiten“.

An der Vision des vernetzen Autos arbeitet auch der deutsche Elektronik-Konzern Bosch. Neben neuartigen Sensoren, die auch in Autos eingebaut werden können, arbeitet Bosch an Anwendungen, die Aufgaben der Fahrer übernehmen. Darunter ist ein automatisches Einparksystem. Dem Unternehmen schwebt vor, dass Fahrer ihr Auto irgendwann vor dem Parkhaus abstellen und das Fahrzeug sich selbstständig einen Parkplatz sucht. „Es wird das komplett automatisierte Fahren geben“, zeigte sich Struth überzeugt. Viele Autohersteller arbeiten derzeit daran.

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