Management Anekdoten aus dem McDonald’s-Reich, Teil II

Kennen Sie die Geschichte, wie die McDrive-Restaurants entstanden? impulse präsentiert im zweiten Teil seiner Anekdoten-Serie Amüsantes aus dem Reich der Franchise-Fast-Food-Kette.

McDrive-Through

Die ersten McDonald’s-Restaurants hatten keine Tische und Stühle, die Kunden holten sich an der Theke ihre Burger und Pommes, um sie mit in ihre Autos auf dem Parkplatz zu nehmen. Dann wuchs McDonald’s jahrzehntelang mit Tischen und Stühlen in den Restaurants. Bis 1975 der Kommandant der US-Armee von Fort Huachuca in Arizona den Befehl erließ, dass Soldaten in Uniform außerhalb der Kaserne nicht aus dem Auto steigen dürfen. Die Folge: Der McDonald’s im nahen Sierra Vista wird der erste Drive-Through, bei dem das Essen in Tüten ins Auto gereicht wird.

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McEisbergsalat

Als McDonald’s ab 1974 in Deutschland expandieren wollte, geriet das zum Problem: Im ganzen Land gab es keinen Eisbergsalat. Ohne den, oder besser, ohne 13 Gramm Eisbergsalat, dürften aber die Burger nicht verkauft werden, sagte die Zentrale in Amerika. Deshalb musste Einkaufschef Michael Gerling zaubern. Er rief die Telefonzentrale der Kelley-Barracks der US-Armee in Stuttgart-Plieningen an und fragte, wo die Kantine denn ihren Eisbergsalat herbekomme. Die deutsche Telefonistin sagte, da komme ein Landwirt aus der Gegend von Reutlingen. Sie werde den das nächste Mal ansprechen. So baute McDonald’s die Geschäftsbeziehung zu Vita Gemüse auf. Aus dem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb mit 200.000 Mark Jahresumsatz wurde ein Betrieb, den der französische Konzern Bonduelle 2003 für 40 Mio. Euro kaufte. Die Wertsteigerung kam durch das McWachstum. Vita produzierte da nicht mehr nur Eisbergsalat für Burger sondern auch die fertigen Salate für McDonald‘s, für die Heidi Klum im Fernsehen trommelte.

McSoßen

Soßen, Ketchup, Senf, Gurken waren die Probleme von McDonald’s, als die Kette in Deutschland startete. In diesen Produkten waren in den USA Konservierungsstoffe und Färbemittel erlaubt, in Deutschland nicht. Deswegen mussten die Produkte hier neu entwickelt werden. Das machte der Mittelständler Develey in München. Manche Soße ging mehr als 100 Mal über den Atlantik, bis die McDonald’s-Zentrale ihr Einverständnis gab. Bis 1978 waren die Burger in Deutschland völlig anders als in den USA bereitet, nämlich mit Gewürzgurken statt Salzgurken. Es dauerte so lange bis Develey, sie so produzieren konnte.

McGutschein

Bevor 1971 in München der erste McDonald’s eröffnet wurde, gingen Mitarbeiter der Werbeagentur Heye und Partner in der Nachbarschaft herum und baten Ladenbesitzer, doch ein McDonald’s-Plakat mit dem Eröffnungsdatum ins Schaufenster zu hängen. Lohn: Ein Gutschein für einen Hamburger.

McSteuer

Das Finanzamt macht es kompliziert. Für Außer-Haus-Bestellungen fallen sieben Prozent Mehrwertsteuer an, für Kunden, die in den Restaurants speisen, 19 Prozent. Deshalb müssen McDonald’s Mitarbeiter immer fragen: „Zum Mitnehmen?“ und die richtige Kassentaste drücken. Wer Cheeseburger zum Mitnehmen bestellt und keine Tüte will, erzwingt theoretisch ein
Steuervergehen, denn das Finanzamt vergleicht Verpackungsverbrauch und
Verkauf, toleriert inzwischen aber kleine Differenzen. Für Softdrinks verlangt es der
Einfachheit halber einen einheitlichen Steuersatz: 19 Prozent. Zu Ungunsten von
McDonald‘s.

McFlug-Shrimps

Lieferprobleme soll es bei McDonald’s nicht geben. Das ambitionierte Ziel aber kostet Geld. Beispiel: Shrimps. 1990 servierten die Filialen fritierte Shrimps für 4,95 D-Mark, für McDonald’s damals ein horrender Preis. Doch die Neuheit lockte die Deutschen wie Süchtige an. Um für schnellen Nachschub zu sorgen, änderte die Deutschland-Zentrale kurzerhand die Transportart. Statt mit dem Schiff, kamen die Shrimps nun mit dem Flugzeug aus Bangkok. Weil McDonald’s alsbald den Shrimpsmarkt leerkaufte, stiegen im folgenden Jahr die Preise für Shrimps in aller Welt stark an.

Hinweis
Mehr zum Franchise-Giganten McDonald’s erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 09/2012.

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