Management Autodidakten

Einmal im Monat stellt impulse Unternehmerspielzeug vor. Dieses Mal: Navigationsgeräte. Wie sie heute aussehen und morgen aussehen werden.

Heute

Wären doch alle Kindheitsträume so einfach zu erfüllen wie der vom intelligenten Auto. In den 80ern besaß dieses Wunderwerk der Technik nur ein Mann: Michael Knight, ein ehemaliger Polizist, der mit Kitt, seinem denkenden, sprechenden und selbststeuernden Pontiac Firebird, Verbrecher jagte und Millionen Teenager vor den Fernseher lockte.

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Heute können schon weit weniger exotische Gefährte(n) mitdenken – und nutzen dazu etwa die Rechenleistung von Smartphones. Das App-Radio von Pioneer lässt sich über iPhone und Android-Smartphone mit verschiedenen Auto-, Kommunikations- und Navigationsprogrammen bespielen. Sprechen – wenn auch nicht mit solch schöner Stimme wie Kitt – können Navigationsgeräte schon länger. Mittlerweile aber auch lauschen. Mit Geräten wie dem Becker Professional 50 hört das Auto aufs Wort. Nutzer müssen Adressen nicht mehr fitzelig in viel zu kleine Displays tippen, sondern steuern Ziele auf Zuruf an.

Was einfach klingt, erfordert einige Rechenleistung: „Ob ich jetzt ,Ziel eingeben‘ oder ,Adresse eingeben‘ oder ,Ich möchte nach XY fahren‘ sage – das System muss alle Varianten erkennen“, sagt Arnd Weil, der bei Nuance, einem Unternehmen für Spracherkennungssoftware, den Bereich Automotive leitet. Für erhöhten Fahrkomfort setzen Unternehmen zudem auf neue Anzeigen: Mit Head-up-Displays wird die Frontscheibe zum Armaturenbrett. Werte wie Geschwindigkeit und Reifendruck werden auf das Glas projiziert – das konnte selbst Kitt erst Anfang der 90er.

1 Sehen Head-up-Display als Sonderausstattung, etwa im Audi A6, 1380 Euro, Händlersuche unter www.audi.de
2 Denken Pioneer App-Radio SPH-DA100, für iPhone und Android-Smartphone, 399 Euro, Händler unter www.pioneer.eu
3 Hören Navigationsgerät Becker Professional 50, 249 Euro, unter shop.mobilenavigation.mybecker.com

Übermorgen

Das iPhone hat es vorgemacht: Moderne Sprachsteuerung braucht keine prononcierte Befehlsform mehr, sondern kommt mit alltäglicher Sprache zurecht. Das stellt die Entwickler allerdings vor Probleme, weil immer größere Datenmengen verarbeitet werden müssen. „Heute geht der Trend in die Richtung, Sprachtechnologien nicht nur verbaut im Auto, sondern auch über die Cloud zu nutzen“, sagt Nuance-Manager Arnd Weil. Per Internetverbindung also.

Das erleichtere die Verarbeitung eines größeren Wortschatzes, der wiederum Voraussetzung für neue Aufgaben ist: Diktiere man etwa eine SMS, bedürfe es einer sehr komplexen Spracherkennung, die nicht nur eine bestimmte Zahl von Kommandos, sondern jedes beliebige Wort erkennen müsse, sagt Weil. Komplett ins Internet verlegen kann man die Technologie aber nicht; das Auto müsse auch noch kommunizieren können, wenn es keine Verbindung zum Web habe.

Der Kontakt nach oben ist auch für Leonie entscheidend, ein Versuchsfahrzeug der Technischen Universität Braunschweig. Über Satellitenortung bestimmt es seine Position auf der Straße, mit Laserscannern und Radarsensoren ortet es Fahrzeuge, Fußgänger und Hindernisse. All die Technik dient einem Ziel: Leonie soll sich ohne Fahrer im Straßenverkehr zurechtfinden. Zuerst einmal nur auf dem Braunschweiger Stadtring und noch immer nur mit Sicherheitsfahrer. Viel mehr „Knight Rider“ geht derzeit aber trotzdem nicht.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 09/2012.

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