Anzeige Wagner, Verdi und die Intendantensuche

Jedermann 2013: Cornelius Obonya als Jedermann und Peter Lohmeyer als Tod.

Jedermann 2013: Cornelius Obonya als Jedermann und Peter Lohmeyer als Tod. © Salzburger Festspiele / Forster

Die Salzburger Festspiele locken 2013 mit einem starbesetzten Programm. Doch neben künstlerischen Aspekten wird auch die Intendanten-Frage in der Hofstallgasse heiß diskutiert werden.

Diese Stellenanzeige richtet sich an einen kleinen Personenkreis Hochqualifizierter. Per Inserat in mehreren Zeitungen suchen die Salzburger Festspiele nach einem künstlerischen Leiter und einem Präsidenten. Doch die Erwählten sollen schon so gut wie feststehen: Die langjährige Präsidentin Helga Rabl-Stadler, deren Vertrag 2014 ausläuft, gilt als unangefochten und eine weitere Amtszeit als sicher. Und der Musiker Markus Hinterhäuser wird nach einer Übergangszeit als wahrscheinlicher Nachfolger von Alexander Pereira gehandelt.

Der nach Querelen ab 2015 Richtung Mailänder Scala scheidende Wiener Pereira präsentiert in dieser Saison ein starbesetztes Mammut-Programm. Unter anderem warten ein komplett neuer „Jedermann“ und Werke der vor 200 Jahren geborenen Komponisten Richard Wagner und Giuseppe Verdi auf die Besucher.

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Fast alle Karten sind verkauft
Anfang Juli waren bereits fast 90 Prozent der 260 000 Karten für das berühmte Sommerfestival vom 19. Juli bis 1. September verkauft. Tickets für die großen Opernpremieren kosten bis zu 370 Euro, doch günstigere – und schlechtere – Plätze sind bereits ab 15 Euro zu haben. Insgesamt stehen in diesem Jahr rund 280 Veranstaltungen an 14 Spielstätten in der Mozartstadt und der Umgebung auf dem Programm. Neben Opern, Theaterstücken und Konzerten mit Starbesetzung gibt es auch ein Kinderprogramm und mit Reihen wie dem „Young Directors Project“ Nachwuchsförderung.

„Im Opernbereich stehen 2013 selbstredend die vor 200 Jahren geborenen Musiktheater-Giganten Richard Wagner und Giuseppe Verdi im Mittelpunkt“, schreibt der Intendant im Vorwort zum Programm. Dabei setzt Pereira ganz auf bewährte Stars: Peter Stein inszeniert die Verdi-Oper „Don Carlo“ unter der musikalischen Leitung von Antonio Pappano unter anderem mit Matti Salminen und Jonas Kaufmann.

Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf inszeniert Mozarts „Così fan tutte“ als Start eines neuen Da-Ponte-Zyklusses. Christoph Eschenbach übernimmt die musikalische Leitung. Der ursprünglich dafür vorgesehene Dirigent Franz Welser-Möst hatte nach Streitereien mit Pereira hingeworfen.
Dirigent Daniele Gatti und Regisseur Stefan Herheim verantworten Wagners „Meistersinger von Nürnberg“, Zubin Mehta steht bei Verdis letzter Oper „Falstaff“ am Pult. Als einzige Neue-Musik-Großproduktion eröffnet Harrison Birtwistles King-Arthur-Oper „Gawain“ das Opernprogramm. Die Inszenierung übernimmt Alvis Hermanis. Für weitere Projekten sind auch die Klassik-Superstars Rolando Villazón, Cecilia Bartoli und Anna Netrebko verpflichtet.

Ein rundum neuer „Jedermann“

Im Schauspielbereich richten sich zunächst alle Blicke auf einen rundum neuen „Jedermann“ auf dem Domplatz: Die Regisseure Julian Crouch und Brian Mertes haben dem Mysterienspiel eine neue Inszenierung verpasst. Mit Cornelius Obonya als reichem Jedermann und Brigitte Hobmeier als wortkarger Buhlschaft lebt und stirbt ein komplett neues Team auf dem Domplatz. Regisseur Michael Thalheimer zeigt Schillers „Jungfrau von Orleans“. Als Kooperation mit dem Burgtheater setzt der dortige Chef Matthias Hartmann das Nestroy-Stück „Lumpazivagabundus“ mit Nicholas Ofczarek in Szene. Mit „Sans Objet“ wird ein verkehrtes Puppentheater zu sehen sein: Ein Roboter dirigiert in dem wortlosen Theater die Menschen.

Neben Künstlerischem wird in der Salzburger Hofstallgasse in diesem Sommer sicher auch die Intendanten-Frage debattiert werden: Pereira, der nach Streitereien mit dem Festspielkuratorium um das Budget 2015 nach Mailand weiterzieht, wird noch 2014 verantworten. Dann übernehmen Präsidentin Rabl-Stadler und Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf übergangsweise. 2017 soll dann ein neuer fester Intendant antreten – und genau dann endet der Vertrag von Markus Hinterhäuser bei den Wiener Festwochen. „Diese Jahreszahl ist nicht zufällig“, sagte Kuratoriums-Mitglied und Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden zuletzt. Der ehemalige Salzburger Konzertchef Hinterhäuser sei willkommen. Offiziell endet die Bewerbungsfrist für die Stellenanzeige am 2. September.

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