Management „Das kostet uns ein Vermögen“

Lutz Goebel, Geschäftsführer der Firma Henkelhausen und Präsident des Verbands "Die Familienunternehmer - ASU"

Lutz Goebel, Geschäftsführer der Firma Henkelhausen und Präsident des Verbands "Die Familienunternehmer - ASU"© Henkelhausen

Hohe Strompreise führen zu "Investitionsentscheidungen gegen Deutschland", warnt Lutz Goebel, Präsident des Verbands "Die Familienunternehmer - ASU". Die staatliche Begünstigung von Großunternehmen bei der EEG-Umlage kritisierte er scharf.

„Es gibt Unternehmen, die wegen der Energiekosten Investitionsentscheidungen gegen Deutschland treffen“, sagt Lutz Goebel, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer – ASU“ im Interview mit impulse (Ausgabe 3/2013). Dies gebe zwar niemand öffentlich zu. Er kenne aber solche Fälle, sagte der Verbandschef.

Den Vorschlag der Bundesregierung, die Förderung erneuerbarer Energien zurückzufahren, begrüßt Goebel zwar als Schritt „in die richtige Richtung“. Für Solarstrom fordert er jedoch ein sofortiges Ende der garantierten Preise für die Erzeuger. „Wenn Sie heute chinesische Module kaufen, können Sie für 16 oder 17 Cent Strom erzeugen. Das ist wettbewerbsfähig.“

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Der ASU-Präsident, der auch Geschäftsführer des Krefelder Unternehmens Henkelhausen ist, kritisiert überdies die gesetzliche Begünstigung von Großunternehmen bei den Stromkosten. Konzerne, die aufgrund ihres hohen Stromverbrauches von der gesetzlichen Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) befreit seien, würden doppelt profitieren, weil Strom an der Börse ohne die staatlichen Aufschläge heute billiger sei als vor zehn Jahren. „Es kann nicht sein, dass die Großindustrie keine EEG-Umlage zahlt und dann noch von fallenden Börsenpreisen profitiert“, so Goebel. Er fordert ein Eingreifen des Staates: „Da muss man sagen, wir frieren den Preis ein.“

Von den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern sei „ein Bekenntnis zu einer einheitlichen bundesweiten Energiepolitik“ notwendig. Dies gelte vor allem für den milliardenschweren Ausbau der Stromnetze. „Auf keinen Fall“ dürfe jedes Land seinen eigenen Weg gehen. „Das kostet uns ein Vermögen“, warnt Goebel.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 03/2013.

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