Management Aufsichts- und Beiräte mehrheitlich falsch besetzt

In den Aufsichtsräten deutscher Mittelständler fehlt es häufig an der notwendigen Distanz zum Unternehmen. Viele Ratsmitglieder hatten vor ihrer Aufsichtsratstätigkeit eine geschäftliche Beziehung mit dem Unternehmen. Welche Konsequenzen diese Fehlbesetzung haben kann, wird auf dem Mittelstandskongress aufgezeigt.

Rund drei Viertel der Aufsichts- und Beiräte von deutschen Mittelständlern hatten vor ihrer Berufung in das Kontrollgremium eine geschäftliche Beziehung mit dem Unternehmen. Eine strikt an sachlichen Notwendigkeiten und der Unternehmenssituation ausgerichtete Besetzung der Aufsichtsorgane findet hingegen mehrheitlich nicht statt. Welche Konsequenzen dieser unsystematische Angang für die Aufsichts- und Beratungskultur im Mittelstand hat, werden zahlreiche Experten am 7. Juni im Rahmen des Mittelstandskongresses WACHSEN!2011 in Köln diskutieren, der von der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert mitveranstaltet wird.

„Je kleiner ein Unternehmen oder überschaubarer das Geschäftsmodell ist, desto eher sind ehemalige Geschäftspartner in den Aufsichts- und Beiräten zu finden“, sagt Hans Schlipat, Partner bei der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert. „Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen der konkrete beziehungsweise erwartete Wertbeitrag des einzelnen Aufsichtsrats- oder Beiratsmitglieds bei dessen Grundvergütung ebenso wenig eine Rolle spielt wie das Einkommen der operativen Geschäftsführung“, so Schlipat weiter. Und auch über den vom Aufseher notwendigerweise zu erbringenden zeitlichen Einsatz für das zu kontrollierende Unternehmen werde vor dessen Berufung in das Gremium meist nur unzureichend gesprochen.

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Zusammen mit Arno Mahlert, Aufsichtsrat der maxingvest AG, der Dachgesellschaft der Teilkonzerne Tchibo GmbH und Beiersdorf AG, wird Schlipat am 7. Juni im Rahmen der WACHSEN!2011 einen Workshop mit dem Schwerpunkt Aufsichts- und Beratungskultur moderieren. Hierbei wird es neben Themen wie Vertrauen und Offenheit vor allem um Professionalität in der Gremiumsarbeit gehen. An negativen und positiven Praxisbeispielen werden Mahlert und Schlipat dabei die Chancen und Grenzen der Aufsichts- und Beiratsarbeit aufzeigen und die Frage beantworten, wie externe Kompetenz erfolgreich integriert werden kann.

Mehr zum Mittelstandskongress finden sie hier

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