Management Bildungsministerin Wanka rät Studienabbrechern zur Lehre

Gut jeder Vierte bricht sein Bachelor-Studium ab. Was dann? Bildungsministerin Wanka will die jungen Menschen ermutigen, ihre Ausbildung fortzusetzen – nicht mehr im Hörsaal, sondern im Betrieb.

 

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Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will Studienabbrecher für eine betriebliche Ausbildung gewinnen. Dazu
strebt Wanka mit den Kammern Pilotversuche an. Zuvor an Hochschulen erbrachte Leistungen könnten auf die Ausbildungszeit angerechnet werden, sagte Wanka der Nachrichtenagentur dpa. „Wer bereits einige Semester Maschinenbau studiert hat und dann in die berufliche Ausbildung wechselt, braucht bei einer Schlosser- oder Mechatroniker- Lehre nicht mehr bei Null anfangen. Das wäre ansonsten eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, die wir uns nicht leisten können.“

An den Maschinenbau-Fakultäten bricht zum Teil jeder Zweite sein Studium vorzeitig ab. Insgesamt liegt die Studienabbrecherquote in der Bachelor-Studiengängen laut dem jüngsten Berufsbildungsbericht bei 28 Prozent. Wanka sagte, an den Hochschulen müsse für diese Gruppe stärker über die Möglichkeiten der beruflichen Bildung aufgeklärt und auch für diese Alternative geworben werden. „Wir brauchen auch eine bessere Aufklärung und Information zwischen Studienabbrechern und den Unternehmen, damit diese besser zueinander finden.“

Bei einem Studienabbruch würden häufig Potenziale und Kompetenzen der Betroffenen verkannt, sagte Wanka weiter. „Bei einem Wechsel von der Hochschule in die Berufsausbildung stellt sich natürlich die Frage nach Anerkennung und Anrechnung der bisherigen Leistungen auf die Dauer der Ausbildung.» Darüber wolle sie mit den Kammern, aber auch mit den Experten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) reden. Wanka: 2Wir werden weniger in Deutschland, und daher müssen wir dafür sorgen, dass wir alle jungen Leute gut ausbilden. Wir dürfen niemanden verlieren.“

Laut dem jüngsten Berufsbildungsbericht der Bundesregierung muss sich die Wirtschaft in den nächsten Jahren demografisch bedingt auf erheblich weniger Schulabgänger und damit auch auf weniger Bewerber für eine betriebliche Lehre einstellen. Die Zahl der Schulabgänger mit und ohne Abitur wird im Westen von gut 780.000 (2014) auf unter 600.000 (2024) sinken. Im Osten wird sich die Zahl bei etwa 110.000 Abgängern pro Jahr einpendeln. Das ist allerdings weniger als die Hälfte im Vergleich zum Jahr 2000.

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