Management Cloud Computing polarisiert IT-Anwender

Das Cloud Computing ist auf dem Vormarsch - allerdings nicht ganz so schnell, wie von der Branche gewünscht. Noch hegen viele Unternehmen Vorbehalte gegen die Dienste aus der "Wolke".

Unternehmen in Deutschland setzen vermehrt auf digitale Dienste aus der „Wolke“. Mit 37 Prozent haben einer aktuellen Studie zufolge gut ein Drittel aller Unternehmen im vergangenen Jahr Cloud Computing genutzt. Weitere 29 Prozent planten den Einsatz konkret, teilte der Branchenverband Bitkom am Donnerstag mit. Allerdings gibt es weiterhin große Vorbehalte gegenüber öffentlichen Angeboten.

„In der Wirtschaft setzt sich Cloud Computing zunehmend in der Breite durch“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Die überwiegende Zahl der Unternehmen setzt aber auf interne, private Angebote, die über das eigene Intranet laufen. Die Angebote externer Dienstleister (Public Cloud) setzen mit 10 Prozent deutlich weniger Unternehmen ein. „Es gibt immer noch viele Vorbehalte gegen die Public Cloud“, sagte Kempf.

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Das Cloud Computing polarisiere die IT-Anwender, sagte Kempf. „Mit 35 Prozent bezeichnet sich ein Drittel der Befragten als aufgeschlossen und interessiert.“ Das sei deutlich mehr als im Vorjahr (29 Prozent). „Gleichzeitig ist aber auch der Anteil der Skeptiker von 38 auf 44 Prozent gestiegen.“

Die Angst vor Datenverlust gaben 79 Prozent der Befragten IT-Entscheider als Hürde an. Angst vor dem Verlust von IT-Know-how haben demnach 51 Prozent. 49 Prozent nennen die unklare Rechtslage als Grund für ihre ablehnende Haltung. Dabei könnten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen mit Cloud-Lösungen in der Regel ein deutlich höheres Sicherheitsniveau erreichen als mit in Eigenregie betriebenen IT-Systemen, sagte Kempf.

Fast die Hälfte der Befragten stehe Cloud-Diensten skeptisch bis ablehnend gegenüber, sagte Bruno Wallraf, Partner bei dem Beratungsunternehmen KPMG. Die kritisch Einschätzung spiegele sich aber keineswegs in den tatsächlichen Erfahrungen wider. „Mehr als drei Viertel derjenigen, die Cloud Computing bereits nutzen, berichten positiv.“

Viele Unternehmen kämen am Cloud Computing allein aus Wettbewerbsgründen aber nicht mehr herum, sagte Nicole Dufft von der Analyse-Firma Pierre Audoin Consultants, die die Studie durchgeführt hat. Mit externen Diensten aus der Cloud entfielen sonst nötige große Investitionen. Unternehmen könnten mit Hilfe von Cloud-Angeboten flexibler vorgehen.

Die repräsentative Studie „Cloud Monitor“ wurde vom Bitkom gemeinsam mit KPMG erstellt. Das Analyse-Unternehmen Pierre Audoin Consultants hat dafür 436 IT-Verantwortliche bei Unternehmen in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt. Als Cloud Computing werden Dienste bezeichnet, bei denen Daten nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Computern großer Rechenzentren gespeichert werden. Der Zugriff auf die Daten ist dann von verschiedenen Geräten und Standorten aus möglich.

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