Management Datenspeicher, die durchs Feuer gehen

Ob Computercrash, Hausbrand oder Wasserschaden: Dateien, Zahlen und Excel-Tabellen können in externen Festplatten sicher aufbewahrt werden - vor­ausgesetzt, der Computerbesitzer speichert regelmäßig.

Ganz hinten unter dem Schreibtisch, zwischen dem Fuß der Stehlampe und dem Papierkorb, da ungefähr steht die externe Festplatte. Völlig zu Unrecht fristet sie ihr Dasein in diesem unwirtlichen Winkel des Büros. Schließlich schützt sie ihren Besitzer vor dem Totalverlust seiner Daten. Ob Computercrash oder Wasserschaden: Dateien, Zahlen und Excel-Tabellen sind hier sicher – vor­ausgesetzt, der Computerbesitzer speichert regelmäßig.

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Ein etwas zentralerer Platz wäre für die externe Festplatte somit durchaus angemessen, zumal moderne Datenspeicher als repräsentativer Schreibtischschmuck taugen. Der Anbieter Iosafe etwa hat sein Solo-G3-­Modell in einen perforierten Metallmantel gesteckt. Der sieht nicht nur interessant aus, er sorgt auch dafür, dass die immerhin sieben Kilogramm schwere Kiste einen Sturz übersteht. Zudem soll die Solo G3 einem Feuer von über 800 Grad Celsius Hitze trotzen – und den anschließenden Löschwasserbeschuss ebenfalls unbeschadet überstehen. Kleiner und handlicher ist der Slim-Speicher von GoFlex: Groß wie eine Schokoladentafel erfasst die Festplatte 320 Gigabyte.

Etwa dreimal so viel Platz ist auf der kleinsten Variante der P’9230-Platte, die der französische Netzwerkspezialist LaCie zusammen mit Porsche Design entwickelt hat: Ein, zwei oder auch drei Terabyte lassen sich auf der Festplatte speichern. Sie steckt in einer Hülle aus Aluminium, fünf Millimeter stark und matt gebürstet. Viel zu elegant, um das Teil unter dem Schreibtisch zu parken.

Auch wenn sie inzwischen besser aussehen: Die Tage der heute gängigen Festplatten sind gezählt: Zu groß sind sie, zu langsam und zu hungrig beim Verbrauch von Energie. Mathias Kläui, Forscher an der Universität Mainz, sieht die Zukunft der Datensicherung in der neuen Spintronik. Mit dieser Technik wollen Experten nicht mehr die Verschiebung von Ladungen zur Verarbeitung von Informationen nutzen, sondern die Drehung von Elektronen, ihren Spin. Elektronen bewegen sich grundsätzlich um ihre eigene Achse, entweder in die eine oder die andere Richtung. „Damit ist der Spin ein ideales Mittel, um binäre Daten – 0 oder 1 – zu übertragen“, sagt auch Daniel Bürgler vom Forschungszentrum Jülich.

Der Vorteil: Die Veränderung des Spins braucht weniger Energie als das Elektronenverschieben und ist somit sparsamer. Auch wenn erste Bauteile bereits die neue Technik nutzen – der Weg zu ­einem Spintronik-Computer ist noch weit. Als erster Schritt soll die gängige Festplatte mit ihren rotierenden, empfindlichen Komponenten verschwinden. So arbeitet der Computerhersteller IBM an einem Racetrack-Speicher. Der heißt so, weil die Informationen im Speicher an einer festen Leseeinheit vorbeiflitzen wie auf einer Rennstrecke. Die Informationen sind dabei auf einem dünnen Draht gespeichert, das Vor- und Zurückspulen der Daten funktioniert mit Strom. Diese Technik soll zwei Vorteile vereinen: viel Speicherplatz und schnelle Zugriffszeiten.

1 Schön stark Solo G3 von Iosafe, ab 225 Euro über www.iosafe.com
2 Schön schlank GoFlex Slim Performance von Seagate, ab 78,90 Euro, Händler über www.seagate.de
3 Schön schick Porsche Design P’9230 Desktop Drive von LaCie, ab 139,99 Euro über www.lacie.com
Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 05/2012.

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