Management Aus der Praxis: Fünf Tipps für Einzelunternehmer

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Früher arbeitete Stefan Ott zu Hause. Heute hat er ein Büro angemietet.

Früher arbeitete Stefan Ott zu Hause. Heute hat er ein Büro angemietet.© Dominik Gigler

Alles aus einer Hand: In Deutschland arbeiten rund 2,5 Millionen Einzelunternehmer - so wie Stefan Ott. Er kennt die Vor- und Nachteile der Solo-Selbstständigkeit und gibt auf impulse.de Tipps - von einem Einzelkämpfer für Einzelkämpfer.

1. Bilden Sie Rücklagen
Einzelunternehmer unterschätzen oft, dass Fixkosten wie Miete und Krankenversicherung ständig weiterlaufen – auch wenn mal weniger Aufträge eingehen. Ich kann deshalb jedem nur empfehlen, bereits zu Anfang finanzielle Rücklagen zu bilden. So lassen sich Flauten oder Krankheitsfälle leichter abfedern.

Ich weiß, dass Gründer vor allem in der Startphase wenig Spielraum haben, etwas zur Seite zu legen. Dennoch sollten sie es dringend versuchen. Ich habe im ersten Jahr beispielsweise meinen persönlichen Konsum stark zurückgeschraubt, um mir Rücklagen aufzubauen. In der Krise 2008/2009, als meine Kunden mit Aufträgen etwas verhalten waren, habe ich dieses finanzielle Polster dann tatsächlich auch zeitweise benötigt.

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2. Konzentrieren Sie sich auf Neukundengewinnung
Wer die ersten Kunden hat, neigt dazu, sich darauf auszuruhen. Das kann fatal sein. Vor allem am Anfang sollten Selbstständige versuchen, so viele Kunden wie möglich zu akquirieren. Bei einem Kunden können mitunter Monate oder Jahre vergehen, bis der nächste Auftrag kommt – ein großer Stamm gleicht das aus.

3. Sorgen Sie für 100-prozentige Kundenzufriedenheit
Die allerbeste Werbung sind zufriedene Kunden. Wer seine Auftraggeber mit exzellentem Service zufrieden stellt, wird weiterempfohlen. Und nichts ist für Einzelunternehmer wichtiger, als eine Empfehlung. Kunden, die über einen Tipp kommen, sind weniger skeptisch und schenken einem einen großen Vertrauensvorschuss. Ich selbst habe schon mehrfach davon profitiert.

4. Bauen Sie sich ein eigenes Netzwerk auf
Klar gibt es Plattformen im Netz, wie Xing, über die man Kontakte knüpfen kann. Nachhaltiger sind allerdings ganz persönliche, branchenspezifische Netzwerke, von denen man langfristig profitiert. Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, indem ich aktiv den Kontakt zu Firmen und Freelancern gesucht habe. Dabei geht es vor allem um den Gedankenaustausch: Man lernt von dem Wissen anderer und muss nicht alle Erfahrungen selbst machen. Ein eigenes Netzwerk aufzubauen, geht nicht von heute auf morgen. Deshalb sollten Einzelunternehmer möglichst früh damit beginnen.

5. Strukturieren Sie Ihren Arbeitsalltag
Ich kenne viele Einzelkämpfer, die bei Nacht arbeiten, weil das ihrer inneren Uhr entspricht. Für ihre Kunden sind sie so allerdings schwer erreichbar – und verlieren Aufträge. Ich kann jedem Einzelunternehmer deshalb nur raten, sich selbst Kernarbeitszeiten zu verordnen, die sich an
der Zielgruppe orientieren.

Zu Anfang hatte ich mein Büro in meiner Privatwohnung und ich kenne das Problem, wenn man nie richtig bei der Arbeit und nie richtig privat ist. Mein Tipp an Einzelunternehmer ist: Trennen Sie Büro und Privatwohnung. Wenn Sie sich keine eigenen Räume leisten können, versuchen Sie es bei einer Bürogemeinschaft.

 

Zur Person:
Stefan Ott, 36, ist Gründer der Firma O-WS Informatiksystem in Bernstadt. Er sagt: „Ich fühle mich als Einzelunternehmer sehr wohl – auch wenn ich mich manchmal über die Rahmenbedingungen ärgere und der Politik zurüfen möchte: bitte nicht noch mehr Bürokratie!“

 

cover0114Mehr Tipps und Tricks für Einzelunternehmer finden Sie in der impulse 03/2014

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