Management Automobilzulieferer Griwe – Mit militärischer Disziplin zum Turnaround

Griwe-Geschäftsführer Jan Meyer (l.) und Werkleiter Roman Löw (r.)

Griwe-Geschäftsführer Jan Meyer (l.) und Werkleiter Roman Löw (r.)© Martin Leissl

Der Automobilzulieferer Griwe Innovative Umformtechnik stand 2003 vor der Insolvenz. Dank Mut und Macherqualitäten der Chefs wurden die roten Zahlen in Gewinne umgewandelt. Werkleiter Roman Löw über den Schlüssel des Erfolgs.

„Tiefrote Zahlen und keine Hoffnung auf Neuaufträge“: So schildert Werkleiter Roman Löw die Situation des Automobilzulieferers Griwe Innovative Umformtechnik im Jahr 2003. Der Ex-Ford-Manager krempelte die Ärmel hoch – und die Firma um. Nach dem Vorbild Toyotas führte er bei dem Mittelständler im rheinland-pfälzischen Westerburg die schlanke Fertigung ein – mit Zielvereinbarungssystem, leistungsabhängiger Entlohnung und offener Informationspolitik. „Durch die volle Transparenz aller Prozesse kann sich heute niemand mehr verstecken“, sagt Geschäftsführer Jan Meyer.

Ein Anfang und kein Ende

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Ein wichtiger Schlüssel des Erfolgs war die „Bewusstseinsänderung der Mannschaft“, wie Löw es nennt. Über kontinuierliches Lean-Training holte er die Mitarbeiter ins Boot. Dafür gibt es Lob von der Jury. „Hier wurde ein Managementkonzept für Konzerne konsequent bei einem Mittelständler umgesetzt – mit dem nötigen Mut und echten Macherqualitäten“, so Hans-Jürgen Kirsch, Professor am Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung der Uni Münster.

Leicht war der Turnaround keineswegs. Nach der ersten Begeisterung spürte Löw „gewaltige Widerstände“. Seine Antwort: „militärische Disziplin“. Die zahlte sich aus. Mit 30 Prozent weniger Mitarbeitern macht das Lean-Werk Westerburg heute 80 Prozent mehr Umsatz als vor fünf Jahren. Der Verlust wurde in Gewinn umgewandelt und liegt heute im einstelligen Millionenbereich. BMW, Ford und Audi konnten als Neukunden gewonnen werden.

Bei vielen Kunden wie Volkswagen gilt Griwe heute als A-Lieferant. Das Geschäft brummt trotz Branchenkrise. Für 2009 wird in Westerburg ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 56 Millionen Euro erwartet, 2010 gar ein Anstieg auf 64 Millionen. Abgeschlossen ist der Turnaround dennoch nicht. Nach dem Motto „Heute besser als gestern und morgen besser als heute“ sieht das Management für diesen Weg einen Anfang, aber noch kein Ende.

 
 

cover_110 Aus dem impulse-Magazin 11/2009
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