Management Das geht ins Auge

Einmal im Monat stellt impulse Unternehmerspielzeug vor. Dieses Mal: Augmented-Reality-Brillen, wie sie heute aussehen und morgen aussehen werden.

Heute

Na gut, schick sind sie noch nicht. Auch nicht sonderlich handlich. Augmented-­Reality-Brillen punkten mit inneren Werten – dem Prinzip der „erweiterten Wirklichkeit“: Sie enthalten halb durchsichtige Displays, durch die Nutzer gleichzeitig den Bildschirm und die Welt dahinter betrachten können.

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Bei der AR-Technik geht es um das Zusammenwachsen von Livebildern mit digitalen Informationen. Was nach Holodeck und Raumschiff Enterprise klingt, nutzen weltweit immer mehr Unternehmen, um ihre Produk­tion zu optimieren. So lassen sich Fabrikhallen mit virtuellen Maschinen bestücken und Produk­tionsabläufe testen. Alltagstauglich soll die Technik durch die AR-Brillen werden. Epson liefert mit dem Modell Moverio eine Brille, die auf Googles Handybetriebssystem Android basiert. Sie lässt sich mit vielen Apps ausstatten, kann mithilfe des Kindle-Programms auch Bücher darstellen. Zwar sieht die Brille aus, als sei sie einem 80er-Jahre-Musikvideo entsprungen – im Vergleich zur Konkurrenz ist sie allerdings dezent.

Vuzix‘ AR-Brille Star wird durch die eingebauten Kameras unhandlich. Die analysieren, was die Augen sehen, über iPhone und Laptop lassen sich Zusatzinformationen wie Fakten und Namen zum aktuellen Nutzerstandort einspielen. Ebenfalls für draußen ist das Modell Recon Mod gedacht, eine AR-Erweiterung für Skibrillen. Mit GPS- und Beschleunigungssensor zeigt sie Streckeninfos und Geschwindigkeit ihres Trägers an. Wem das alles noch nicht reicht: Manche Modelle können auch Musik abspielen.

1 Auf der Arbeit Moverio BT-100 von Epson, 602,16 Euro über www.epson.de
2 Auf der Straße Star 1200 von Vuzix, 4148,99 Euro über www.vuzix.com
3 Auf der Piste Mod von Recon Instruments, 299 Euro über shopeu.reconinstruments.com

Übermorgen

Augmented Reality klingt immer ein wenig nach Computerspiel: Fadenkreuz in der Mitte des Bildschirms, rechts unten der Munitionsvorrat, links die Lebensenergie. Kein Wunder also, dass das US-Verteidigungsministerium die Entwicklung intelligenter Sehhilfen unterstützt, um Soldaten im Gefecht Satellitenlandkarten oder die Luftaufnahmen von Drohnen einzublenden.

Ein Teil des Behördengelds fließt dabei nach Bellevue, Washington State. Hier arbeitet das Hightechunternehmen Innovega an intelligenten Kontaktlinsen. Die sollen zukünftig das Sichtfeld von AR-Brillen erweitern oder auch Informationen ganz ohne Brille darstellen. Dafür ist ein externer Projektor ­nötig, den der Nutzer beispielsweise an einer Schirmmütze tragen kann.

Der Projektor sendet Bilder und Daten ins Blickfeld. Eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welches AR-Accessoire man sich entscheidet: Brille oder Kontaktlinse mit Schirmmützenprojektor – nicht unbedingt ein lässiges Partyoutfit, aber praktisch, sagt Innovega-Technikchef Randall Sprague: „Jeder trifft gelegentlich Leute, deren Namen man vergessen hat. Gesichtserkennung und Augmented Reality können helfen und ­Namen über den Köpfen schweben lassen.“ Auch Google setzt mit Project Glass auf AR: Die smarte Brille soll mit ihrer Videotelefonfunk­tion irgendwann sogar das Smartphone ersetzen. E-Mails, Einkaufslisten, Namen: Was man nicht im Kopf hat, hat man zukünftig auf der Brille.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 08/2012.

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