Management Das macht den Kunden Beine

Soziale Netzwerke bieten auch Mittelständlern neue Chancen - eine Modefirma hat es ausprobiert.

Junge Frauen mögen bunte Strumpf­hosen – und Facebook. Um ihre neue Marke My Hudson bekannt zu machen, startete die Modefirma Kunert daher ­einen Wettbewerb über das Netzwerk. „Wir haben dazu aufgerufen, Fotos vom Lieblingslook mit Strumpfhose hochzuladen“, sagt Projektleiterin Nicole Fröger. Flankiert wurde die Aktion von ­einer ­Internetseite und der Kooperation mit einer Modezeitschrift und freien Bloggern. 180 Mädchen machten mit. 12 300 Nutzer wurden während der Aktion Fan der Facebook-Seite. Am Ende durfte eine Gewinnerin mit ihren Freundinnen nach Hamburg fliegen zum Modeshooting. Die Kosten für diese Werbung waren überschaubar.

„Alles, worüber die Kunden im echten Leben gern sprechen, funktioniert auch bei Facebook“, sagt Björn Zimmer, Geschäftsführer der Firma Yourfans, die Marketing in sozialen Netzwerken anbietet. Mode, Tiere und Reisen seien dankbare Themen. „Frauen kommunizieren tendenziell mehr als Männer, was sich auch in Interaktionen auf Facebook bemerkbar macht.“

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Doch Facebook-Aktionen bergen auch Risiken. Um Nutzer nicht zu verärgern, sollten Firmen klare Regeln formulieren, rät Bastian Scherbeck von der Agentur We Are Social. „Wenn Nutzer im Rahmen eines Wettbewerbs Designvorschläge oder Fotos liefern, ist es im Zweifel besser, noch eine Kontrollebene einzuziehen“, rät der Experte. Die muss vorher angekündigt sein. Sonst endet die Aktion im Desaster, wie es Pril erlebte: Beim Wettbewerb um ein neues Design für die Spülmittelflaschen wählten die Nutzer einen Entwurf auf den ersten Platz, dessen Claim lautete: „Schmeckt lecker nach Hähnchen.“

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