Management „BWL-Studenten unterschätzen oft die Gründung eines Start-ups“

Immer mehr Gründer schreiben schon während des Studiums einen Businessplan. Sie setzen Theorien in die Tat um. Die wichtigsten Lehren für die Praxis - diesmal berichtet Stefan Peukert.

impulse: Sie und Daniel Pütz haben im Januar Meinpraktikum. de gegründet. Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Praktika gemacht?

Ich habe Erfahrungen in einer dualen Ausbildung gesammelt. Daniel hingegen hat über zwei Jahre das Leben als Praktikant kennengelernt, unter anderem bei einem deutschen Konzern. Er saß zwar oft herum, dafür lernte er viel über Entscheidungsprozesse.

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impulse: Und wie kamen Sie auf die Idee für das Portal?

Beim Bier tauschten wir mit Kommilitonen Praktikumserfahrungen aus und überlegten, dass es gut wäre, vorher zu wissen, ob eine Stelle zu einem passt.

impulse: Wie haben Sie die Website realisiert?

Eine Agentur hat unsere Ideen umgesetzt. Wenn BWL-Studenten ein IT-Startup gründen, unterschätzen sie oft, welchen Aufwand das bedeutet.

impulse: Gab es auch Unterstützung von Investoren?

Wir haben die Gründung mit Privatkrediten finanziert, weil wir das unternehmerische Risiko tragen wollten. Uns ging es darum, die Kontrolle zu behalten.

impulse: Sie betreiben das Portal zu dritt.

Daniel und ich haben angefangen, später kam Joschka Felten hinzu. Wir studieren zusammen General Management an der Uni Witten/Herdecke. Daniel kümmert sich um den Vertrieb und die Produktentwicklung, Joschka um die Verwaltung und Qualitätssicherung. Ich beschäftige mich mit Presse und Marketing.

impulse: Studium und Job – wie lässt sich das vereinbaren?

Kaum, wir arbeiten täglich zehn bis zwölf Stunden. Aber zum Glück unterstützt uns die Uni, sodass wir die Klausuren aufschieben dürfen.

impulse: Was bringt Ihnen das Studium bei der Arbeit?

Im Studium habe ich gelernt, strukturiert zu denken und mit großer Freiheit umzugehen – das hat mir bei den ersten Schritten im Startup sehr geholfen.

impulse: Gab es auch konkrete Seminare, deren Lerninhalte Sie jetzt umsetzen?

Wir haben Marketingprojekte und Fallstudien für Konzerne wie Miele, Bertelsmann und Ernst & Young durchgeführt. Diese drei Unternehmen sind heute unsere Partner. Am Beispiel L`Oréal haben wir in der Uni gelernt, wie man eine Arbeitgebermarke aufstellt. Das nützt uns heute sehr, denn auf unserem Portal suchen Arbeitgeber ja nicht nur Praktikanten, sondern präsentieren sich auch als Marke.

impulse: Und wie verdienen Sie daran?

Die Unternehmen können gegen eine Gebühr Fotos und Videos auf das Portal stellen und so für ihre Praktika werben. Die Einnahmen fließen momentan in die Weiterentwicklung der Seite.

impulse: Was sind Ihre nächsten Schritte?

Wir wollen die Seite übersichtlicher machen und den Nutzern einen schnelleren Zugang zu den Praktika ermöglichen.

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