Leben Vom Borgward zum Mercedes – 75 Jahre Automobilwerk Bremen

Ein Borgward Isabella, Baujahr 1959/60, bei einem Borgward-Treffen in Andernach.

Ein Borgward Isabella, Baujahr 1959/60, bei einem Borgward-Treffen in Andernach.© Lothar Spurzem/Wikimedia Commons 2.0

Den Namen Borgward verbinden Autoliebhaber bis heute eng mit Bremen. 1938 wurden dort die Carl F.W. Borgward Automobil- und Motorenwerke gegründet. An dem Standort rollen seit nunmehr 35 Jahren aber Fahrzeuge mit dem Mercedes-Stern vom Band.

 

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Als Traum aus Lack und Chrom gelten sie bis heute: Die legendären Isabella-Limousinen und Coupés aus dem Hause Borgward. Seit 1961 werden sie nach dem Zusammenbruch der Carl F.W. Borgward Automobil- und Motorenwerke nicht mehr gebaut, doch sie fahren bis heute nicht nur auf deutschen Straßen. „Diese Autos haben ein Gesicht, die kann man gar nicht nachbauen“, schwärmt die 1. Vorsitzende des Borgward-Clubs Bremen, Anne Hintz. Mehr als 100 Mitglieder zählt der Club.

Vor 75 Jahren gründete der Unternehmer Carl Friedrich Wilhelm Borgward seine Automobilfabrik in Bremen-Sebaldsbrück. Der Standort gilt bis heute als Autoschmiede. 1978 rollten in dem ehemaligen Borgward-Werk die ersten Mercedes-Modelle vom Band.

Carl Friedrich Wilhelm Borgward war ein erfindungsreicher Autobauer. Seine größten Erfolge feierte der gebürtige Hamburger nach dem Krieg. 1950 lief der erste Lloyd vom Band, ein kleines Auto mit kunststoffüberzogener Sperrholzkarosserie. Im Volksmund erhielt er wegen des Kunststoffs schnell den Spitznamen „Leukoplastbomber“. Neben Lloyd produzierte Borgward auch die Automarken Goliath und Arabella. Zu den Borgward-Typen zählten Hansa und Isabella. In den besten Zeiten beschäftigte das Unternehmen rund 24 000 Mitarbeiter. 1961 ging der Automobilhersteller pleite.

Mercedes übernimmt das Werk

Viele Jahre später übernahm der Daimler-Konzern das frühere Gelände samt Werk. Der Mercedes-Standort ist heute mit mehr als 12 500 Mitarbeitern Bremens größter privater Arbeitgeber – wie einst Borgward. Acht Modelle laufen hier aktuell vom Band. „Bremen ist eine Autostadt“, sagt Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).

Der Mythos Borgward lebt indes weiter. In vielen europäischen Ländern wie Schweden, Dänemark, Österreich gibt es nach Angaben von Anne Hintz Borgward-Clubs. „Irgendwo findet man immer einen Borgward“, meint Hintz. Und auch auf der Internet-Plattform mobile.de werden verschiedenste Borgward-Fahrzeuge angeboten. „2012 hatten wir 252 Inserate der Marke Borgward im Angebot“, berichtet die Sprecherin von mobile.de, Aileen Wagefeld. Aktuell gibt es auf der Seite beispielsweise eine Isabella de Luxe für 14 900 Euro.

Internationales Borgwardtreffen am 27./28. Juli

Der Bremer Borgward-Club wurde 1981 gegründet. Die meisten Mitglieder gehören der älteren Generation an, auch ehemalige Borgward-Mitarbeiter sind dabei. „Die jungen Leute kennen sich nicht mit dem Auto aus, sie können nicht schrauben und basteln“, sagt Hintz.

Die Club-Vorsitzende besitzt ein cremefarbenes Borgward Isabella Coupé von 1957. „Wir fahren damit auch längere Touren wie nach Österreich zu den Treffen. Das Auto hat uns immer sehr treue Dienste geleistet“, schwärmt Hintz von ihrem Oldtimer. Am 27./28. Juli ist in Bremen internationales Borgwardtreffen zum Gedenken an den 50. Todestag von Carl F.W. Borgward. Nur zwei Jahre nach dem Zusammenbruch seines Lebenstraums starb er im Alter von 73 Jahren am 28. Juli 1963.

Mehr Informationen zum Borgward-Club Bremen und dem internationalen Borgwardtreffen finden Sie hier: http://www.borgward-club-bremen.de/

1 Kommentar
  • Hans Schüßler 2. Juni 2013 18:05

    Borgward ist doch ein gutes Beispiel wie man Konkurenten über Bankeneinfluss los wird, Oder ?

    am Ende bekommt man das Gelände auch noch zum Vorzugspreis.

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