Management Au Backe!

Der Fall Monsterbacke zeigt: Wer Lebensmittel bewerben will, sucht sich besser einen Anwalt.

„So wichtig wie das tägliche Glas Milch!“ Damit warb Ehrmann fast 20 Jahre für den ­Joghurt Monsterbacke. Und brachte ihn mit diesem Versprechen in die Schulranzen. Damit ist nun Schluss, beschied im Dezember 2012 der Bundesgerichtshof (BGH).

Schuld ist die Health-Claim-Verordnung, zu Deutsch: Europäische Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. Sie verbietet Aussagen, wenn diese nicht belegt oder näher erläutert werden. Mehr als 1000 von ihnen hat die ­europäische Lebensmittelaufsicht bereits verbannt, nur knapp 250 zugelassen. Die Milchglas-Analogie von Monsterbacke gehört nicht dazu. Die Richter sahen darin eine unzulässige gesundheitsbezogene Angabe.

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Wer für seine Lebensmittelprodukte werben möchte, muss einiges an Rechtsmaterie beachten. „Neben Abmahnungen von Wettbewerbern drohen bei Fehlverhalten auch Strafen nach dem Lebens- und Futtermittelgesetzbuch“, sagt Birgit Rosenbaum, Partnerin der Kanzlei Lampmann, Haber­kamm & Rosenbaum.

Im Fall Monsterbacke muss noch eine andere Frage geklärt werden: ob die EG-Verordnung rückwirkend gilt. Denn der Werbespruch ist älter als sie. Mit der Frage beschäftigt sich nun der Euro­päische Gerichtshof.

Ehrmann wartet derweil. Auf der Webseite steht: „… enthält viel Gesundes aus Milch, vor allem aber eine Extraportion Spaß.“

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