Leben Touristen meiden Ägypten

Die Lage in Ägypten eskaliert, das bekommen auch die großen deutschen Reiseveranstalter zu spüren. Die Buchungen gehen deutlich zurück.

So liegen die Buchungen beim Marktführer Tui Deutschland in der Sommersaison einstellig unter dem Vorjahresniveau, wie das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass man bereits Kapazitäten in Ägypten abbaue.

Vor dem arabischen Frühling waren die Zahlen viel besser
Bei DER Touristik Köln liegen die Buchungen nach Angaben von Sprecherin Anne Schmidt weit unter dem normalen Niveau. „Es gibt noch eine Nachfrage, diese ist jedoch sehr schwach.“ Der Veranstalter FTI aus München hat im laufenden Sommergeschäft noch ein zweistelliges Plus verzeichnet. Die Neubuchungen für den Winter sind laut Sprecher Christian Müller jedoch zurückgegangen. Alltours-Sprecherin Alexandra Hoffmann berichtete von rückläufigen Zahlen sowohl für den Sommer als auch für die anstehende Wintersaison.

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Weit entfernt sind die Buchungszahlen fast überall vom Niveau aus der Zeit vor dem arabischen Frühling. „Ägypten hat sich noch nicht von der Revolution erholt“, sagte Mathias Brandes, Sprecher von Thomas Cook und Neckermann. Seit den jüngsten Unruhen seien die Buchungszahlen auch bei dem Veranstalter aus Oberursel noch einmal zurückgegangen.

Deutsche Unternehmen bleiben

Der Deutsche Reiseverband (DRV) berichtet von vermehrten Anfragen der Kunden bei den Veranstaltern. „Es gibt jedoch keine Storno- oder Umbuchungswelle“, sagte Sprecherin Sibylle Zeuch.

Deutsche Unternehmen wollen sich trotz der blutigen Unruhen nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nicht aus dem nordafrikanischen Land zurückziehen. Es gebe bisher keine entsprechenden Signale. „Die Unternehmen, die da sind, werfen nicht das Handtuch“, sagte der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, am Donnerstag. Dies habe sich schon bei früheren Unruhen gezeigt. Diese richteten sich nicht gegen Ausländer. Der DIHK befürchtet jedoch weitere Rückschläge für die ägyptische Wirtschaft und eine stärkere Abhängigkeit des Landes von ausländischen Geldgebern.

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