Management Arbeitgeberpräsident Hundt schlägt Kramer als Nachfolger vor

Ingo Kramer in der Zentrale seines Unternehmens.

Ingo Kramer in der Zentrale seines Unternehmens. © Nordmetall 2007

Dieter Hundt will im kommenden November nicht mehr als Arbeitgeberpräsident kandidieren. Als seinen Nachfolger schlägt er den Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer vor. Dem zukünftigen Präsidenten stehen schwere Aufgaben bevor.

Der langjährige Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, wird nicht mehr für das Amt kandidieren. Der 74-Jährige wolle nun am kommenden Montag – im Einvernehmen mit den Vizepräsidenten – bei einer Vorstandssitzung den Unternehmer Ingo Kramer als Nachfolger vorschlagen, bestätigte ein BDA-Sprecher am Dienstag. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» darüber berichtet. Kramer ist derzeit einer der Vizepräsidenten des Verbandes. Die Wahl des neuen Präsidenten sei am 18. November. Hundt habe den Schritt am Montag dem Präsidium angekündigt.

Hundt ist seit 1996 Arbeitgeberpräsident. Er hatte – nach anhaltender Kritik – fast zeitgleich auch das Amt des Aufsichtsratschefs des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Am Montag hatte er dann auch dem BDA-Präsidium angekündigt, bei der Wahl am 18. November nicht mehr kandidieren zu wollen, und bereits den Nachfolger präsentiert.

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Sein Wunschnachfolger Kramer ist seit 2003 BDA-Präsidiumsmitglied, sitzt der Stiftung der deutschen Wirtschaft vor und ist seit 2007 Präsident des Arbeitgeberverbands Nordmetall. Er leitet seit 1986 als geschäftsführender Gesellschafter die mittelständische JHK-Gruppe. In Bremerhaven und Ahlhorn beschäftigt der Anlagenbauer rund 260 Mitarbeiter. Kramer gilt als Vertreter des Mittelstandes.

Auf den künftigen BDA-Präsidenten Kramer kommen schwierige Aufgaben zu – intern wie extern. Seit langem gibt es Forderungen, dass die großen Wirtschaftsverbände und gerade die BDA eine Struktur- und Organisationsreform angehen sollten. Zudem ist der Einfluss der Verbände auf die Politik in den vergangenen Jahrzehnten erheblich geschrumpft.

In seiner Funktion als Tarifpartner der Gewerkschaften muss sich der Arbeitgeberverband mit Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Anders als zu Zeiten der Agenda 2010 von SPD-Kanzler Gerhard Schröder geht es heute nicht mehr so sehr um die hohe Zahl der Arbeitslosen als vielmehr um die Zuwanderung von Fachkräften.

Nach der Bundestagswahl im September dürfte je nach Ausgang das Thema Mindestlohn wieder hochkommen. In den Tarifauseinandersetzungen gefährden kleinere Spartengewerkschaften mit erheblichen Auswirkungen etwa im Gesundheitswesen oder auf den Luft- oder Schienenverkehr die Tarifeinheit. Eine schlüssige Antwort darauf haben weder Politik noch Arbeitgeber noch die führenden Einzelgewerkschaften bislang gefunden.

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